Ausstellung in Weinheimer Volksbank - Freude der Schülerinnen am fantasievollen Gestalten ist spürbar
Heimatmotive und Fantasiewelten: Der Kunstleistungskurs des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums zeigt in der Galerie der Volksbank Bilder, Architekturmodelle - und vor allem: Talent.
Weinheim. Sollte mal wieder in Weinheim für ein Bauprojekt ein Architektenwettbewerb ausgerufen werden, hätten acht Schülerinnen des Leistungskurses Bildende Kunst des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums ein paar Vorschläge. Das Modell von Luise Freiburg wäre mit seinem Dach in Form eines Gitarrenkörpers prädestiniert für ein Musikschulgebäude, und „Die perfekte Welle“ von Lilly Binz lässt an einen architektonisch schwungvoll gestalteten Wellnesstempel oder Fitnesspark denken. Beim Betrachten der Gebäudemodelle ist in der Galerie der Volksbank Kurpfalz die Freude der angehenden Abiturientinnen am fantasievollen Gestalten mit Schere, Pappe und Kleber spürbar. Darüber hinaus zieren unter dem Motto „Landschaften“ Zeichnungen, Aquarelle und Acrylmalerei die am Dienstagabend eröffnete Kunstschau.
Zurecht ziert der malerische Ausflug von Paula D‘Alessandro nach Süditalien mit einer stilistisch glänzend umgesetzten Abbildung von Häuserfassaden der Gemeinde Viggiano und dem Spiel von Licht und Schatten die Einladungskarte der Ausstellung. Marla Kramer stellte sich der komplexen Aufgabe, mit Hell- und Dunkeleffekten zu arbeiten, in einer Nachtszene mit dem Titel „Roadtrip“. Offen bleibt die Frage von Claudia Geiser, wo denn das Stillleben endet und die Landschaft beginnt? Die Leiterin des Leistungskurses Bildende Kunst lobte ebenso wie die kommissarische Leiterin des Bonhoeffer-Gymnasiums, Andrea Volz, und der Sprecher des Vorstands des Volksbank Kurpfalz, Carsten Müller, das Engagement der Schülerinnen.
London, Paris, Weinheim
Mit einem Blick aufs Meer lässt Paulina Schilling den Betrachter in ihrem Bild „Abendessen bei Sonnenuntergang“ von Urlauben träumen, Lilly Binz malte sich in die Bäckerei Ladurée nach Paris und Lotte Scheuermann gestattet einen „Ausblick in London“. In ihren meist realistischen Darstellungen zieht es die Kunstschülerinnen nicht nur in die Ferne. Auch die Heimat hat bekanntlich interessante Motive zu bieten, die bei einem Besuch des Leistungskurses im Hermannshof bildlich eingefangen und mit Aquarellfarben umgesetzt wurden. Marla Kramer hatte es beispielsweise eine Bank im Grünen angetan, deren Form unweigerlich an den Schau- und Sichtungsgarten erinnert. Paula D’Allesandro zeigt in einem Aquarell von der Peterskirche, dass sie auch in Weinheim Fassaden erstrahlen lassen kann.
Landschaften wurden von den Schülerinnen auch auf der Oberfläche von Walnüssen und Erdnüssen erkannt. Die Nuss wurde zeichnerisch von allen Schülerinnen „geknackt“ und in Kombination mit Gegenständen von metallischen Anmutungen zu Stillleben kombiniert. Emelie Ruck entschied sich, wie viele andere Zeichnerinnen, für Schmuck als Beigaben. Svea Fritz entschied sich in ihrer Zeichnung „Aufgegabelt“ für die kleine Forke aus dem Besteckkasten.
Abiturprüfungen stehen an
In ein paar Wochen werden die Schülerinnen, die sich während der Unterrichtsstunden auch mit Malern wie Paul Cezanne und Caspar David Friedrich oder dem Architekturtheoretiker Le Corbusier beschäftigten, ihre Abiturprüfungen ablegen. Bei der Vernissage ihrer Ausstellung führten sie in kurzen Wortbeiträgen charmant, selbstbewusst und informativ in ihre Arbeiten ein. Die Bonhoeffer-Schülerinnen Nina Reidel und Marina Stahl bereicherten die Eröffnung vor zahlreichen Besuchern an Klavier und Flöte musikalisch.