Vereinsleben

SV Mörlenbach: Neuer Kunstrasen für das Weschnitztalstadion

Das inzwischen 18 Jahre alte Kunstrasenfeld im Weschnitztalstadion soll saniert werden. Kosten belaufen sich auf 300.000 Euro. Wie der Verein die Kosten stemmen will.

Gerald Lohrer (links, Vorstand Finanzen) und der Zweite Vorsitzende Jürgen Möhler informieren über den Stand des Sanierungsvorhabens des Kunstrasenplatzes im Weschnitztalstadion. Foto: Fritz Kopetzky
Gerald Lohrer (links, Vorstand Finanzen) und der Zweite Vorsitzende Jürgen Möhler informieren über den Stand des Sanierungsvorhabens des Kunstrasenplatzes im Weschnitztalstadion.

Mörlenbach. Bei Kunstrasenplätzen geht man allgemein von einer Lebensdauer von 12 bis 15 Jahren aus. Das künstliche Grün auf dem zweiten Spielfeld im Mörlenbacher Stadion ist inzwischen schon 18 Jahre alt. Dass es bis heute noch genutzt werden kann, ist vor allem der guten Pflege durch den örtlichen Platzwart zu verdanken. Doch nach dieser langen Zeit und aufgrund der intensiven Nutzung vor allem durch die vielen Jugendmannschaften ist die Sanierung des Spielfelds nunmehr geboten, wie die Verantwortlichen des Sportvereins beziehungsweise der SV/BSC-Fußballabteilung in Abstimmung mit der Gemeinde beschlossen.

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Da auch noch weitere Neu- und Umgestaltungsmaßnahmen beim gesamten Stadiongelände ins Auge gefasst sind, haben der Verein und die Gemeinde eine Arbeitsgruppe gebildet. Darin wurde man sich schnell einig, dass die Renovierung des Kunstrasenplatzes zunächst einmal Priorität hat. Die Verantwortlichen um den Zweiten Vorsitzenden Jürgen Möhler und Gerald Lohrer als Vorstand Finanzen sind darauf hin in die Planung eingestiegen. Dabei informierten sie sich auch bei benachbarten Vereinen, die ihre Kunstrasenplätze ebenfalls saniert hatten, wie die beiden im Gespräch mit unserer Redaktion berichteten.

Unterbau wohl noch in Ordnung

Hier spielt auch die weitere Nutzung des Untergrunds eine Rolle, denn unter den Kunstrasenbahnen wurde vor 18 Jahren eine sogenannte Elastiktragschicht zur Dämpfung des Platzes aufgezogen, die umso mehr in Mitleidenschaft gezogen wird, je mehr die Oberschicht beschädigt ist. Und die Tragschicht ist noch in Ordnung, wie Möhler betont: „Wir haben einige Probebohrungen machen lassen, und die waren positiv“, unterstreicht er. Was bei anderen Vereinen nicht der Fall war und bei diesen zu erheblichen Kostensteigerungen geführt hat, wie er anfügt: „Wir hoffen, dass es keine negativen Überraschungen gibt, wenn der alte Kunstrasen abgetragen ist.“

Zunächst galt es für die Verantwortlichen, die Kosten zu ermitteln. Hier holte sich der Sportverein mit der Heppenheimer Firma P & T Sportplatzsysteme einen Spezialisten an Bord, der gerade erst mehrere Plätze in der Region erneuert hat. Der SV geht nun von Gesamtkosten in Höhe von 300.000 Euro aus – eine echte Hausnummer. Hier ist der Verein auf Unterstützung von vielen Seiten angewiesen, denn alleine lässt sich der sechsstellige Betrag nicht schultern, wie Finanzvorstand Lohrer deutlich machte.

So sind die Verantwortlichen froh, dass sich die Gemeinde als Eigentümer des Stadions bereit erklärt hat, 50 Prozent der Kosten, also 150.000 Euro, beizusteuern. Zudem hat der SV Zuschüsse von staatlicher Seite, also vom Land Hessen und vom Kreis Bergstraße, sowie von privater Seite wie der Dietmar-Hopp- oder der Entega-Stiftung Natur Pur beantragt. Weitere Mittel wurden über eine sogenannte Crowdfunding-Aktion bei der Volksbank Weschnitztal generiert. Dabei kam ein stattlicher Betrag von über 15.000 Euro zusammen. „Und das innerhalb von nur wenigen Tagen“, zeigte sich Lohrer von der Spendenbereitschaft angetan und dankte auch dem Geldinstitut für die wertvolle Unterstützung.

Den Restbetrag stemmen

Nun ist der Verein dabei, den Restbetrag auf die Beine zu stellen. Hier hoffen die Verantwortlichen auf die weitere Unterstützung durch die Mörlenbacher Geschäftswelt und natürlich durch Mitglieder und Freunde, besonders auch durch Spieler und Eltern der Nachwuchskicker. Deshalb hat der SV eine erneute Spendenaktion gestartet, bei der man Patenschaften für das neue Spielfeld erwerben kann. Für 100 Euro übernimmt man einen Quadratmeter des neuen Kunstrasenplatzes oder für einen entsprechenden höheren Betrag auch eine größere Fläche, die Eckpunkte des Feldes gibt es für 2.000 Euro, die Elfmeterpunkte für 3.000 Euro und den Anspielpunkt für 5.000 Euro. Alle Spender sollen dann auf einer großen Spendentafel aufgeführt werden, kündigte Lohrer an.

Im Gegensatz zum ersten Bau des Kunstrasenplatzes von 18 Jahren, bei dem die Helfer des Vereins das komplette Umfeld beziehungsweise den gepflasterten Bereich rund um das Spielfeld selbst anlegten, ist Eigenhilfe bei der Sanierung nicht möglich, da die Arbeiten durchweg von der Fachfirma ausgeführt werden müssen.

Der Zeitplan für die Erneuerung des Spielfelds steht inzwischen schon. So sollen die Arbeiten am 2. Juni mit dem Abtragen der alten Kunstrasenbahnen beginnen. Wenn das Wetter mitspielt, wie Lohrer erklärt, soll das neue Spielfeld am 20. Juni fertiggestellt sein. Das neue Kunstrasensystem „GreenFields Evolution Pro“ ist von der FIFA zertifiziert und entspricht den höchsten Ansprüchen, gerade auch in Sachen Nachhaltigkeit.

Das Spendenkonto: Empfänger ist der SV Mörlenbach e.V, IBAN: DE64 5095 1469 0455 55, Verwendungszweck: Spende Kunstrasen (hier soll der Name beziehungsweise gegebenenfalls die Firma aufgeführt werden).