Getötete Schülerin: Sie hatte den mutmaßlichen Täter schon einmal angezeigt
Bei einer Gewalttat an einer Schule in St. Leon-Rot ist eine Schülerin getötet worden. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Der Täter wurde inzwischen festgenommen.
Bei einer Gewalttat an einer Schule in St. Leon-Rot ist am Donnerstag eine 18-jährige Schülerin getötet worden. Wie die Polizei am Mittag mitteilte, wurde der mutmaßliche Täter, ein ebenfalls 18-jähriger Schüler, gegen 13 Uhr festgenommen. Zuvor war intensiv nach ihm gefahndet worden. Die Beamten gehen nach ihrem bisherigen Ermittlungsstand von einer Beziehungstat aus.
In einer Pressemitteilung vom Nachmittag nennt die Polizei weitere Details. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen Mitschüler der Getöteten. Er hatte die 18-Jährige im Schulhaus angegriffen und tödlich verletzt. Wiederbelebungsversuche schlugen fehl, die Schülerin starb.
Der mutmaßliche Täter flüchtete mit einem Auto und wurde nach intensiver Fahndung am Nachmittag in Seesen (Niedersachsen) vorläufig festgenommen. Offenbar war er auf seiner Flucht in einen Unfall verwickelt. Anschließend erfolgte die Festnahme. Der 18-Jährige wurde bei dem Unfall verletzt. Wie schwer, darüber machte die Polizei keine Angaben.
Opfer hatte im November Anzeige gegen mutmaßlichen Täter erstattet
Bereits im November 2023 hatte das Opfer Strafanzeige gegen den Tatverdächtigen wegen körperlicher Gewalt erstattet. Abgesehen davon sei er strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getreten, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Staatsanwaltschaft Heidelberg beabsichtigt, im Laufe des morgigen Tages, am 26. Januar 2024, beim zuständigen Amtsgericht Heidelberg einen Haftbefehl gegen den Beschuldigten zu erwirken.
Erstmeldungen:
Nach Gewalttat an Schule in St. Leon-Rot: Gebäude laut Polizei gesichert
Das Schulgebäude sei gesichert, so ein Sprecher. Zunächst hatte sich der mutmaßliche Täter auf der Flucht befunden. Für die Schülerinnen und Schüler habe keine Gefahr, hieß es zu diesem Zeitpunkt. Die Polizei war auch nicht davon ausgegangen, dass Gefahr für die Öffentlichkeit bestand. Aber: «Ich kann nicht in den Kopf der Person reinschauen, vieles ist möglich», hatte ein Sprecher zunächst gesagt.
Die Gewalttat hatte sich gegen 10.20 Uhr zugetragen. Es sei noch versucht worden, die Schülerin in der Schule zu reanimieren - erfolglos.
Schule evakuiert - Notfallseelsorger vor Ort
Die Polizei evakuierte die Schule in der Straße "Im Schiff". Die Schülerinnen und Schüler wurden an einer Sammelstelle betreut. Neben den Rettungskräften war auch ein Hubschrauber im Einsatz. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind Notfallseelsorger, 15 bis 20 Polizeifahrzeuge und Kriminalpolizei sowie Feuerwehr vor Ort. Weitere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.
Das betroffene Gymnasium wurde 1998 als Privatgymnasium Leimen mit einer Elterninitiative gegründet. Derzeit werden nach Angaben der Schule dort 685 Schüler von 85 Lehrkräften unterrichtet.
Vergangenen November: Gewalttat an Schule in Offenburg
Die Tat erinnert an eine andere Gewalttat im vergangenen November in Offenburg. Damals hatte ein 15 Jahre alter Schüler einen Gleichaltrigen in einer sonderpädagogischen Schule erschossen. Der Angriff des Deutschen hatte sich nach Polizeiangaben in der 9. Klasse des Tatverdächtigen abgespielt. Der 15-jährige Schüler war demnach in sein Klassenzimmer gekommen und hatte seinem Mitschüler mit einer Handfeuerwaffe in den Hinterkopf geschossen. (mit dpa)