Frei nach den Brüdern Grimm: Drei Weinheimer Mundart-Märchen zum Hören
Zur Weihnachtszeit liest Markus Weber für WNOZ aus seinem Buch "Weinheimer Märchen frei nach den Brüdern Grimm". Vertraute Geschichten neu verortet zwischen Altstadt, Hauptstraße und Exotenwald in Woinemer Dialekt.
Weinheim. Wenn Weihnachten näher rückt, haben auch Märchen ihren festen Platz. Exklusiv für WNOZ liest Markus Weber drei seiner Geschichten aus seinem Buch "Weinheimer Märchen frei nach den Gebrüdern Grimm" vor, in denen er die Schauplätze bekannter Märchen in die Zweiburgenstadt verlegt. Schneeweißchen und Rosenrot, Sterntaler und Frau Holle spielen nun zwischen Hauptstraße, Altstadt und Exotenwald. So verbinden sich bekannte Märchenmotive mit lokaler Geschichte – erzählt in Weinheimer Mundart verpackt als besondere Hörmomente für die Weihnachtszeit.
"Die Woinemer Schderndaler"
Wenn man in Weinheim die Hauptstraße entlanggeht, dann geht gleich hinter der evangelischen Stadtkirche eine steile Treppe hinunter in die Altstadt. Das ist die Höllenstaffel. Dort wo jedes Jahr zur Kerwe die Kerwerutsche aufgebaut wird. Dort ist ein gemauerter Torbogen mit einem kleinen Zimmerchen oben drin. Da hat über viele Jahre ein kleines, armes Mädchen gewohnt - ganz alleine. Viel hatte das kleine Mädchen nicht, aber gegeben hat es gerne. Markus Weber liest "Die Woinemer Scherndaler".
Weitere Weinheimer Märchen, gelesen von Markus Weber
„Die Gud alt Fraa mim Plümo“ (Frau Holle)
Was ist überhaupt ein "Plümo"? Das weiß in Weinheim kaum noch einer. Die Älteren werden sich vielleicht noch erinnern, dass die Oma so etwas hatte. Das Wort kommt aus dem französischen "la plume" - die Feder. Und das Plümo, ist das Federbett – so ein dickes, prall gefülltes Federbett, in dem man nahezu komplett eingesunken ist.
Das Woinemer Plümo ist allerdings kein normales Plümo. Warum das so ist, hören wir in der Geschichte von der "Gud alt Fraa mim Plümo" – frei nach den Gebrüdern Grimm.
„Des Schneeweißsche un’s Roserout“
Tief im Weiler Nächstenbach im Waldidyll hoch über Weinheim ist ein magischer Ort. Dem Wanderweg eins folgend ganz versteckt im Wald steht ein uraltes Fachwerkhaus. Die Fensterläden und die Tür sind natürlich verschlossen, denn dort wohnt seit langer Zeit niemand mehr. Außerdem befindet sich dort oben der Hirschkopfturm, von dem aus man über ganz Weinheim blicken kann. Unterhalb des Turmes ist eine Bank, neben der ein Granitfels steht, auf dem sich ein versteinertes Brot und zwei versteinerte Wasserweck befinden. Wer glaubt, dass das alles da oben rein zufällig so nah beieinander liegt, ist falsch gewickelt. Wie das alles miteinander zusammenhängt, erzählt Markus Weber in seinem Woinemer Märchen „Des Schneeweißsche un’s Roserout“.