Das kostet ein Kindergartenplatz in Mörlenbach künftig
Neue Gebührenordnung für Kindergärten ist vom Ausschuss empfohlen worden – Vor einer Einrichtung werden ab dem kommenden Jahr Container stehen.
Die Gebühren für die Kindertagesstätten in Mörlenbach sollen in den Jahren bis 2025 stufenweise steigen. Ziel ist es, dass der Elternbeitrag am Ende dieses Prozesses die tatsächlichen Betreuungskosten für Kinder bis drei Jahre bis zu 20 Prozent und für Kinder über drei Jahre zu 66,6 Prozent deckt. Aktuell schießt die Gemeinde rund 2,2 Millionen im Jahr zu. Zudem werden in den gemeindlichen Einrichtungen ab dem 1. August drei einheitliche Module mit 30, 35 beziehungsweise 45 Wochenstunden angeboten. Das hat der Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport (SKS) der Gemeindevertretung einstimmig so empfohlen. Diese entscheidet am Dienstag, 20. Juni, endgültig darüber (20 Uhr, Bürgerhaus).
Bei der SKS-Sitzung am Donnerstag wurde außerdem bekannt, dass für das 2024 beginnende Kindergartenjahr zwei entsprechend ausgestattete Kita-Container beim Kinderhaus Tra-Um-Schloss aufgestellt werden sollen, die 50 zusätzliche Betreuungsplätze bieten. Die entsprechende Infrastruktur sei dort bereits vorhanden, erklärte Bürgermeister Erik Kadesch. Bereits beim Umbau der Einrichtung war übergangsweise mit Containern gearbeitet worden, die Anschlüsse für Strom und Wasser liegen noch. In diesem Zusammenhang gab Kadesch auch den Beschluss des Gemeindevorstandes bekannt, die Küche im Tra-Um-Schloss zu schließen und stattdessen einen externen Caterer zu beauftragen. Ein Entschluss, der aus der Personalsituation und wachsenden Auflagen resultiert.
In die detaillierte Gebührenkalkulation, welche die Gemeinde von einem externen Büro erstellen ließ, sind die Kosten für die Container bereits eingepreist. „Wir müssen strategisch denken“, erklärte Kadesch. Durch dieses Vorgehen könne kurzfristig auf den wachsenden Bedarf reagiert werden. Das verschaffe Zeit, um dauerhafte Lösungen zu finden. Demnach werden alle Kindergarten-Standorte jetzt auf Erweiterungsmöglichkeiten überprüft.
Die neu zu beschließende Gebührenordnung basiert auf der angestrebten Vereinheitlichung der Betreuungsmodule. Diese ist von der Gemeindevertretung bereits beschlossen worden – mit der Maßgabe, dass neben den von der Verwaltung vorgeschlagenen Regelplätzen mit 30 und Tagesplätzen mit 45 Wochenstunden noch ein drittes Modul angeboten wird. Für diesen zusätzlichen „Regelplatz plus“ sind 37,5 oder 35 Stunden denkbar.
Eine Elternumfrage hatte angedeutet, dass an beiden Varianten in etwa gleich großes Interesse besteht. In den Entscheidungsprozess waren auch die Elternbeiräte aller Einrichtungen eingebunden. Am Ende präferiert die Verwaltung die 35-Stunden-Lösung, was unter anderem mit den Kosten und dem Personalbedarf zusammenhängt. Laut Kadesch würde ein 37,5-Stunden-Modul rund 90 000 Euro pro Jahr mehr kosten.
„Große Sprünge“ vermeiden
Bei der Aussprache im Ausschuss war unter anderem der Passus Thema, dass die Entwicklung der Elternbeiträge ab dem Jahr 2026 an die Veränderungen des Verbraucherpreisindexes gekoppelt werden soll, den das Statistische Bundesamt jährlich vorlegt. Christian Seiler (FDP) befürchtet, dass sich dadurch ein „Automatismus“ einschleicht. „Wir sollten uns aber immer wieder ganz bewusst mit den Kindergartengebühren auseinandersetzen“, sagte er. René Hahl (SPD) wies dagegen auf den Sinn dieser Regelung hin: Durch eine stete Anpassung würden „große Sprünge“ vermieden. Kadesch nannte einen weiteren Hintergrund: Durch diese 2026 greifende Regelung soll verhindert werden, dass Kindergartengebühren zu einem Thema im Kommunalwahlkampf werden. Letztlich behalte immer die Gemeindevertretung das letzte Wort.
Einmütigkeit herrschte dann wieder in Bezug auf eine Anregung der Grünen, die Klaus Weber vortrug: Mit dem Bescheid für die erhöhten Gebühren sollen auch Informationen über Fördermöglichkeiten verschickt werden, um soziale Härten auszugleichen. „Es gibt solche Töpfe, die aber nicht abgeschöpft werden“, so das Ausschussmitglied der Grünen.
Die neuen Kita Gebühren
So sieht die geplante stufenweise Erhöhung der monatlichen Betreuungsgebühren in Mörlenbach aus. Die neuen Beiträge gelten jeweils ab dem 1. August.
Die Beitragsfreistellung in Hessen von sechs Wochenstunden für Kinder über drei Jahre ist eingerechnet.
Regelplatz (30 Wochenstunden):
U3: aktuell 216 Euro, 2023/2024: 264; 2024/2025: 312; 2025/2026: 363
Ü3: jeweils kostenfrei
Regelplatz plus (35 Wochenstunden):
U3: aktuell 252 Euro, 2023/2024: 308; 2024/2025: 346; 2025/2026: 423,50
Ü3: aktuell 41 Euro, 2023/2024: 52,50; 2024/2025: 64; 2025/2026: 75
Tagesplatz (45 Wochenstunden):
U3: aktuell 302 Euro, 2023/2024: 396; 2024/2025: 468; 2025/2026: 544,50
Ü3: aktuell 131,50 Euro, 2023/2024: 157,50; 2024/2025: 192; 2025/2026: 225