Vereine

TG Laudenbach will junge Mitglieder ins Boot holen

Laudenbachs größter Verein gibt einen Ausblick auf die kommenden Monate. Wie geht es weiter mit der Bergstraßenhalle?

Bei der Jahreshauptversammlung wurden treue Mitglieder geehrt. Foto: TG Laudenbach
Bei der Jahreshauptversammlung wurden treue Mitglieder geehrt.

Laudenbach. Los ging es bei Laudenbachs mitgliederstärkstem Verein mit den Mitgliedern selbst. Nachdem zu Beginn der Jahreshauptversammlung an die Verstorbenen erinnert wurde, zeichnete Vorsitzender Eckehard Klein unter dem Applaus der Anwesenden diejenigen aus, die schon seit vielen Jahren zur Turngemeinde (TGL) gehören. Dazu schreibt der Verein im Rückblick: „Ganze Familien über Generationen hinweg sind dem mitgliederstärksten Verein am Ort oft ein Leben lang treu.“

Zukunft der Halle

Auch Bürgermeister Benjamin Köpfle war beeindruckt von der Vereinstreue, kam aber gleich auf das beherrschende Thema der jüngsten Zeit zu sprechen: den Brand der Bergstraßenhalle und die Zeit danach: „Die entsprechenden Gutachten werden bis Ende Mai vorliegen, dann kann entschieden werden, ob ein Abriss notwendig ist und was die entsprechende Variante dann kosten wird.“

Ursprünglich war geplant, die Halle zu sanieren, was das größte Vorhaben für die Gemeinde gewesen wäre. Dazu wurden insgesamt sechs Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt – diese Bundesmittel fließen auch im Fall eines Neubaus. Was die unmittelbaren Folgen des Brands anging, so freute sich der Rathauschef über die Solidarität, die die obdachlos gewordenen Vereine in der Nachbarschaft erfuhren: Schon bald waren Hallen-Kapazitäten für sie gefunden, zum Teil durften sie sogar Sportgeräte mitbenutzen – angelaufen war diese Hilfe, wie Köpfle bemerkte, schon, „als die Halle noch warm war“. Er war auch den TG-Verantwortlichen dankbar, so waren Vorstand und auch Jutta Sattler in der Geschäftsstelle immer ansprechbar, und es konnten etwa für den Schulsport zusätzliche Hallenzeiten bereitgestellt werden.

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Viele große Projekte

„Vielleicht gibt es auch schon vor Ende 2029 wieder eine Bergstraßenhalle“ nahm Klein den Ball wieder auf. In seinem Bericht ging er auf das vielfältige Angebot der TGL ein und bedanke sich bei Erwin Stoffel, der auch als fas 90-Jähriger noch die Übungsstunde in Vertretung leitet, wenn Not am Mann ist. Er lobte: „Große Projekte wie der neue Hallenboden, die Organisation und Durchführung der Kerwe, aber auch der traditionell zwischen den Jahren stattfindende ,Ent-Müll-Tag‘ wären ohne dieses Engagement nicht möglich.“

Vor allem für die nächsten Jahre sei es wichtig, auch jüngere engagierte Mitglieder – also die nächste Generation – mit ins Boot zu holen: „Der Verein ist mehr als ein Sportanbieter, er ist soziales Bindeglied, das die Menschen in Laudenbach durch Freude, Herausforderungen und sogar Krisen trägt.“

Sattlers anschließender Kassenbericht fiel positiv aus, nicht zuletzt wegen ihres Ausblicks „Schuldenfrei im Jahr 2029“. Bis dahin gelte es, die zur Verfügung stehenden Mittel in die Unterhaltung des Gebäudes und die Erfüllung der Brandschutzauflagen zu investieren. Wolfgang Beck erledigt seit Jahrzehnten die steuerlichen Angelegenheiten der Turngemeinde ehrenamtlich. Kassenprüfer Lukas Büntig bescheinigte ihr ordentlich geführte Bücher.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden Klein und auch der Dritte Vorsitzende Holger Drexler im Amt bestätigt, ebenso wie Sattler und die fünf Beisitzer Ralf Abdams, Christina Bausch, Joachim Braasch, Sebastian Minden und Jan Teurer. Neu gewählt als Kassenprüferin wurde Vanessa Bausch, die das Amt für zwei Jahre zusammen mit Lukas Bünting übernahm. Katrin Schalk schied aus. Zum Schluss ging es noch einmal um Grundsätzliches, wie Klein bemerkte: „Wie können wir es lösen, dass sich mehr Leute engagieren und bereit sind, auch über Ihre Abteilung hinaus einen Beitrag für den Gesamtverein zu leisten, um diesen am Leben zu erhalten?“ Sebastian Minden schlug vor, dazu Umfragen unter den Mitgliedern zu machen. Eine Lösung werde sich finden müssen, sonst seien Veranstaltungen wie die Kerwe oder auch die Unterhaltung der Trainingsstätten für die wenigen einzelnen nicht mehr zu leisten. stk/-