Von wegen Notfahrplan: Das sind die einzigen Züge, die von Weinheim aus rollen
Die Bahn hatte zum Ziel, Zugfahrten im Zwei- bis Vier-Stunden-Takt anzubieten. Das Vorhaben ist krachend gescheitert...
Wirft man am Morgen einen Blick in den DB-Navigator, wurden nahezu alle noch folgenden Abfahrten in Richtung Heidelberg und Mannheim gestrichen. Entgegen der Aussage einer Sprecherin der Deutschen Bahn: Auf Anfrage der WNOZ am Mittwoch hatte es geheißen, dass der Konzern im Regionalverkehr weiterhin Fahrten anbieten wolle, wenn auch mit einem "stark reduzierten Angebot". Demnach wollte die Deutsche Bahn alle Bemühungen unternehmen, dass Züge "alle zwei bis vier Stunden" fahren.
S-Bahn, Regionalbahn und -Express
Ein Blick auf den DB-Navigator am Donnerstag eröffnet ein gegenteiliges Bild. Seit der Abfahrt um 7.11 Uhr sind sämtliche Züge gestrichen: Das betrifft sowohl die Linien RB68 und RE60 als auch den ICE. Die Abfahrtzeiten sind (Stand Donnerstagmorgen) in Richtung Heidelberg (Süden) nur bis 17 Uhr einsehbar. Danach stehen keine Daten zur Verfügung. In Richtung Mannheim (Westen) wurden alle Zugfahrten der Linien S6, RE60, RB68 sowie 69 gecancelt.
Die gute Nachricht: Diese Züge sollen rollen
Die gute Nachricht: Beide Städte sind über die Linie 5 der RNV erreichbar. Viel weiter kommen Bahnreisende aber danach eher nicht. Besser sieht die Lage in Richtung Darmstadt (Norden) aus. Hier steht nach aktuellem Stand die RB67 im Fahrplan. Fahrgäste sollten sich jedoch nicht zu früh freuen: Die Abfahrten sind im DB-Navigator mit dem Hinweis versehen, dass sie sich unmittelbar vor Fahrtantritt noch einmal informieren sollen. Vor Ausfällen sind auch diese Züge nicht sicher.
Was die Gewerkschaft fordert
Hintergrund der Zugausfälle ist der Warnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Sie fordert bei den Tarifverhandlungen mit der Bahn unter anderem 555 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten sowie eine Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3000 Euro. Besonders wichtig ist der GDL eine Arbeitszeitreduzierung von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Die Verhandlungen sollten eigentlich heute und am Freitag fortgesetzt werden. Die Deutsche Bahn hat die zweite Tarifrunde zwischenzeitlich jedoch abgesagt.