Weinheim

Warum Oskar Bischoff ein öffentliches Bücherregal gespendet hat

Dank Oskar Bischoff steht nun ein öffentliches Bücherregal vor der Verwaltungsstelle in Rippenweier. Warum das Projekt für den 95-Jährigen eine Herzensangelegenheit ist?

Oskar Bischoff steht sichtlich zufrieden vor dem neuen Bücherregal. Foto: Marco Schilling
Oskar Bischoff steht sichtlich zufrieden vor dem neuen Bücherregal.

Vor einigen Jahren wurde im Weinheimer Odenwald-Ortsteil Rippenweier schon einmal ein Bücherregal für die Allgemeinheit aufgestellt. Das war jedoch nicht nur voll - es stand auch im Inneren der Verwaltung. Bedeutet: Man konnte nur zu den Öffnungszeiten an das Regal und sich ein Buch ausleihen oder zurückbringen. Das wollte Oskar Bischoff (95) ändern und damit auch etwas für die Allgemeinheit tun. "Ich wollte mich der Gemeinde dankbar zeigen", erklärt er.

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Dank an die Gemeinde

Denn der gebürtige Mannheimer lebt gerne in Rippenweier. Vor mehr als 50 Jahren zog er in den Odenwald-Ortsteil und macht ihn zu seiner Wahlheimat. Zwar sah der Ort damals noch ganz anders aus, aber einige Häuser stehen noch heute an Ort und Stelle. In die altbekannten Gebäude sind wieder neue Nachbarn eingezogen, doch für Bischoff ist das kein Problem. Er hat sie bereits kennengelernt.

So schwelgt der Senior beim Pressetermin mit WNOZ zusammen mit Anja Blänsdorf, der ehemaligen Ortsvorsteherin von Rippenweier, in Erinnerungen. Nicht nur über die Veränderung des Ortes, sondern auch über die Entstehung des neuen Bücherregals.

Stiftungsschild an dem Regal als Dank für Oskar Bischoff. Foto: Melissa Richter
Stiftungsschild an dem Regal als Dank für Oskar Bischoff.

Bücher lesen als Leidenschaft

"Ich habe einen Platz für meine Bücher gesucht", so Bischoff. Denn etwas bedrückte ihn: Bei einigen verstorbenen Bekannten hatte er miterlebt, wie die Wohnungen ausgeräumt wurden und eben auch viele Dinge weggeworfen wurden.

Diesem Schicksal will er seine Bücher nicht überlassen. "Ich begreife nicht, wie jemand ein Buch wegwerfen kann", sagt er. Deshalb hat er sich an Anja Blänsdorf gewandt und seinen Wunsch, ein neues und im wahrsten Sinn des Wortes "öffentliches" Bücherregal zu stiften, gegenüber der damaligen Ortsvorsteherin geäußert. Diese war sofort Feuer und Flamme.

Anja Blänsdorf und Oskar Bischoff (von links) vor dem neuen Herzensprojekt. Foto: Marco Schilling
Anja Blänsdorf und Oskar Bischoff (von links) vor dem neuen Herzensprojekt.

Seit August in Benutzung

Das neue Bücherregal kann seit August genutzt werden. Es ersetzt damit das alte Regal in der Verwaltung und ist rund um die Uhr verfügbar. Der Bewegungsmelder für ein angebrachtes Licht macht einen Besuch in der Dunkelheit ebenfalls möglich.

Schon jetzt ist das Regal gut gefüllt und die unterschiedlichsten Genres stehen nebeneinander. Auch nach der Verwirklichung seines Projekts kommt Bischoff manchmal an dem Regal vorbei. Er interessiert sich für den Austausch, will wissen, welche Bücher kommen und welche gehen. Es ist jedes Mal wie eine Überraschung: Man findet vielleicht nicht das Buch, was man sucht. Aber dafür entdeckt man ein anderes, welches sonst gar nicht zur Auswahl stand.

Viele verschiedene Bücher stehen schon nebeneinander. Foto: Melissa Richter
Viele verschiedene Bücher stehen schon nebeneinander.

Regeln des Bücherregals

Wenn man sich ein Buch ausleihen möchte, gibt es drei goldene Regeln, an die man sich halten muss:

  • Bücher darf man mitnehmen oder auch nur ausleihen.
  • Bitte nicht das allerletzte Buch vom Regal nehmen.
  • Wenn das Regal voll ist, bitte nichts mehr reinstellen.

Doch über den zweiten Punkt muss Bischoff selbst lachen: "Das wird, glaube ich, nicht passieren." Denn er selbst hat noch genug Bücher zu Hause, um das Regal aufzufüllen.