"Appel+Ei"

Spenden an Weinheimer Tafel nach wie vor nicht auf Vor-Corona-Niveau

Die Weinheimer Tafel "Appel+Ei" versorgte 2024 über 1.000 Menschen mit Nahrung. Auch viele Alleinerziehende und Rentner nehmen karitatives Angebot in Anspruch.

Ladenleiter Nazih Bazzi inspiziert die Ware. Seit Supermärkte besser kalkulieren und Produkte nahe dem Haltbarkeitsdatum reduziert anbieten, gehen die Sachspenden zurück (Archivbild). Foto: Marco Schilling
Ladenleiter Nazih Bazzi inspiziert die Ware. Seit Supermärkte besser kalkulieren und Produkte nahe dem Haltbarkeitsdatum reduziert anbieten, gehen die Sachspenden zurück (Archivbild).

Weinheim. Die Weinheimer Tafel „Appel+Ei“ blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. 2024 wurden knapp 700 Kundenkarten ausgestellt. Berechnet man die Haushaltsangehörige mit ein, konnten so 1.600 Menschen über das karitative Angebot versorgt werden.

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Die Nachfrage von Menschen aus der Ukraine ist leicht zurückgegangen. Mit einem Gesamtgewicht von rund 200 Tonnen an gespendeten Lebensmitteln hat sich die Bereitschaft im Vergleich zum Jahr 2023 zwar wieder etwas entspannt. Die Spenden reichen aber nach wie vor nicht an das Niveau der Vorjahre heran. Der größte Anteil an Lebensmitteln stammt von den Supermärkten und Bäckereien in der Umgebung. Diese werden wegen des nahenden Mindesthaltbarkeitsdatums, aufgrund kleinerer Mängel oder aus Überschussgründen aussortiert und an die Tafel gespendet. Dort können sie von Menschen mit geringem Einkommen für kleine Münze erworben werden. Derzeit sind das neben geflüchteten Menschen vor allem Alleinerziehende und Rentner. „Die Spenden aus den Supermärkten werden insgesamt kontinuierlich weniger, weil sie inzwischen viel genauer kalkulieren und in der Folge nicht mehr so viel abzugeben haben“, beschreibt Tafelladenleiter Nazih Bazzi die Entwicklung der vergangenen Jahre. Außerdem bieten viele Supermärkte ihre Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums inzwischen auch im eigenen Markt zu vergünstigten Preisen an. „Derzeit erhalten wir 50 Prozent weniger Obst und Gemüse“, so Bazzi, der hinzufügt, dass das sicher auch der Jahreszeit geschuldet ist. Glücklicherweise bezieht „Appel+Ei“ die Spenden nicht nur von den Supermärkten, sondern auch aus der Bevölkerung: „Wir haben einige Privatspender, die regelmäßig bei uns nachfragen, was gebraucht wird, und dann zielgerichtet für unsere Kunden einkaufen gehen. Ein solches Engagement ist wahnsinnig wertvoll und dafür bedanken wir uns von ganzem Herzen!“, sagt Tafelchef Bazzi.

Um die Nachfrage angesichts der rückläufigen Sachspenden weiter decken zu können, ist die Tafel Weinheim „Appel+Ei“ auf solche Privatinitiativen und Spendenaktionen von Vereinen, Kirchengemeinden, Schulen, Kindergärten, Parteien und Betrieben angewiesen. Benötigt werden haltbare Grundnahrungsmittel und derzeit vor allem von Obst und Gemüse. Lebensmittelspenden können von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 14 Uhr direkt im Tafelladen in der Bergstraße 73 in Weinheim abgegeben werden.