Weinheim

Nach dem Brand im Café Pam: „Wir hatten Glück im Unglück"

Das Feuer entstand in der Nacht zum Mittwoch vermutlich am Herd in der Küche. Pizzabäcker Mario Servedio schildert, wie er mitten in der Nacht aufgeweckt wurde.

Am Morgen danach erinnern nur noch Rußspuren und das fehlende Glas in der Eingangstür des Café-Restaurants „Pam“ in der Weststadt an das Feuer in der Nacht zum Mittwoch. Foto: Iris Kleefoot
Am Morgen danach erinnern nur noch Rußspuren und das fehlende Glas in der Eingangstür des Café-Restaurants „Pam“ in der Weststadt an das Feuer in der Nacht zum Mittwoch.

Der Schock sitzt Mario Servedio noch in den Knochen, als er am Morgen danach in seiner verrußten Küche steht. Mit Bürsten und Lappen schrubbt der Betreiber des Café-Restaurants „Pam“ den Herd, der vermutlich Ausgangspunkt des Feuers war, das in der Nacht zum Mittwoch gegen 1.30 Uhr bei der Polizei gemeldet worden war. Nur drei Stunden Schlaf und die Sorgen um sein Lokal haben bei dem Pizzabäcker, der das „Pam“ schon seit über 40 Jahren im Wohnblock in der Kurt-Schumacher-Straße betreibt, ihre Spuren hinterlassen. „Einbrüche gab es in dieser Zeit schon“, sagt er, „aber einen Brand noch nie.“

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Wirt Mario Servedio schrubbt, was das Zeug hält, um die Brandspuren zu beseitigen. Foto: Iris Kleefoot
Wirt Mario Servedio schrubbt, was das Zeug hält, um die Brandspuren zu beseitigen.

Als die Polizei in der Nacht bei ihm klingelte, dachte er, die komplette Pizzeria steht in Flammen. Das Feuer beschränkte sich aber lediglich auf den Küchenraum. „Wir hatten Glück im Unglück“, erklärt Mario Servedio erleichtert. Und ärgert sich gleichzeitig darüber, dass er am Abend zuvor seinen üblichen Rundgang durch die Küche nicht absolviert hat. Der Wirt: „Das mache ich sonst immer.“ Gerade um sicherzustellen, dass alle Geräte ausgeschaltet sind.

Brandursache noch unklar

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Mannheim teilt mit: „Die Brandursache ist noch unklar. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist derzeit noch nicht bekannt.“ Mario Servedio hofft jedoch, dass der sich in Grenzen hält. Außer den Brandresten am Herd und der Verrußung der Küche sowie eines Teils der Gasträume kann er am Morgen nicht viel mehr feststellen. Dennoch ist das ganze Team auf den Beinen, um die Spuren des Feuers zu beseitigen, damit der Betrieb weitergehen kann.

Schon um 12 Uhr öffnet sich wieder die Tür. Weil die von der Feuerwehr eingeschlagen werden musste, um ins Innere zu gelangen, fehlt noch das Glas im Türrahmen. Mario Servedio ist schon mit Fachfirmen im Gespräch: „Denn das muss eigentlich bis heute Abend gemacht sein.“

Mit der Tür ist auch die Alarmanlage verbunden, die auslöste, als die Feuerwehr das Glas einschlug. Die ganze Nachbarschaft des Blocks wurde dadurch auf den Plan gerufen.

37 Anwohner evakuiert

Zuvor hatte die Polizei bereits die Anwohner direkt oberhalb des Lokals evakuiert. Unter anderem, weil nicht klar war, ob eine Gasleitung beschädigt worden war. „Ich koche aber mit Propangas-Flaschen“, erklärt der Wirt. Die 37 evakuierten Anwohner konnten nach Ende der Löscharbeiten allesamt wieder unverletzt in ihre Wohnungen zurückkehren.

Eine davon ist Petra Nett. Sie wohnt ein Stockwerk über dem „Pam“ und steht am Morgen auf dem Balkon. „Angst hatte ich nicht“, berichtet sie: „Alles lief total geregelt ab.“ Auch Bernd Meyer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim, erklärt: „Wir hatten die Lage schnell im Griff.“