Kurz vor der höchsten Waldbrandgefahrenstufe
Wie es in den Wäldern im Odenwald am Wochenende aussieht.
Die Juni-Hitzewelle setzt sich auch im Odenwald an diesem Wochenende fort. Da es seit Wochen nun schon – bis auf wenige, lokal begrenzte Schauer – nicht mehr geregnet hat, steigt die Waldbrandgefahr im Weschnitztal und im Überwald weiter an. Das Forstamt in Lampertheim, zu dessen Zuständigkeitsbereich auch das Weschnitztal gehört, hat die anhaltende Trockenperiode zum Anlass genommen, die Waldbrandgefahrenlage erneut zu überprüfen. In einer Pressemitteilung wies die Behörde am Freitag darauf hin, dass „für einige Regionen im Forstamtsbereich sogar ein Anstieg auf die höchste Waldbrandgefahrenstufe prognostiziert wird“.
Lage sehr angespannt
Die Lage ist demnach weiter sehr angespannt. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes war die ganze Woche über auf der Kategorie 4, die „hohe Waldbrandgefahr“ bedeutet. „Eine Senkung der Gefahrenstufe ist für unsere Region nicht in Sicht. Die Wälder sind bereits sehr trocken, jedoch besteht aufgrund der Regenfälle vor einiger Zeit und der vorhandenen Belaubung noch eine geringe Restfeuchte, einschließlich morgendlichem Tau“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Da die nächtlichen Temperaturen wohl nur etwas unter 15 Grad Celsius fallen, wird auch die Taubildung nur eingeschränkt funktionieren. Die Totholzproblematik (große Mengen an abgestorbenen Holz) besteht außerdem weiter fort. Das zuständige Ministerium in Wiesbaden hat zwar Warnhinweise herausgegeben, auf das Ausrufen einer Waldbrandalarmstufe bisher jedoch verzichtet, so das Forstamt.
Angesichts dieser Situation weist die Behörde Grillhütten- und Grillplatzbenutzer auf diese Gefahrenlage hin und mahnt große Vorsicht an. „Funkenflug an Grillstellen in oder am Wald muss unterbunden werden, Grillstellen müssen vollständig gelöscht werden, Feuer in und am Wald außerhalb der genehmigten Grillplätze ist untersagt, gleiches gilt für das Rauchen im Wald. Die Einfahrten in den Wald sind freizuhalten und nicht zuzuparken, damit die Feuerwehr notfalls Brandorte zügig erreichen kann“, so der Appell aus Lampertheim. Die Behörde wird die Waldbrandgefahrenlage weiter beobachten und informieren, wenn sich etwas entscheidendes ändert.
Auf dem Weg dahin
„Wir haben die höchst Gefahrenlage zwar noch nicht erreicht, sind aber auf dem Weg dahin, da für das komplette Wochenende keine Niederschläge prognostiziert sind“, beschreibt Ronny Kolb, Leiter des Forstamts Beerfelden, das auch für den Überwald zuständig ist, die Situation in seinem Zuständigkeitsbereich. Auch er appelliert im Gespräch mit unserer Redaktion an die Besucher, im Wald möglichst nicht zu rauchen und erst recht nicht brennende Zigaretten wegzuwerfen. „Und bitte auf gar keinen Fall offenes Feuer im Wald, bitte machen Sie das nur zu Hause.“