Rimbach

Die Glocken von Rimbach läuten wieder

Eine Spezialfirma hat den technischen Defekt im Turm der evangelischen Kirche in dieser Woche behoben. Der Abschluss der Turmsanierung steht unmittelbar bevor.

Seit dieser Woche läuten die Glocken im Turm der evangelischen Kirche von Rimbach wieder zum Gebet und zum Gottesdienst sowie alle halbe Stunde. Foto: Paul Kötter
Seit dieser Woche läuten die Glocken im Turm der evangelischen Kirche von Rimbach wieder zum Gebet und zum Gottesdienst sowie alle halbe Stunde.

Von Paul Kötter

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Den vertrauten Klang der Glocken der evangelischen Kirche haben viele Rimbacher in den letzten Wochen vermisst. Wochenlang waren die Glocken verstummt. Jetzt laden wieder alle vier Glocken zu Gottesdienst und Gebet ein. Die Stunden und Halbstunden werden wieder durch Glockenschlag angezeigt.

Während der Renovierungsarbeiten am Kirchturm hatten die Glocken zum Schutz der Dachdecker aus Sicherheitsgründen zu schweigen. Unglücklicherweise legte dann ein technischer Defekt in der Läuteeinrichtung das Geläut zusätzlich lahm. Der Defekt konnte in dieser Woche durch die Firma Höckel-Schneider aus Flörsheim beseitigt werden, die auf Reparaturen von Turmuhren und Glockentechnik spezialisiert ist.

Die Glocken des Rimbacher Kirchturms blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurden die Rimbacher Kirchenglocken geraubt. Nach dem Ende des Krieges blieb Rimbach über 100 Jahre ohne Glocken. Erst 1761 gab es wieder ausreichende Mittel für drei neue Glocken. Das größte dieser drei barocken Exemplare hängt heute noch in der Glockenstube. Sie trägt die lateinische Inschrift „Sit nomen domini benedictum“ (Der Name des Herrn sei gepriesen).

Blick in die Geschichte

Im Ersten Weltkrieg (1917) wurden unter Strafandrohung alle Bronzeglocken in Kirchen, bis auf eine, als Rohstoff für Kriegszwecke enteignet und eingeschmolzen. Nach dem Krieg konnte die Kirchengemeinde mit Hilfe größerer Spenden und Sammlungen wieder zwei neue, kleinere Glocken erwerben. Diese wurden am 16. Januar 1921 geweiht und in Dienst genommen.

Im Zweiten Weltkrieg (1940) verhinderte die unklare Materialangabe „Stahl- oder Bronzeglocken“ im „Meldebogen für Bronzeglocken der Kirche“ glücklicherweise die Einschmelzung. Die Glocken blieben so der Kirche bis heute erhalten.

Die vierte, größte Glocke wurde 1964 bei den Gebrüdern Rincker in Sinn bestellt und unter Anwesenheit von Pfarrer Hans Goethe und vielen Gemeindemitgliedern gegossen. Sie wiegt 820 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 1,13 Metern. Sie trägt die Inschrift „O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort!“ (Jeremia 22,29). Nach ihrer feierlichen Einholung vom Rimbacher Bahnhof erklang sie erstmals bei der Einsegnung der Konfirmanden am 10. Mai 1964. Das vierstimmige Geläut erklingt so bis heute in den Tönen F, G, B und G.

Wie bereits berichtet, krönen das restaurierte Turmkreuz und der frisch vergoldete Hahn aktuell wieder den Turmhelm. Inzwischen sind auch die achteckige Turmlaterne und die beiden oberen, barocken Hauben wieder vom Gerüst befreit. Die Kirchengemeinde hofft, dass die Dachdeckerarbeiten und das Streichen des Turmes bis Ende September abgeschlossen sind.

Metalltor und Bäume folgen

Im Rahmen der Erneuerung der Kirchendächer musste ein Teil der Parkmauer für einen ausreichend breiten Zugang zur Kirche abgerissen werden. Die so entstandene Lücke soll in Zukunft durch den Einbau eines Metalltors geschlossen werden. Zweck dieses Tors ist, die Zufahrt zum Kirchpark für die Feuerwehr jederzeit zu ermöglichen.

Die Lücke in der Mauer zwischen Kirchgasse und Kirchpark wird durch ein neues Metalltor geschlossen. Dann ist die Zufahrt auch breit genug für Feuerwehrfahrzeuge. Foto: Paul Kötter
Die Lücke in der Mauer zwischen Kirchgasse und Kirchpark wird durch ein neues Metalltor geschlossen. Dann ist die Zufahrt auch breit genug für Feuerwehrfahrzeuge.

Schweres Gerät hat bei der Dachrestaurierung den Kirchpark stark in Mitleidenschaft gezogen. Die 2022 unumgänglich gewordene Fällung von vier großen Bäumen entlang der Mauer zur Martin-Luther-Schule (MLS) haben zusätzlich Lücken im Bewuchs hinterlassen. Dort ist die Anpflanzung klimaresistenterer Bäume geplant. Die im Park erforderlichen Arbeiten werden nach Fertigstellung des Turmes in Angriff genommen.