Ausbildung

SkillsLab: Wie Pflege-Azubis in Weinheim optimal auf den Beruf vorbereitet werden

Im SkillsLab der Weinheimer Helen-Keller-Schule bietet Azubis Raum für realitätsnahe Übungen - und auch für Fehler. Wie dadurch die Qualität der Ausbildung gesteigert wird.

Die Helen-Keller-Schule setzt mit den modernen SkillsLab-Einheiten Maßstäbe. Hier können Azubis der Pflegefachschule realitätsnah üben und sich im geschützten Raum auf ihren Beruf vorbereiten. Foto: Fritz Kopetzky
Die Helen-Keller-Schule setzt mit den modernen SkillsLab-Einheiten Maßstäbe. Hier können Azubis der Pflegefachschule realitätsnah üben und sich im geschützten Raum auf ihren Beruf vorbereiten.

Weinheim. Mit seiner beeindruckenden Größe ist es deutschlandweit einzigartig und zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen: das neue SkillsLab der Weinheimer Helen-Keller-Schule. In drei großzügigen Räumen im ersten Obergeschoss steht den rund 200 Auszubildenden der Pflegefachschule künftig eine hochmoderne Trainingseinrichtung zur Verfügung – ein Angebot, das es in dieser Form bisher nicht gab.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Der Rhein-Neckar-Kreis als Schulträger hat schätzungsweise mehrere hunderttausend Euro investiert, um ehemalige Klassenzimmer mit Pflegebetten, technischer Ausstattung und modernen Möbeln in ein innovatives Lernumfeld zu verwandeln. Ab sofort können die angehenden Pflegefachkräfte in Weinheim realitätsnahe Szenarien an hochpräzisen Simulationspuppen trainieren – inklusive Anweisungen aus einem modernen Regie- und Beobachtungsraum.

„Das SkillsLab schafft optimale Voraussetzungen für eine praxisnahe Ausbildung in der Pflege“, betont Sabine Nick, Pressesprecherin der Helen-Keller-Schule. Lena Kremer, die das Projekt gemeinsam mit Evelyn Siebert-Aakolk und Annette Mütze-Bopp initiiert hat, ergänzt: „High-Fidelity-Simulation ist eine fortschrittliche Methode der Gesundheitserziehung, die den Einsatz hochentwickelter, lebensechter Puppen ermöglicht.“

Realitätsnahe Bedingungen

Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung vergingen vier Jahre – und am Ende ging alles ganz schnell. Im geschützten Umfeld des SkillsLabs können die Auszubildenden nun unter realitätsnahen Bedingungen lernen und wertvolle praktische Erfahrungen sammeln. „Hier dürfen Fehler gemacht werden“, sind sich alle einig. Besonders im Hinblick auf die generalistische Pflegeausbildung ermöglicht das SkillsLab praxisnahes Training in der häuslichen Pflege, Akutpflege, Altenpflege sowie Kinderkrankenpflege.

Für den 20-jährigen Brasilianer Fernando Goisde Farias, der sich im zweiten Drittel seiner Ausbildung befindet, bedeutet das SkillsLab neben Praxiseinrichtung, Klassenzimmer einen dritten Lernort und „einen bedeutenden Fortschritt in unserer Ausbildung“. Auch seine Klassenkameradin Rebeca Ghurka (22) betont die hohe Motivation, sich in diesem Bereich weiterzubilden. Jari Reitz (19) freut sich besonders darauf, künftig an den lebensechten Simulationspuppen den Blutdruck zu messen. Auch das Einführen einer Magensonde über die Nase will präzise geübt sein – eine der vielen praktischen Fähigkeiten, die hier unter professionellen Bedingungen trainiert werden können.

Qualitätssteigerung durch SkillsLab

Das SkillsLab ist zweifellos ein Vorzeigeprojekt, das maßgeblich zur Qualitätssteigerung der Ausbildung beitragen wird. Dank der exzellenten Rahmenbedingungen hofft die Schule, noch mehr junge Menschen für die Pflegeausbildung zu begeistern und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Als Bildungseinrichtung mit dem Anspruch, optimale Voraussetzungen für eine fundierte Ausbildung und einen erfolgreichen Schulabschluss zu schaffen, bereitet die Schule ihre Schüler umfassend auf ihre berufliche Zukunft vor – und kann mit dem SkillsLab in dieser Hinsicht besonders punkten. Ein zentraler Bestandteil des pädagogischen Konzepts ist die Förderung einer zukunftsorientierten Medienbildung, für die die Schule bereits als „Smart School“ ausgezeichnet wurde – ein Prädikat, das sie als digitalen Vorreiter und Vorbildschule auszeichnet. Gleichzeitig legt die Schule großen Wert auf die Vermittlung sozialer Kompetenzen, um ihre Schüler bestmöglich auf die gesellschaftliche Teilhabe vorzubereiten. Auch dieser Aspekt lässt sich im SkillsLab ideal trainieren: „Gerade die Kommunikation spielt in Pflegeberufen eine entscheidende Rolle“, betont Annette Mütze-Bopp. Dank der lebensechten Simulationspuppen können die Auszubildenden auch schwierige Gesprächssituationen in einem geschützten Rahmen üben – ganz ohne Druck oder Stress.

Seit dem Schuljahr 2024/25 engagiert sich die Helen-Keller-Schule in den Projekten innolabBS und inklusivBS des Kultusministeriums, um alle Schüler bestmöglich auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Mit innolabBS wird eine zeitgemäße Ausbildung im Pflegebereich gefördert, die einen schulweiten Rahmen schafft, in dem alle am Schulleben Beteiligten ihr Potenzial optimal entfalten können. Dabei erhält die Schule wissenschaftliche Begleitung sowie hochwertige Lernmaterialien. Auch die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte hat in Weinheim einen hohen Stellenwert. Doch zurück zum SkillsLab: Die offizielle Einweihung findet am Donnerstag, 20. Februar, statt. Vertreter des Rhein-Neckar-Kreises, Kooperationspartner sowie Lehrkräfte anderer Schulen haben dann die Gelegenheit, das Projekt aus erster Hand kennenzulernen – ein Projekt, das in den vergangenen Wochen spürbar an Dynamik gewonnen hat.