Odenwald

Die Erkältungswelle rollt weiter

Auch bei Odenwälder Hausärzten steigen die Infektionszahlen durch Corona und Grippe.

Auch in den Odenwälder Hausarztpraxen werden seit Herbstbeginn wieder vermerkt Erkältungskrankheiten festgestellt. Foto: Pixabay
Auch in den Odenwälder Hausarztpraxen werden seit Herbstbeginn wieder vermerkt Erkältungskrankheiten festgestellt.

Die Erkältungswelle rollt über Deutschland hinweg. Überall wird gehustet, geschnieft und geniest, die Viren haben Hochkonjunktur. Neben der Grippe sorgt auch Corona weiterhin für Erkrankungen, wenngleich diese nicht mehr so schwer sind als noch zu Zeiten der Pandemie. Dennoch hat das Kreiskrankenhaus in Heppenheim aufgrund einiger Ausbrüche auf verschiedenen Stationen die Schutzmaßnahmen wieder verschäft (wir haben berichtet).

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Auch an den Hausarztpraxen im Odenwald geht diese Entwicklung nicht vorbei, wie die Abtsteinacher Gemeinschaftspraxis der Dres. Andrea Schindlmayr, Runa Siméon und Jens-Uwe Zimpel auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. „Insgesamt lässt sich auch in unserer Praxis ein Anstieg der Infekte, denen wieder gehäuft Corona zugrund eliegt, verzeichnen“, stellen die Ärzte fest.

Keine schweren Verläufe

Die Symptomatik ähnelt ihren Angaben nach meist denen von Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten. „Schwere Verläufe sehen wir derzeit nicht, vermutlich aufgrund der aktuell relativ guten Immunitätslage nach Impfungen und zum Teil auch durchgemachten Infektionen. Das bedeutet allerdings nicht, dass insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen und Ältere nicht doch weiterhin schwere Verläufe durchmachen können, weshalb bei diesen Personen regelmäßige Auffrischimpfungen zur Verbesserung der Immunitätslage empfohlen werden“, heißt es aus der Praxis.

Gerade als zu Herbstbeginn die Nachricht kam, dass es einen neuen, auf die aktuellen Coronaviren angepassten Impfstoff gibt, ging der Hessische Hausärzteverband wieder von einer großen Nachfrage aus und warnte infolgedessen von einer Überlastung der Praxen. Diese blieb jedoch weitgehend aus, wie die Abtsteinacher Ärzte bemerken. „Die Nachfrage nach den Impfungen war im Herbst zunächst gering, ist dann bei zunehmenden Coronainfekten angestiegen, lässt aber derzeit wieder etwas nach."

In Praxisablauf integriert

Kritisiert worden war von Verbandsseite aus auch, dass den Ärzten weiterhin nur Fläschchen mit sechs Impfdosen zur Verfügung gestellt würden, was einen großen organisatorischen Aufwand mitbringen würde. Auch dies trat bei den Abtsteinacher Ärzten nicht ein: „Wir führen derzeit an ein bis zwei Tagen in der Woche Impfungen durch, je nach Nachfrage, wobei sich die Impfungen gut in den Praxisablauf integrieren lassen – an die Sechser-Vials ist man inzwischen gewöhnt und bestellt die Patienten, bis es Einzeldosen geben wird, dementsprechend ein.“

Ein Teil der Patienten favorisiert inzwischen die gleichzeitige Impfung gegen Grippe und Corona, um nicht zweimal kommen zu müssen, berichten sie. „Trotz der Empfehlungen zur Corona-Auffrischimpfung für bestimmte Personengruppen erleben wir allerdings in Bezug auf die Coronaimpfung insgesamt eine geringere Akzeptanz als bei den Grippeimpfungen. Ob dies an den zurückliegenden Berichterstattungen über mögliche Impf-Nebenwirkungen liegt, können wir nur vermuten“, merken die Abtsteinacher Ärzte an.