Diese 4 Männer haben die heißesten Jobs des Sommers
Stell dir vor, es hat draußen 33 Grad - und du deckst Dächer in der prallen Sonne. WNOZ stellt tapfere Männer vor, die der Hitze im Job die kalte Schulter zeigen.
33 Grad und es wird noch heißer! Während viele gerade in klimatisierten Büros am Computer sitzen, müssen andere im Freien ran. Schwitzen für den Chef und die Kunden. WNOZ hat vier Männer besucht, die bei der aktuellen Sommerhitze einen wirklich "schweißtreibenden" Job haben.
1. Asphaltierer Özkan Eravci
Die Außentemperatur beträgt 30 Grad, der Asphalt, mit dem Özkan Eravci arbeitet, ist noch mal um 150 Grad heißer. Doch die hohen Temperaturen machen dem jungen Mann nichts aus. Der 31-Jährige arbeitet zum Zeitpunkt des Interviews gerade im Auftrag des Bauunternehmens Michael Gärtner auf der Landesstraße L 3099 zwischen der B 38 in Fürth und dem Ortsteil Ellenbach.
"Ich liebe die Hitze"
„Ich liebe die Hitze, für mich kann es gar nicht heiß genug sein“, sagt er. „Im Winter hat man außerdem immer warme Füße“, fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.
Eravci hat Freude an seiner täglichen Arbeit – vor allem wegen der Kollegen. „Wir sind ein eingespieltes Team, jeder hat seine Aufgabe, sodass alles auf der Baustelle klappt“, sagt er. „Wie eine Familie sind wir alle füreinander da.“ Nicht umsonst beschreibt der 31-Jährige seinen Job in drei Worten als „familiär, koordiniert und präzise“.
Doch sein Beruf birgt auch viele Gefahren. Straßenbauer atmen beim Einbau von Asphalt Dämpfe und Aerosole aus heißem Bitumen ein. Im kommenden Jahr steht allerdings eine positive Reform an: Die Temperatur von Asphalt wird um etwa 40 Grad gesenkt, um die Umweltauswirkungen zu reduzieren und die Mitarbeiter auf der Baustelle zu entlasten.
Gegen die ständige Sonneneinstrahlung erhalten die Handwerker von der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) Taschen mit Sonnenbrillen und -creme. Alle zwei Jahre lassen sich alle Mitarbeiter zusätzlich gesundheitlich durchchecken.
2. Zimmermann Florian Steiner
Für Florian Steiner geht es in fast jeder Wetterlage hoch hinaus. Der gelernte Zimmermann arbeitet bei der Firma Plaha, die sich auf Holzbau und Bedachungen spezialisiert. Die Weinheimer Nachrichten haben Steiner bei seiner Arbeit besucht, als er gerade werkelt auf dem Dach der DiesbachMedien werkelt. „Anstrengend, aber abwechslungsreich“, beschreibt der 32-Jährige seinen Beruf in drei Worten. Jede Baustelle sei anders, doch im Sommer haben sie alle eins gemeinsam: die Hitze.
Lieblings-Arbeitsplatz: Steildächer
„Vor allem Dachsanierungen, bei denen wir alte Glaswolle austauschen, sind bei warmen Temperaturen unangenehm – dort entsteht viel Staub, der sich dann auf der verschwitzen Haut absetzt“, erzählt Steiner. Am liebsten arbeite er an Steildächern. Mit Strohhut und vielen Trinkpausen im Schatten versuchen er und seine Kollegen, der erbarmungslosen Sonne zu trotzen. Trotzdem lautet sein Motto: „Einfach machen, denn das gehört zu dem Job dazu.“ Nach einem anspruchsvollen Arbeitstag auf den Dächern belohnt er sich am liebsten mit einer kalten Cola.
