Moment Mal: "Wenn der Sommer Urlaub macht"
Unsere Autorin fragt sich, ob der Hochsommer vielleicht selbst verreist ist – und hofft zumindest auf eine sonnige Postkarte.
Heute Morgen verließ ich das Haus in Sneakern und einem Jeanshemd zum Überziehen. Ab Monat sechs im Jahreskalender für mich eigentlich ein No-Go. Als Feuerzeichen geboren, habe ich grundsätzlich genug Betriebstemperatur, aber in der Frühe war es schlicht zu kalt für Flipflops, T-Shirt und einen Umhang aus hitzigem Gemüt. Denn ohne die beiden erstgenannten Bekleidungsteile hätte ich tagsüber gefroren. Und das im Hochsommer, wo unbesockte Füße von Sonnenstrahlen gewärmt werden und der Mensch nicht über eine Neuanschaffung von Gummistiefeln nachdenken sollte.
Aber am Wetter lässt sich bekanntlich nichts ändern, und wir müssen es nehmen, wie und woher es kommt. Nämlich derzeit von oben – mit dicken Regenwolken und nicht gerade hochsommerlichen Temperaturen. Und ja, auch das weiß ich: Für die Natur ist Niederschlag gut, und mein Gartenteich freut sich über die natürliche Wasserzufuhr.
Ich rede mir schön, dass ich Wassergebühren und Zeit spare, weil ich meinen Garten nicht gießen muss. Doch hat man, wie ich, keinen Urlaub in südlichen Gefilden geplant, sondern damit gerechnet, herrlich laue Sommerabende im heimischen Grün zu verbringen, sind regnerische Aussichten nicht gerade verlockend.
Trotzdem freue ich mich auf ein paar freie Tage, für die ich jetzt auch am Arbeitsplatz noch ein paar Dinge für meine Abwesenheit organisieren muss. Dabei kommt mir gerade der Gedanke, dass der Sommer wahrscheinlich selbst in Urlaub gefahren ist und sich nicht um eine Urlaubsvertretung gekümmert hat. Wenn ich Glück habe, schickt er mir wenigstens eine Postkarte – mit sonnigen Grüßen. (saho)