Hirschberg

Warum ein Großsachsener mächtig sauer auf die Verwaltung ist

Guido Henn aus der Friedrich-Ebert-Straße ist verärgert über das neue Hirschberger Parkraumkonzept. Denn seit Kurzem muss er ordentlich kurbeln, wenn er sein Grundstück verlassen will.

Die Einfahrt zu seinem Grundstück in der Friedrich-Ebert-Straße in Großsachsen ist durch die neue Parkfläche für den 90-jährigen Guido Henn sehr erschwert. Er lässt daher am Parkraumkonzept der Gemeinde Hirschberg kein gutes Haar. Foto: Thomas Rittelmann
Die Einfahrt zu seinem Grundstück in der Friedrich-Ebert-Straße in Großsachsen ist durch die neue Parkfläche für den 90-jährigen Guido Henn sehr erschwert. Er lässt daher am Parkraumkonzept der Gemeinde Hirschberg kein gutes Haar.

Der 90-jährige Guido Henn parkt seit Jahrzehnten in der Garage. Vorbildlich! Seit wenigen Tagen fährt er nicht mehr so schwungvoll mit seiner Mercedes A-Klasse auf sein Grundstück. Und dies liegt nicht an der knapp 3,20 Meter breiten Einfahrt zu seinem Haus in der Friedrich-Ebert-Straße.

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Direkt gegenüber hat die Gemeinde Hirschberg für ihr Parkraumkonzept eine Fläche einzeichnen lassen. Steht dort ein Auto, wird es richtig knifflig für ihn. Henn muss ganz langsam fahren. Er dreht neuerdings wie ein „Wilder“ am Steuerrad und fährt hin und her, bis er endlich reinfahren kann.

Kritik am Konzept

Der Großsachsener wirkt ziemlich sauer und zerknirscht, als ihn die WN treffen: „Das neue Parkraumkonzept ist für mich unnötiges Verändernwollen der jetzigen Situation im Bereich Friedrich-Ebert-Straße, Jahnstraße und Muldweg. Viele Anwohner haben mit kluger Abstimmung miteinander bereitwillig eine Parksituation geschaffen und akzeptabel gefunden“, schimpft der Mann. Mit seinem Anliegen hat er sich an die Hirschberger Verwaltung gewandt. Doch es brachte nichts.

Sein Problem ist die mitunter sehr enge Einfahrt zum Grundstück des 1938 erbauten Hauses. „Die Einfahrt muss daher um einen Meter breiter gemacht werden. Die Kosten sind durch die neue Parkplatzanordnung unumgänglich und von der Gemeinde zu tragen. Schließlich ist sie auch Urheber des Ganzen“, fordert er.

Auch beim Rückwärtsfahren aus seiner Hofeinfahrt hat Guido Henn neuerdings Probleme. Er muss mehrfach hin- und herkurbeln. Foto: Thomas Rittelmann
Auch beim Rückwärtsfahren aus seiner Hofeinfahrt hat Guido Henn neuerdings Probleme. Er muss mehrfach hin- und herkurbeln.

Zur Vorgeschichte: Hinter dieser Maßnahme und den markierten Flächen verbirgt sich das Parkraumkonzept, welches auch anderen Bereichen in Hirschberg als Vorbild dienen soll. Betroffen sind in Großsachsen Friedrich-Ebert-Straße, Jahnstraße und Schillerstraße. Erklärtes Ziel der Gemeinde war und ist es, „Ordnung in den Ortsteil reinzubringen und zugeparkte Straßen zu verhindern“. Die Lösung des Ingenieurbüros Erich Schulz aus dem Jahr 2021 bestand in „Verschwenkungen“, also Markierungen mal auf der einen, mal auf der anderen Straßenseite. Dadurch fielen natürlich Parkplätze auf beiden Seiten weg. Das Konzept, zu dem sich die Bürger auch äußern konnten, stand zunächst unter keinem guten Stern. So gab es in der Realität Einfahrten, die auf den Plänen nicht eingezeichnet waren. Zudem wurden Parkflächen eingezeichnet, wo sie nicht umzusetzen waren. Es dauerte, bis die Parkflächen vor wenigen Tagen endlich eingezeichnet wurden.

Zuvor gab es immer wieder Anfragen dazu im Gemeinderat oder wie jüngst im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU). Bürgermeister Ralf Gänshirt hat eine klare Position zu dem Ganzen: „Wenn etwas im Argen liegt, dann wird es geändert“, sagte er vergangene Woche im ATU auf Nachfrage und fügte hinzu: „Um eigene Gewohnheiten zu sichern, wird er nichts ändern.“ Dies deutet darauf hin, dass vor Henns Haus wohl nichts geändert wird.

Raser mit Blitzer ausbremsen

Bei einem zweiten Anliegen, welches er ebenfalls in seinem Schreiben an die Verwaltung vor Jahren formulierte, dürfte es für ihn besser aussehen. Er klagte über die Raserei in Richtung Osten. „Alle, die über 30 Stundenkilometer fahren, sollten vom Radar erfasst und zur Kasse gebeten werden“, fordert er. Seine Nachbarin pflichtet ihm bei und spricht sich ebenfalls für Blitzer und für Kontrollen aus. Zudem richtet sie einen Appell an alle: Garage oder Grundstück freiräumen, um das Auto dort zu parken.