BRN verspricht Wiedergutmachung für Panne beim Weinheimer Kerwebus
Es war der Wermutstropfen einer ansonsten gelungenen Kerwe: Insgesamt 13 Fahrten des von der Stadt Weinheim bei der BRN gebuchten Kerwebusses fielen aus. Jetzt hat sich das Busunternehmen entschuldigt und zeigt sich darüber hinaus kulant.
Weinheim. Die Aufarbeitung der Panne mit den ausgefallenen Kerwebussen hat einige Tage gedauert. Doch jetzt konnte bei einem Treffen der Stadt Weinheim mit Vertretern des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) und der Firma Busverkehr Rhein-Neckar (BRN), einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, die Ursachenforschung abgeschlossen werden. Und nicht nur das: Die BRN hat sich bei den betroffenen Fahrgästen sowie bei der Stadt entschuldigt und Wiedergutmachung versprochen.
Denn allen Beteiligten war bewusst, dass die Kerwebusse ein wichtiges Angebot sind, damit Menschen gar nicht erst in Versuchung geraten, sich betrunken ans Steuer zu setzen. Aber auch für junge Menschen ohne Führerschein aus den umliegenden Ortsteilen ist es (abgesehen vom „Taxi Mama/Papa“) die einzige Möglichkeit, sicher nach Hause zu kommen.
BRN räumt Planungsfehler ein
Wie die Stadt Weinheim auf WNOZ-Nachfrage am Freitag mitteilte, habe der BRN einen „individuellen Bearbeitungs- und Dispositionsfehler in der Planungsabteilung“ als Ursache für die ausgefallenen Fahrten eingeräumt und sich dafür ausdrücklich entschuldigt. Insgesamt seien, so das Ergebnis der BRN-internen Recherche, 13 Kerwebusfahrten in der Nacht von Freitag auf Samstag ausgefallen. Davon entfielen zwei Fahrten auf die Linie 631 zwischen Weinheim Hauptbahnhof, Stadion und Dresdener Straße. Weitere elf Fahrten betrafen die Linien 632/632 A im Spät- und Nachtverkehr zwischen Ritschweier, Lützelsachsen, Hohensachsen und Weinheim Hauptbahnhof.
Am Wochenende niemand zu erreichen
Als Weinheims Oberbürgermeister Michael Möslang davon am Samstagmorgen erfuhr und im Laufe des Tages kein Verantwortlicher beim BRN zu erreichen war, organisierte der OB vorsorglich ein Großraumtaxi, das zumindest am Samstagabend die Südroute nach Hohen- und Lützelsachsen sicherstellen sollte. Insgesamt 1.500 Euro musste die Stadt dafür aufwenden. Außerdem veröffentlichte die Stadt über ihre Social-Media-Kanäle am Sonntag den Hinweis auf mögliche Probleme mit dem Kerwebus nach Süden. Am Montag folgte dann die Mitteilung, dass man zwischenzeitlich den BRN erreicht habe und am Kerwemontag der Kerwebus planmäßig fahren würde. Tatsächlich, so der städtische Pressesprecher Roland Kern, seien laut BRN bereits ab Samstag alle Kerwebusse wieder regulär gefahren.
Taxiquittung bei BRN einreichen
In einer Mitteilung des Busunternehmens heißt es wörtlich: „Der BRN möchte sich bei seinen Fahrgästen für die entstandenen Fahrtausfälle und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten entschuldigen. Als kleine Wiedergutmachung bietet der BRN daher an den Adventssamstagen im November und Dezember 2026 einen kostenlosen Busverkehr in Weinheim an.“ Neben dieser Geste, die allen Weinheimern zugutekommt und den städtischen Haushalt ein klein wenig entlastet, werde der BRN auch die Kosten der Stadt für das Großraumtaxi in voller Höhe übernehmen. Gleiches gelte für Privatpersonen, die in der Nacht von Freitag auf Samstag vom Ausfall der Kerwerbusse betroffen waren. „Der Busverkehr Rhein-Neckar übernimmt die Kosten für Taxifahrten und Großraumtaxis in voller Höhe, sofern die entsprechende Taxiquittung vorgelegt wird“, gibt die Stadt Weinheim das Versprechen des Busunternehmens wieder. Der BRN-Kundendialog ist laut VRN-Website zu erreichen unter Telefon 06281/51152 oder per E-Mail (rheinneckarbus@deutschebahn.com).
Aus der Panne will der BRN auch Lehren ziehen, um sie künftig zu vermeiden: Man werde die Planungsverantwortung klar für die einzelnen Städte und Gemeinden festlegen. Es müsse eindeutig geregelt sein, wer für die Einplanung und Kontrolle der Fahrten verantwortlich ist. Darüber hinaus werde der BRN mit einem Vorlauf von drei Monaten diese Sonderfahrten planen. Die verbindliche Vorplanung mit festen Fristen reduziere Fehler und Engpässe. Für die Vertreter der Stadt ist das Thema damit erledigt. „Das war ein sehr gutes Gespräch mit einer ehrlichen Entschuldigung, die wir selbstverständlich akzeptieren“, erklärte Sven-Patrick Marx, der Leiter des Weinheimer Amtes für Stadtentwicklung, zu dem die Verkehrsplanung gehört.