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Neue „Photovoltaik“-Fläche für den Gewerbepark Hirschberg - Architekt stellt Plan vor

Bäckerei, Hotel, neues Energiekonzept: Nächste Woche soll der Entwurf des Bebauungsplans „Gewerbepark Hirschberg Süd, 2“ verabschiedet werden. Was sich an den ursprünglichen Plänen geändert hat.

Eine 4,7 Hektar große Photovoltaik-Anlage soll die Erweiterungsflächen des Gewerbeparks mit Strom versorgen. (Symbolbild) Foto: Adobe Stock
Eine 4,7 Hektar große Photovoltaik-Anlage soll die Erweiterungsflächen des Gewerbeparks mit Strom versorgen. (Symbolbild)

Hirschberg. Ursprünglich sollten für die Erweiterungsfläche des Gewerbeparks in diesem Jahr die Bagger rollen. Daraus wurde nun nichts. Seit der offiziellen Vorstellung im Juni 2023 und der Verabschiedung des ersten Entwurfs hat sich hinter den Kulissen jedoch einiges getan: Am Dienstag, 28. Januar, stellt Architekt Dietmar Glup vom Büro Sternemann und Glup aus Sinsheim den Entwurf des Bebauungsplans vor. Hierzu hatten die Träger öffentlicher Belange ihre Stellungnahmen eingereicht.

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Neues Energiekonzept

Wie bereits mehrfach berichtet, soll der bestehende Gewerbepark Hirschberg um zehn Hektar in Richtung Süden erweitert werden. Eine knappe Mehrheit hatte sich beim Bürgerentscheid im Jahr 2021 dafür ausgesprochen. Daraufhin startete die Planungsarbeit.

Im Vergleich zu den im Juni 2023 vorgelegten Entwürfen gibt es zwei gravierende Unterschiede. Da ist zunächst die Versorgung des Plangebiets mit Strom, Wärme und Kälte. Hier setzen die Planer auf das Versorgungskonzept mit Quellwärme durch Grundwasser. Im Zuge der Planungen wurden verschiedene Möglichkeiten auf ihre technische Machbarkeit und wirtschaftliche Durchsetzbarkeit geprüft. Die Untersuchungen und Überlegungen führten dazu, dass für die Wärmeversorgung im Plangebiet individuelle, dezentrale Lösungen, unter Verwendung des auf den Dächern beziehungsweise auf der unmittelbar im Umfeld geplanten Photovoltaikanlage erzeugten Stroms, zu bevorzugen sind.

Das städtebauliche Konzept für die Erweiterungsfläche des Gewerbeparks sieht die Erschließung über eine Straße parallel zur Autobahn hin vor. Das Kernstück bildet die Quartiersmitte mit Nahversorger, Hotel oder Garagen. Baumalleen sowie ausreichend Grün sind ebenfalls vorgesehen. Die Flächen für die neuen Unternehmen liegen zwischen 1500 und 15.000 Quadratmetern. Neu am Entwurf ist die Sonderbaufläche für eine "Photvoltaik-Freianlage" zur Energieversorgung. Foto: Sternemann und Gulp, freie Architekten aus Sinsheim
Das städtebauliche Konzept für die Erweiterungsfläche des Gewerbeparks sieht die Erschließung über eine Straße parallel zur Autobahn hin vor. Das Kernstück bildet die Quartiersmitte mit Nahversorger, Hotel oder Garagen. Baumalleen sowie ausreichend Grün sind ebenfalls vorgesehen. Die Flächen für die neuen Unternehmen liegen zwischen 1500 und 15.000 Quadratmetern. Neu am Entwurf ist die Sonderbaufläche für eine "Photvoltaik-Freianlage" zur Energieversorgung.

Für die Versorgung mit Strom wird daher unmittelbar an die Erweiterungsfläche des Gewerbeparks eine 4,7 Hektar große Photovoltaik-Freianlage errichtet. Dies wird mit der Sonderbaufläche „Photovoltaik“ ein fester Bestandteil des Bebauungsplans sein. Die Fläche liegt getreu den Vorgaben des Baugesetzbuches 200 Meter von der Bahntrasse „Heidelberg–Frankfurt“ entfernt.

