VR-Raumfahrterlebnis

Schüler des Weinheimer Privatgymnasiums fliegen virtuell ins All

Ein High-Tech-Lkw wird zum Raumschiff: Fünft- und Sechstklässler des Privatgymnasiums Weinheim erleben eine virtuelle Weltraummission. Doch neben beeindruckenden Bildern offenbart die Reise auch alarmierende Wahrheiten über unseren Planeten.


Amelie Michel
von Amelie Michel

04.02.2025


Mit VR-Brillen und beweglichen Sitzen erleben die Schüler des PGW mit SpaceBuzz One eine virtuelle Reise ins All. Foto: Katrin Oeldorf
Mit VR-Brillen und beweglichen Sitzen erleben die Schüler des PGW mit SpaceBuzz One eine virtuelle Reise ins All.

Weinheim. Die Sitze wackeln, der Countdown läuft – dann hebt das Raumschiff ab. Plötzlich öffnet sich der Blick ins endlose Schwarz des Weltalls, die Erde wird kleiner, die Atmosphäre dünner. In nur 15 Minuten verlassen die Fünft- und Sechstklässler des Privatgymnasiums Weinheim (PGW) unseren Planeten – zumindest virtuell. Am Montag startete das Raumschiff mit den Schülern an Bord vom Parkplatz des Möbelhauses Roller in Weinheim.

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Impressum

Der SpaceBuzz One, ein Bildungsprojekt der Deutschen Raumfahrtagentur, ist ein High-Tech-LKW, der äußerlich einer liegenden Rakete ähnelt und im Inneren eine hochmoderne VR-Technologie beherbergt.

Während der Simulation schweben die Schüler durch den Kosmos und betrachten die Erde aus der Perspektive von Astronauten. Dabei entdecken die Kinder neben den beeindruckenden Bildern auch gefährliche Entwicklungen. Mit bloßem Auge erkennen sie zum Beispiel die Abholzung der tropischen Regenwälder – jährlich mehr als 112.000 Quadratkilometer des Naturphänomens werden gerodet.

Bewusstsein für den Klimawandel

„Wir wollen mit dem Projekt das Bewusstsein der Kinder für die verheerenden Folgen des Klimawandels schärfen“, erklärt Dennis Hamann, Mitarbeiter des Projekts. Der 26-Jährige, eigentlich Musical-Darsteller, unterstützt das Team von SpaceBuzz gerade als Schauspieler. „Unsere Erde brennt – das sehen die Kinder mit den VR-Brillen live“, fügt Hamann hinzu. „Sie erkennen aus dem All, wie zerbrechlich unser Ökosystem wirklich ist.“

Das Erlebnis hinterließ bei den jungen Raumfahrern einen bleibenden Eindruck. „Die Bilder waren so schön – mir haben vor allem die Polarlichter gefallen“, schwärmt Jana aus der 6c.

Die Fünft- und Sechstklässler erkunden virtuell die Erde, den Mond und die Folgen des Klimawandels aus Astronautenperspektive. Foto: Katrin Oeldorf
Die Fünft- und Sechstklässler erkunden virtuell die Erde, den Mond und die Folgen des Klimawandels aus Astronautenperspektive.

Auch ihre Klassenkameradin Juna hat den Blick auf die Erde genossen – aber dadurch auch verstanden, wie wichtig es ist, den „Blauen Planeten“ zu schützen. „Die Städte lagen im dichten Nebel – aber das waren eigentlich Abgase“, fiel ihr beim Blick aus dem All auf.

Die VR-Erfahrung regte die Schüler auch dazu an, das eigene Verhalten zu hinterfragen. „Meine Familie und ich achten jetzt schon länger darauf, weniger Plastikverpackungen zu kaufen“, erzählt die Sechstklässlerin Emilia.

Nach der Umrundung der Erde ging die Reise weiter zum Mond, bevor das Raumschiff wieder sicher landete. Begleitet wurde das Projekt von den ESA-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer, die während des Fluges online kindgerecht Wissen zur Raumfahrt und den gezeigten Bildern vermittelten.

„Missionsheft“ zur Vorbereitung

Bevor der SpaceBuzz One auf dem Weinheimer Rollerparkplatz starten konnte, wurde das Projekt intensiv im Unterricht des PGWs vorbereitet. „Mit dem Fachbereich Kunst haben die Schüler zum Beispiel ihre Klassenzimmer passend dekoriert“, berichtet Lehrerin Julia Augustat.

Zusätzlich bot ein spezielles Missionsheft des SpaceBuzz-Teams eine fundierte inhaltliche Vorbereitung. „Damit konnten wir die Schüler wirklich hervorragend einstimmen“, ergänzt Dr. Erich Nowaczinski, Lehrer für Mathematik, Geografie und Naturwissenschaft und Technik (NwT). Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Stefan Brems hatte er die Bewerbung der Schule für das Projekt organisiert.

"Restlos ausgebucht"

Das PGW ist in der Region derzeit die einzige Schule, deren Schüler an Bord des SpaceBuzz One gehen durfte. „Das VR-Abenteuer ist für dieses Schuljahr restlos ausgebucht“, sagt Nowaczinski.

Neben dem spektakulären Erlebnis stand auch ein weiteres Ziel im Fokus: „Wir wollten nicht nur einen spektakulären Raumflug bieten, sondern auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärken.“

Die Aktion soll zudem in die im Mai anstehende Projektwoche eingebunden werden. „Im Bildungsplan gibt es ein Modul zur Nachhaltigkeit – mit unserer Themenwoche wollen wir darüber hinausgehen“, erklärt Augustat.