Weinheim

Trend auf TikTok: "Dubai-Schokolade" jetzt auch in Weinheim

Während Markus Mauz den Trend sofort erkannt hat, sind Weinheimer Chocolatiers nicht überzeugt. Kann sich der Trend dauerhaft durchsetzen?

Markus Mauz mit der "Dubai-Schokolade" im Rewe Center. Er hat die neusten Trends immer im Visier. Foto: Fritz Kopetzky
Markus Mauz mit der "Dubai-Schokolade" im Rewe Center. Er hat die neusten Trends immer im Visier.

Wer auf Social Media unterwegs ist, wird sie bestimmt schon gesehen haben: "Dubai-Schokolade" - Schokolade, die mit einer grünen, stückigen Creme gefüllt ist. Die Füllung besteht aus Pistaziencreme und Kadayif, hauchdünnen Teigfäden, die angeröstet werden. Wie unschwer zu erraten ist, wurde die Süßware in der Wüsten-Stadt Dubai von der dort ansässigen Manufaktur "Fix Dessert Chocolatier" erfunden, wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet. Von dort aus breitete sich der Trend wie ein Lauffeuer über Social Media aus - bis nach Weinheim. Denn im Weinheimer Rewe-Center von Markus Mauz ist das "Trend-Food" erhältlich. Wie ist er auf den Trend aufmerksam geworden? Woher bekommt man die Schokolade? Und was sagen Weinheimer Chocolatiers zu dem Hype? Wir haben uns umgehört.

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Von TikTok ins Weinheimer Rewe-Regal

Dem Hype um die Trend-Schokolade hätte Markus Mauz nicht entkommen können - selbst wenn er es versucht hätte. Im Gespräch mit WNOZ erzählt er, dass er schon vor Wochen über die sozialen Medien auf die "Dubai-Schokolade" aufmerksam wurde. Dazu kamen dann noch "eine Unzahl von Kunden, die wöchentlich nachgefragt haben, ob wir die Schokolade verkaufen". Umgehend wurde Mauz selbst aktiv: "Man muss sich nach den Trends richten, wir haben so etwas immer im Visier." Schnell waren die ersten Händler gefunden. Doch bis die Schokolade im Regal war, dauerte es. Etwa sechs Wochen wartete Mauz auf die erste Bestellung. "Verzögerungen bei Trendartikeln sind üblich", erklärt der Rewe-Kaufmann. Die ersten Lieferungen kamen spärlich in Weinheim an, etwa 200 bis 300 Tafeln - und waren noch am gleichen Tag ausverkauft.

Drei verschiedene Hersteller der "Dubai-Schokolade" konnte Markus Mauz ausfindig machen. Foto: Fritz Kopetzky
Drei verschiedene Hersteller der "Dubai-Schokolade" konnte Markus Mauz ausfindig machen.

Viele Interessenten gingen daher (zunächst) leer aus, doch die Kunden hätten die Knappheit verstanden, so Mauz. Aber auch dafür hatte er schnell eine Lösung parat. Viele der Zutaten waren bereits einzeln in seinem Rewe Center erhältlich, also stellte er einen eigenen Aufsteller mit diesen Waren auf. "Viele Kunden haben die Schokolade dann selbst hergestellt."

Doch die Zeit der Knappheit müsste laut Mauz jetzt überstanden sein. Viele Lieferanten hätten ihre Produktion innerhalb weniger Wochen enorm steigern können. Sein Rewe-Center warte noch auf offene Bestellungen, die teilweise bereits eingetroffen sind.

Ein Knackpunkt sei aber nach wie vor der Preis: "Ich glaube nicht, dass der Trend in ein paar Wochen noch ein Thema ist", gibt der Kaufmann zu, "vor allem, wenn der Preis weiterhin so hoch bleibt." Zurzeit wird im Rewe Center "Dubai-Schokolade" von drei unterschiedlichen Herstellern angeboten. Für eine Tafel muss der Kaufmann um die 10 Euro verlangen. Dennoch: geschmacklich war Mauz "sehr positiv überrascht", obwohl er eigentlich kein Pistazienfan ist. "Die Schokolade ist speziell und geschmacklich schwierig zu beschreiben. Auch Freunde und Familie waren von dem Produkt angetan."

Weinheimer Chocolatiers sind skeptisch

Während in Mannheim bereits erste Chocolatiers auf den TikTok-Hype aufgesprungen sind und das Trend-Produkt herstellen, reagieren ihre Weinheimer Kollegen verhalten. Ähnlich wie Markus Mauz bekam auch Peter Gärtner von der Chocolaterie CACAO in der Hauptstraße Anfragen wegen der "Dubai-Schokolade". Bisher waren es aber noch zu wenig Interessenten, die bei ihm im Ladengeschäft vorstellig wurden. Vor kurzem bekam der Chocolatier allerdings eine Anfrage über 300 Tafeln und arbeitet an einer eigenen, optimierten Rezeptur. "Vielleicht steht die Dubai-Schokolade in ein paar Tagen doch im Laden", verrät Gärtner.

Nicole Frey, Inhaberin der "Konditorei und Kaffeerösterei Caramel", ist "nicht so ein Fan" von der Trend-Schokolade. Sie findet, dass das Produkt prinzipiell eine gute Idee sei, Frey wolle sich aber nicht auf das Nachmachen beschränken. Sie möchte sich lieber auf eigene Kreationen konzentrieren.

"Dubai-Schokolade" als Eis bei Pandolfo

Die "Gelateria Pandolfo" hat die "Dubai-Schokolade" bereits als Eis umgesetzt. In gefrorener Form hat die Kreation bei den Pandolfos richtig eingeschlagen: "Die letzten Chargen waren jeweils innerhalb von drei Stunden ausverkauft", sagt Robin Pandolfo. Der Geschmack der Wüsten-Stadt kostet hier lediglich 2,50 Euro pro Kugel.