Gemeinderat

In Laudenbach soll die Betreuung von Grundschülern teurer werden

Am kommenden Montag geht es im Laudenbacher Gemeinderat um die Elternbeiträge zur Grundschulbetreuung und den Fußverkehrs-Check. Mit welchen Kosten Eltern rechnen müssen.

Für Eltern von Grundschulkindern wird die Betreuung in Laudenbach wohl deutlich teurer (Symbolbild). Foto: Philipp Reimer
Für Eltern von Grundschulkindern wird die Betreuung in Laudenbach wohl deutlich teurer (Symbolbild).

Laudenbach. Im vergangenen Jahr wurde Laudenbach als eine von 14 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg für den Fußverkehrs-Check ausgewählt. Zur nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Montag, 10. März, hat das Planungsbüro Planersocietät jetzt den Abschlussbericht vorgelegt. Weiteres Thema im Gemeinderat: Eltern, die ihre Kinder außerhalb der Unterrichtszeit an der Sonnbergschule betreuen lassen, müssen künftig mit deutlich höheren Gebühren rechnen.

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Zum 1. Dezember wurden 205 Kinder ganztags und 95 Kinder halbtags außerhalb der Unterrichtszeiten an der Sonnbergschule betreut. Jetzt hat die Gemeinde durch die Firma Heyder + Partner die Betreuungsgebühren neu kalkulieren lassen. In der Haushaltsstrukturkommission des Gemeinderates war laut der Vorlage zuvor die Forderung erhoben worden, die Ausgaben für die Grundschulbetreuung künftig kostendeckend auf die Eltern umzulegen. Ergebnis der Kalkulation: Die Gebühren würden in einem solchen Maße steigen, dass die Verwaltung von diesem Plan wieder Abstand nehmen möchte und nun eine abgemilderte Erhöhung vorschlägt, die allerdings auch deutlich spürbar ist.

Die Gebühr wird alleine deshalb teurer ausfallen, weil sie künftig auf elf Monate statt bisher zwölf Monate umgelegt wird. Die kalkulierten Gebühren sollen dabei pauschal um zehn Prozent reduziert werden. Ferner soll es wie in den Kitas Abschläge je nach Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder unter 18 Jahren geben. Schließlich sollen Alleinerziehende mit einem Jahresbruttoeinkommen bis 25.000 Euro, Familien bis 50.000 Euro nur die Hälfte der Gebühr bezahlen. Das Rathaus hofft damit, dass die Gebühren sozialverträglicher und familienfreundlicher werden.

Neue Gebühren

Teurer wird es dennoch. Für die Halbtags-Grundschulbetreuung (12.15 bis 13.30 Uhr) sollen ab 1. April bei einer Betreuung an fünf Tagen in der Woche monatlich 123 Euro bei einem Kind in der Familie fällig werden, aktuell sind es 88 Euro. Je nach Zahl der Kinder sinkt dies auf 93 Euro (zwei Kinder), 62 Euro (drei Kinder) oder 31 Euro (vier Kinder oder mehr).

Fühlbar ist die Steigerung auch bei der Betreuung von Ganztagskindern: Die Monatsgebühr könnte hier auf bis zu 327 Euro bei einer Betreuung an fünf Tagen in der Woche bis 17.30 Uhr steigen. Bislang wurden 193 Euro erhoben. Günstiger würde es bei mehreren Kindern in der Familie, wenn die Betreuung nur bis 16 Uhr oder nur montags bis donnerstags nachgefragt wird.

Auch das Mittagessen an der Grundschule soll teurer werden. 167 Kinder nutzen dies aktuell und bezahlen seit dem Schuljahr 2022/23 3,70 Euro pro Mahlzeit. Auch den Essenspreis hat die Gemeinde jetzt neu kalkulieren und darin detailliert Personalkosten, Energie, Reinigung und anderes einrechnen lassen. Künftig soll das Essen jetzt 4,70 Euro kosten, zahlbar in elf Monatspauschalen von minimal 18,80 Euro (ein Tag in der Woche) bis maximal 94 Euro für fünf Tage in der Woche) – und vorbehaltlich dessen, dass der Gemeinderat dem so zustimmt.

Sichere Fußwege

Zuvor wird Alexander Riss von der Planersocietät das Ergebnis des Fußverkehrs-Checks vorstellen. Der dient dazu, Fußverkehr in der Gemeinde sicherer zu machen, und zielt vor allem auch auf die Optimierung von Schulwegen. Im vergangenen Jahr fand dazu ein Auftaktworkshop mit interessierten Bürgern statt. Zusätzlich wurden zwei Ortsbegehungen mit Schülern einer dritten Klasse und mit erwachsenen Bürgern gemacht, in denen positive und negative Punkte besprochen wurden. Dem schloss sich ein Abschlussworkshop an.

Die Expertise enthält eine Stärken- und Schwächen-Analyse zum Fußverkehr vor Ort und ein detailliertes Bündel an Maßnahmen, wie die Fußgängersicherheit verbessert werden kann. Das betrifft Querungen von Straßen, die eigentlichen Schulwege und Längsverkehre. Die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen von kurzfristig zu realisierenden Eingriffen, wie der Freihaltung der Gehwege von Hindernissen und der kontrastreichen Gestaltung des Straßenraums, bis hin zu langfristigen Projekten. Dazu gehören die Errichtung sicherer Querungsanlagen, der Ausbau der Barrierefreiheit im Fußverkehr und eine intensivere Berücksichtigung von Fußverkehrsbelangen in der kommunalen Planung.

Am Beginn der Gemeinderatssitzung haben Bürger die Möglichkeit, sich in einer Fragestunde für Einwohner zu Wort zu melden.

Vor der Sitzung kommt an gleicher Stelle der Technische Ausschuss des Gemeinderates zusammen, der vier Bauangelegenheiten aus Sicht der Gemeinde beurteilt. Dabei geht es unter anderem um die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit 21 Wohneinheiten, die an der Straße Im Kisselfließ geplant ist. Thema ist auch die Umnutzung der Volksbankfiliale an der Bahnhofstraße in eine Eisdiele.

Öffentliche Sitzungen am kommenden Montag, 10. März, im Bürgersaal des Laudenbacher Rathauses: 18.30 Uhr Technischer Ausschuss, 19 Uhr Gemeinderat.