Neben den zehn Hektar für gewerbliche Baufläche (8,7 Hektar), öffentliche Verkehrsfläche (1,3 Hektar) und öffentliche Grünfläche (1,4 Hektar) kommen weitere Flächen hinzu. Zur Sicherung der Kompensationsmaßnahmen für die Umwelteingriffe sind knapp 3,5 Hektar eingeplant. Die Sonderfläche für Photovoltaik beträgt wie oben erwähnt 4,7 Hektar, und die Verkehrsfläche für den Fuß-/Radweg beträgt 0,1 Hektar. Alles in allem besitzt die Gesamtfläche des Geltungsbereichs des Bebauungsplans knapp 19,7 Hektar. Wie berichtet, gab es mit dem Eigentümer des Stichwegs (Verlängerung der Straße Im Rott) Probleme. Projektentwickler Matthias Hensel sperrte die Straße. Laut den neuen Planungen liegt dieser Verbindungsweg für Fußgänger und Radfahrer etwas weiter östlich. Auch dieser Weg, der dazu dient, dass das Plangebiet an das überregional entstehende Radwegenetz angebunden wird, ist neu im Vergleich zu früher. Die Erschließung der Erweiterungsfläche erfolgt über eine 6,50 Meter breite Parallelstraße zur Autobahn hin.

Durch die Erweiterung der gewerblichen Baufläche wird sich die Möglichkeit ergeben, den Gewerbepark an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden. Die hierfür entwickelte Konzeption sieht vor, eine Buslinie im Ringverkehr über die Badener Straße und die Goldbeckstraße zu führen. Zudem wird eine Bushaltestelle in etwa an der Kreuzung Im Rott / Goldbeckstraße eingerichtet.

Die Quartiersmitte

Laut dem städtebaulichen Konzept vom Büro Sternemann und Glup in Sinsheim bildet eine „Quartiersmitte mit Aufenthaltsqualität für Mitarbeiter und Besucher“ das Kernstück der Erweiterungsfläche. Die Quartiersmitte sieht Nahversorger wie Bäckerei und lokale Anbieter mit Ständen oder Foodtruck vor. Zudem gibt es die Idee, ein Hotel zu errichten. E-Ladesäulen gehören ebenso zum Konzept wie Quartiersgaragen, wobei die Hoffnung geäußert wurde, dass möglichst wenig Autos dort herumstehen. Das Konzept sieht zudem vor, dass reine Logistikbetriebe, sonstige Lagerhallen und Lagerplätze sowie Betriebe, die als „Vergnügungsstätte“ (Bordelle oder Erotikladen) einzuordnen sind, ausgeschlossen werden. Die Grundstücksgrößen für die Unternehmen liegen zwischen 1500 und 15 000 Quadratmetern. Die Gebäudehöhen sollen zwischen 18 und 25 Metern liegen.

Das innovative Entwässerungskonzept sieht die Einleitung des unverschmutzten Regenwassers in Versickerungsmulden vor. Diese sind mit einer Blühwiesenmischung einzusäen und extensiv zu pflegen. Schmutzwasser und stark verschmutztes Oberflächenwasser werden durch eine Erweiterung des im Bestandsgebiet vorhandenen Schmutzwasserkanals abgeführt.

Landschaft und Umwelt

Sehr umfangreich sind die Maßnahmen für den Landschafts- und Umweltschutz, der auf dem Grünordnungsplan des Büros Bioplan beruht. In der Erweiterungsfläche ist ferner eine Baumallee vorgesehen, und auf jedem Grundstück sind weitere Pflanzmaßnahmen vorgesehen. Je 1000 Quadratmeter Grundstücksfläche ist ein heimischer, hochstämmiger Laubbaum anzupflanzen. Da durch den Eingriff Flächen für Pflanzen und Tiere verloren gehen, müssen diese durch entsprechende Maßnahmen ausgeglichen werden. Da dies innerhalb der Fläche nicht möglich ist, wird auf die Außengebiete im Süden ausgewichen. Dies geschieht durch Streuobstwiesen und Blühstreifen für umgesiedelte Zauneidechsen, die Klappergrasmücke sowie als Ausgleich für die Artengruppe Brutvögel.

Gemeinderat, Dienstag, 28. Januar, 18.30 Uhr, Bürgersaal des Rathauses, Großsachsener Straße 14