3. Miramar-Saunameister Ulli Wieland
Im Winter in die mollig warme Sauna? Kann man machen, aber im Sommer hat die Sauna ebenfalls Saison. Ulli Wieland, Saunameister im Freizeitbad Miramar in Weinheim, weiß, dass in den Sommermonaten sogar mehr Besucher als im Winter kommen. Von der Hitze in die Hitze – das ist sein Job. Wichtig ist ihm, ein Wohlfühlambiente für die Gäste zu schaffen, damit sie entspannen können und Bad und Sauna gut gelaunt verlassen. Dazu tragen auch ätherische Öle bei, die je nach Jahreszeit variieren. Im Sommer werden die heißen Steine eher mit frischen Düften wie Salbei, Ingwer und Zitrusfrüchte beträufelt. Im Winter dagegen tendiert die Note eher in Richtung holzig.
4. AVR-Betriebsleiter Fatih Bolat
Egal ob Hygieneartikel, alte Badewannen, Zwiebelschalen oder der kaputte Fernseher, im Nordbereich des Rhein-Neckar-Kreises landen alle Abfälle auf eine der fünf AVR-Anlagen. Allein am Standort in Hirschberg werden pro Jahr um die 60 000 Tonnen Müll umgeschlagen. Neben der Menge, die die Abfalltransportfahrzeuge einfahren, besuchen um die 300 Kunden täglich die Anlage, um ihren Hausrat zu entsorgen.
Obwohl im Sommer weniger Menschen auf die Anlage kommen, ist die erbarmungslose Sonneneinstrahlung eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeiter der Hischberger AVR-Anlage. „Für die Abfallkontrolleure ist es bei der Hitze besonders anstrengend“, sagt Fatih Bolat.
Bei einem Besuch der Weinheimer Nachrichten auf dem Gelände erzählt der Betriebsleiter, was seinen Beruf ausmacht. Seit 2016 ist der bei der Hirschberger AVR-Anlage angestellt – zunächst als kaufmännischer Mitarbeiter. Insgesamt sechs Leute arbeiten auf dem Gelände. „80 Prozent der Beschäftigten arbeiten hier in Wechseltätigkeit. Das heißt, sie arbeiten in jedem Bereich auf der Hirschberger Anlage sowie an anderen Standorten in der Region“, erklärt der Bolat. Genau das sei es auch, was ihm am meisten Spaß macht.
„Ich mag es, dass ich hier nicht nur im Büro sitze, sondern meine Kollegen bei allen Aufgaben unterstützen kann“, fügt der 40-Jährige hinzu. „Teamwork ist bei uns auf der Anlage sehr wichtig!“
Die meiste Arbeit verrichten Bolat und seine Mitarbeiter an der frischen Luft. Dort sind sie allerdings das ganze Jahr den Wetterbedingungen ausgesetzt. Im Sommer ergänzen Hüte, Sonnenbrillen und Strohhüte die orange Uniform der Mitarbeiter. „Wir haben auch besondere Hosen mit Belüftungsschlitzen an“, sagt Bolat. Auch für die anderen Jahreszeiten gibt es ein Arbeitsoutfit. „Im Winter haben wir spezielle Schuhe und warme Oberteile an – im Herbst arbeiten wir mit etwas dünneren Jacken“, erzählt der Betriebsleiter.
Neben den Temperaturen ist aber auch der Verkehr auf der Anlage ein Hindernis für die Mitarbeiter. Neben den verschiedenen Arbeitsfahrzeugen fahren auch die Kunden über das Gelände der kleinen Anlage. Dort befinden sich auch eine Menge Grünflächen, die Pflegepotenzial habe. „Im Sommer fallen die Mäharbeiten für uns an. Bei großer Hitze ist das sehr fordern für uns“, erzählt Bolat.
Nicht mit Flip-Flops auf die Anlage
Und Bolat hat noch einen wichtigen Hinweis für Kunden des Wertstoffhofs: „Bitte tragt festes Schuhwerk, auch wenn das heiße Wetter zum Flip-Flop-Tragen inspiriert!“ Eine Person sei sogar mal barfuß zum Entsorgen seines Mülls erschienen.