Magische Momente mit „Phil“ in Weinheim
Die erstklassige Coverband rockt den Schlosshof. 800 Collins-Fans kommen voll auf ihre Kosten.
Wow! Was für eine Stimme! Fast hätte man meinen können, Phil Collins stünde persönlich auf der Bühne. Doch für den britischen Ausnahmekünstler und langjährigen Frontmann von „Genesis“ wäre der Kultursommer im Weinheimer Schlosshof deutlich zu klein. Collins zählt zu den weltweit erfolgreichsten Musikern der Branche. Und das zu Recht. Wie Perlen einer Kette reihen sich seine Hits aneinander. Leichtes Spiel also für „Phil – Die Genesis und Phil Collins Tribute Show“, die aus einem reichen Fundus schöpfen kann. Nur, ausfüllen muss man die großen Fußstapfen auch noch, die das musikalische Vorbild vorgibt. Und das schafft die Band „Phil“ am Samstagabend mit Bravour – allen voran Sänger Jürgen „Phil“ Mayer. Er sieht Phil Collins nicht nur ähnlich, sondern brilliert auch mit einer fantastischen Stimme, einzigartiger Ausstrahlung und einer enormen Bühnenpräsenz.
Seine Stimmgewalt stellt er gleich zu Beginn des Konzertes im proppenvollen Schlosshof bei „Tonight, Tonight, Tonight“ unter Beweis. Veranstalter DeMi Promotion schätzt die Zahl der Gäste auf 800. Viele davon Wiederholungstäter, wie sich bei einer Bestandsaufnahme des Sängers von der Bühne herab ergibt. Schließlich hat die Tribute-Band aus dem Raum Karlsruhe viele Fans, ist seit 25 Jahren im In- und Ausland unterwegs. Und hat noch immer sichtlich Spaß an der Musik des Megastars. Der ist im Übrigen selbst ein Anhänger der Deutschen, steht seit Jahren mit der Band in engem Kontakt und legt Liebhabern seiner Musik den Besuch eines „Phil“-Konzerts wärmstens ans Herz. Zum zehnjährigen Jubiläum gratulierte er persönlich, wie die Homepage der Tribute-Band belegt.
Keine gewöhnliche Collins-Kopie
Das überrascht nicht. Denn „Phil“ ist mehr als nur eine gewöhnliche Collins-Kopie. Chartstürmer wie „Easy Lover“, „Mama“, „Don’t Lose My Number“ oder „You’ll Be In My Heart“ werden in überraschenden Arrangements präsentiert, ohne die Songs zu verwässern. Die Show ist professionell und routiniert, dennoch voller Leidenschaft, die sich auf das Publikum überträgt.
Bei „Against All Odds“ geht ein Raunen durch die Menge, verliebt halten sich Pärchen an den Händen, als Jürgen „Phil“ Mayer das tragische Liebeslied zusammen mit einer der Backgroundsängerinnen anstimmt. Einer von vielen magischen Momenten, die die eingespielte Band mit den Collins-Hits beschert.
Apropos Hits: Es fehlt keiner und die Gäste kennen sie alle. Die bekanntesten werden aus Hunderten Kehlen mitgesungen. Die Banner mit dem Text von „Another Day In Paradise“, die auf der Bühne hochgehalten werden, wären nicht nötig gewesen. An diesem Abend sind alle „In The Air Tonight“.