Fürth-Fahrenbach

Vorstand der Eintracht wirft hin: Steht der Verein jetzt vor der Auflösung?

Das „Worst Case“- Szenario ist eingetreten: Der Fahrenbacher Gesangverein steht ohne Vorstand da. Wie es jetzt weitergeht und ob das 125-jährige Jubiläum gefeiert werden kann.

Der gesamte Vorstand um den ersten Vorsitzenden Martin Steinmann (Vierter von links) ist zurückgetreten. Dem GV Eintracht Fahrenbach droht die Vereinsauflösung. Unser Bild entstand bei den Neuwahlen vor zwei Jahren. Foto: Philipp Reimer
Der gesamte Vorstand um den ersten Vorsitzenden Martin Steinmann (Vierter von links) ist zurückgetreten. Dem GV Eintracht Fahrenbach droht die Vereinsauflösung. Unser Bild entstand bei den Neuwahlen vor zwei Jahren.

Im nächsten Jahr würde der GV Eintracht 1900 Fahrenbach in Fürth sein 125-jähriges Bestehen begehen. Doch, ob bald schon für die Feierlichkeiten geplant werden darf, ist mehr als fraglich. Der Grund: Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung trat der gesamte Vorstand zurück. Sowohl Vorsitzender Martin Steinmann als auch der Zweite Vorsitzende Siegfried Bauer warfen hin. Steffen Arnold (Rechner), Volker Bitsch (Schriftführer), Rosemarie Bauer (Frauenchor-Beauftragte), Michael Wüst, Siegfried Marx (beide Vergnügungswarte), Herbert Picker und Heinrich Braun (beide Pressewarte) streckten ebenso die Segel.

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Die allerletzte Chance

Bis zur außerordentlichen Versammlung am 15. Juni in der SV-Halle müssen jetzt alle kommissarisch noch im Amt bleiben – so will es die Vereinssatzung. Wenn sich dann kein Vorstand findet, steht der Verein endgültig vor der Auflösung. „Dann gibt es noch eine letzte Sitzung, praktisch die allerletzte Chance“, sagt Martin Steinmann auf OZ-Nachfrage. Steinmann, seit sechs Jahren im Amt, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Es tut mir wirklich sehr leid. Ich hätte mir hier wirklich eine andere Lösung gewünscht.“ Seit Wochen sei den Mitgliedern klar gewesen, „dass es zu dieser Situation kommen kann.“ Das „Worst Case“- Szenario ist jetzt eingetreten. Finden sich also dauerhaft keine neuen Vorstandsmitglieder, bleibt nur die Auflösung des Vereins. Soweit erforderlich, kann dann als Liquidator ein Notvorstand durch das Amtsgericht bestellt werden. Singstunden und Auftritte würden dann endgültig der Vergangenheit angehören.

Der Verein, der aktuell noch bei einer Gesamtmitgliederzahl von 203 nur 79 aktive Mitglieder hat – davon 32 im Kinderchor – und beim Männerchor eine Chorgemeinschaft mit dem GV Frohsinn Lörzenbach bildet, ist aus dem Gemeindeleben eigentlich gar nicht mehr wegzudenken. Bei Festivitäten, Jubiläen, Umzügen und Festabenden sind die Sänger und Sängerinnen gern gesehene Gäste. Außerdem tragen sie als Sympathieträger den Namen des Fürther Ortsteils seit nun bald 125 Jahren immer wieder über die Region hinaus.

Mögliche Nachfolger

Dass die beiden Vorsitzenden sich vielleicht doch noch einen Ruck geben, hält Steinmann für sehr unwahrscheinlich. Private Gründe zwangen ihn schließlich zu diesem Schritt. Und sein Mitstreiter hatte den Verein vor sechs Jahren bereits durch sein „Ja“ zur Mitarbeit vor Schlimmerem bewahrt. Mögliche Nachfolger sieht Steinmann aktuell auch nicht. „Alle haben irgendwo ihre Wehwehchen und ein gewisses Alter erreicht, in dem das Ehrenamt nicht mehr so leicht auszuführen ist.“

Von einer möglichen Auflösung des Vereins wäre auch der GV Frohsinn Lörzenbach betroffen, bei dem sich Steinmann in der Jahreshauptversammlung ausdrücklich für das harmonische Miteinander bedankt hatte. Die Chorgemeinschaft stünde dann ebenso vor dem Aus. Die kräftigen Männerstimmen aus Fahrenbach würde man bei den Auftritten bitterlich vermissen.