Spatenstich für „Pfeifersacker“: Startschuss für neues Wohngebiet in Wald-Michelbach
43 Grundstücke sollen auf den 33 000 Quadratmetern Platz finden. 100 Familien stehen auf der Interessentenliste. Bewerbungen sind noch möglich.
An das Thema „Pfeifersacker“ kann sich Bürgermeister Dr. Sascha Weber noch aus seiner Kindheit erinnern. Die Gemeinde Wald-Michelbach diskutiert schließlich schon seit den 1980er Jahren über das potenzielle Neubaugebiet. Nun fiel am Donnerstag mit dem offiziellen Spatenstich der Startschuss für die Erschließung.
In wenigen Wochen hat sich bereits einiges getan: Erste Gräben lassen bereits erahnen, wo die Straßen später einmal entlang laufen sollen. Die Bodenbevorratungsmaßnahme kostet fast 4,5 Millionen Euro, rund 3 Millionen davon umfassen die Erschließungskosten. Die Auftragssumme wurde durch die Hessische Landgesellschaft (HLG), mit der die Gemeinde bei diesem Projekt zusammenarbeitet, fast vollständig vorfinanziert.
Das Neubaugebiet befindet sich im Süden der Kerngemeinde Wald-Michelbach und ist später über die Pestalozzistraße und „Am Königsbuckel“ zugänglich. Ein „attraktiver Standort“ findet Birgit Röder von der HLG, denn in unmittelbarer Nähe befinden sich die Kita Glückszauber sowie das Überwald-Gymnasium und die Eugen-Bachmann-Schule.
29 Grundstücke zum Verkauf
Das gesamte Gebiet umfasst insgesamt rund 33 000 Quadratmeter – kleiner als in der ursprünglichen Idee von vor 40 Jahren: Da hätte sich das Gebiet bis zum Waldrand erstreckt. „Das wäre dann schon fast ein weiterer Ortsteil gewesen“, witzelt Weber. 43 Grundstücke sollen sich auf dem Gebiet befinden: vier davon in Gemeindehand, neun verbleiben bei den Alteigentümern.
Zum Verkauf stehen dann rund 20 000 Quadratmeter, aufgeteilt auf 29 Grundstücke. Falls sich ein Bauträger findet, ist ein Grundstück (rund 2 700 Quadratmeter) für einen Geschossbau mit mehreren Wohnungen, darunter auch Sozialwohnungen. Der Rest ist für Einfamilienhäuser bestimmt. „Im Schnitt sind die Grundstücke etwa 500 bis 600 Quadratmeter groß, eines sogar 800 Quadratmeter“, erklärt Röder. Man hat sich auf einen Verkaufspreis von 230 Euro pro Quadratmeter geeinigt. Das sei für Wald-Michelbach zwar etwas teurer, aber mit Blick auf die Region sei das aber immer noch nicht viel, so Weber.
Vor allem, wenn man bedenke, dass das Neubaugebiet „Pfeiferacker“ nach aktuellem Stand vorerst das letzte Neubaugebiet in Wald-Michelbach sein soll – so derzeit die Vorgaben. Die Gemeinde Wald-Michelbach gehe gerade aber gemeinsam mit dem Landrat für weitere Erweiterungen ein, erklärt der Rathauschef – denn die Nachfrage nach Wohnraum sei und bleibe weiterhin groß.
Bewerbungen möglich
Wer sich für ein Grundstück interessiert, kann sich entweder an Stefan Jäger bei der Gemeinde Wald-Michelbach (Telefon, 06207/947-155, E-Mail st.jaeger@wald-michelbach.de) wenden oder sich bei Birgit Röder (Telefon, 06105/4099-417; E-Mail birgit.roeder@hlg.de) melden.
Derzeit stünden rund 100 Familien auf der Interessentenliste für die Grundstücke, wie Röder erklärt. Auch bei den die jüngsten drei Neubaugebiete in Affolterbach und Aschbach seien die Grundstücke schnell verkauft gewesen, ergänzt Weber. Es ist aber momentan immer noch möglich sich, um einen Bauplatz zu bewerben, die Vergabekriterien legt die Gemeinde dann im Herbst fest. Die Erschließungsarbeiten sollen im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein, wie Röder erklärt. Dann soll es für die Bauherren losgehen können, damit das Neubaugebiet bis 2029 im Idealfall komplett fertiggestellt ist.
Maximal drei Jahre lang dürfen die Grundstücke nach dem Kauf unbebaut bleiben, bevor die sogenannte Baupflicht greift. So wolle man garantieren, dass am Pfeifersacker auch tatsächlich Wohnraum entsteht und der Boden nicht ungenutzt als Wertanlage brach liegt.