Heimat erleben

Wald-Michelbach: Kinder erleben Heimatgeschichte im „Alten Haus in Schimmeldewog“

Die Projektgruppe „Altes Haus in Schimmeldewog“ zeigt, dass sich auch die Jüngsten für Heimat und Brauchtum interessieren. Wie in Unter-Schönmattenwag Kinder fürs Gestern begeistert werden.

Eine Gruppe Kinder erkundete mit der Projektgruppe vom „Alten Haus in Schimmeldewog“ das Thema Herbst bei einem gemeinsamen Nachmittag rund um die Jahreszeit. Die Eindrücke dieses Austauschs wurden filmisch festgehalten Foto: Aktionsgruppe
Eine Gruppe Kinder erkundete mit der Projektgruppe vom „Alten Haus in Schimmeldewog“ das Thema Herbst bei einem gemeinsamen Nachmittag rund um die Jahreszeit. Die Eindrücke dieses Austauschs wurden filmisch festgehalten

Wald-Michelbach. Dass sich Kinder und Jugendliche für Tradition und Heimatgeschichte nur schwer interessieren lassen, muss nicht stimmen. Das betonen Gabriele Forrester und Susi Gerl, die Leiterinnen des Projekts rund um das „Alte Haus in Schimmeldewog“. Und bei den letzten Aktionstagen haben es Gäste im Alter von fünf bis elf Jahren wieder eindrücklich bewiesen. Diese fanden im Herbst statt und die Aktion ist seit Kurzem im Rahmen der Reihe „Das Alte Haus in Schimmeldewog“ auf dem Youtube-Kanal von Gabriele Forrester zu sehen. Die Veröffentlichung des halbstündigen Videos unter dem Titel „Herbst in Schimmeldewog“ bildet den Abschluss der Aktivitäten der Projektgruppe für das Jahr 2025.

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Thema Herbst im Zentrum

Thema des Aktionstags war „Herbst/Erntezeit“. Die sieben Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren sammelten bunte Blätter, lösten Rätsel zu alten Gerätschaften oder waren neugierig, wie die alte Apfelpresse funktionierte, berichtet Forrester. Auch hörten sie vom unheimlichen „Noochtkrabb“, mit dem man den Kindern früher Angst machte, und lernten beim „Herbstlied für Schimmeldewog“ in Odenwälder Mundart eine ganze Reihe von Dialektausdrücken kennen. Manche der älteren Kinder übten auch selbst ein Lied oder ein Herbstgedicht ein; die jüngeren schnitten Äpfel quer auf, um zu entdecken, wie die kleinen braunen Kerne in ihren Kämmerchen liegen – genauso wie in einem alten Kinderlied beschrieben.

Die Bild- und Tonaufnahmen, die bei diesen Mitmachaktionen entstanden, hat das Projektteam mit Naturbildern verbunden. Filmisch wird eingefangen, wie sich die Bäume ums Alte Haus bei sonnigem, trübem oder regnerischem Wetter während der Herbstmonate verändern, bis sie schließlich ohne Blätter als winterliche Silhouetten im Nebel zu sehen sind. Im Wechsel zwischen Außen- und Innenaufnahmen gibt der Film ein Stimmungsbild des herbstlichen Odenwalddorfs wieder.

Auch die Atmosphäre in der historischen Gaststube wird gezeigt, wo nicht nur die älteren Gäste, sondern auch die Kinder zusammenkommen. Manchmal sitzen auch ihre Eltern im Winter bei Liedern und Songs mit Gitarrenbegleitung beieinander. So soll der generationenverbindende Ansatz erkennbar werden, der bei allen Aktionen des heimatgeschichtlichen Projekts rund um das Alte Haus in Schimmeldewog zentrales Anliegen ist, erklären die Verantwortlichen weiter.

Der Film endet mit einem Rückblick auf zwei spielende Kinder in der Herbstsonne und dem Lied von Gabriele Forrester namens „Wo ist das Glück, das Daheim für unsere Sehnsucht?“. Wie das Filmteam erklärt, soll das Sammeln der Blätter als Gleichnis für die Botschaft des Films stehen: „Man kann Momente, Erfahrungen und Erinnerungen sammeln wie die Kinder die Herbstblätter.“ Die Filmemacherinnen meinen, das Video sei gut dazu geeignet, bei den Älteren Erinnerungen an früher und an die eigene Kindheit wachzurufen und zum Erzählen anzuregen. Dadurch könnte dann wiederum Kindern und jüngeren Menschen Interesse an alten Traditionen und an Heimatgeschichte vermittelt werden.