Weinheimer Ausbildungs- und Studientag in der Stadthalle
Die Messe erlebt einen enormen Andrang und findet im Internet ihre Fortsetzung. (Mit Video)
Was ist WHAT?
Am Weinheimer Ausbildungs- und Studientag (kurz „WHAT“) stellen sich große und kleine Unternehmen, Schulen und Studieneinrichtungen aus dem Raum Weinheim und der Region vor. Angeboten werden Informationen rund um Ausbildung, Praktikum und Studium.
Die Präsenzveranstaltung wird mit einer virtuellen Messe kombiniert. Auf WHAT online findest man alle Aussteller mit Infomaterial zu ihren Ausbildungs- und Studienangeboten.
Die 15-jährige Liya ist der Welt entrückt, trotz des Trubels, der in der Weinheimer Stadthalle herrscht. Hunderte von Jugendlichen drängen sich an den rund 70 Ständen von Firmen und Verbänden, die beim Weinheims Ausbildungs- und Studientag für sich werben. Doch die Schülerin der Friedrich-Realschule bleibt davon unbeeindruckt. Sie schaut sich in aller Ruhe in den Räumen der Volksbank um – eine Virtual-Reality-Brille macht’s möglich. „Wir haben die Bank mitgebracht“, erklärt Laura Mennel, Ausbildungsleiterin der Volksbank Kurpfalz, und gibt der Neuntklässlerin Tipps für den Umgang mit dem VR-Headset. Die neue Technik verschafft ungeahnte Einblicke in die verschiedenen Ausbildungen und Studiengänge, die die Bank anbietet. „Die Kids fahren voll drauf ab“, weiß Laura Mennel.
Das Eintauchen in die Matrix nutzt auch die Freudenberg Service KG, an deren Stand die Auszubildenden Dorian und Nick beratend zur Seite stehen. Die beiden 18-Jährigen stellen die Ausbildung zum Industriemechaniker vor. Auch hier hat die Zukunft schon begonnen. Virtuell können interessierte Schüler Metall schweißen. Am Stand gleich daneben wickelt die 17-jährige Ukrainerin Sasha, dies seit einem Jahr in Deutschland lebt, gerade eine Babypuppe. Die Stadt Weinheim wirbt damit für die Ausbildung zur Erzieherin. „Ich glaube, das ist aber nichts für mich“, bekennt die Schülerin der Johann-Philipp-Reis-Schule. Sie will später lieber etwas mit Ernährung oder Fitness machen.
Im Video erhaltet ihr Einblicke in die Weinheimer Stadthalle und wer die Messe bisher schon besucht hat:
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Auch in diesem Bereich bietet die Messe, die kurz WHAT genannt wird, ein breites Informationsangebot. Und Nachwuchs wird ohnehin überall gesucht. Denn der demografische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel stellen viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Es wird immer schwieriger, geeignete Nachwuchskräfte zu finden und zu binden. Die Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft.
„Umso größer ist das Interesse an unserem Ausbildungs- und Studientag“, weiß Martina Hug, die vom Weinheimer Bündnis für Ausbildung mit der Organisation der Großveranstaltung betraut ist. Mit 70 Ausstellern ist die WHAT so umfangreich wie nie. Hug: „15 Firmen standen sogar noch auf der Warteliste.“ Das zeigt, wie dringend die Firmen Nachwuchs brauchen.
Und auch das Interesse der Jugendlichen ist groß. Kamen im zurückliegenden Nach-Corona-Jahr lediglich 700 Jugendliche in die Stadthalle, waren es am Donnerstag 1200 – Schüler aus Weinheim, aber auch aus dem Vorderen Odenwald, aus Hemsbach, Schriesheim und Viernheim. Martina Hug: „Schließlich kann man sich hier ein Bild von den Firmen machen, die man sonst vielleicht nur vom Logo her kennt, sieht, was es für berufliche Angebote gibt und bekommt gleich noch die Gelegenheit, persönliche Kontakte zu knüpfen.“
„Wer sich dann noch tiefer informieren möchte, für den haben wir unseren Internetauftritt“, erklärt Markus Hug, während er an der Kaffee-Ape vor der Stadthalle einen Cappuccino zubereitet. Er ist heute in dreifacher Mission unterwegs: als Vorsitzender des Weinheimer Bündnisses Ausbildung, als Personalleiter der Volksbank Kurpfalz und eben als Barista. Am frühen Morgen hat er die Messe eröffnet. Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just sandte eine Videobotschaft. „Wir brauchen alle Talente, um die Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Zugleich brauchen alle jungen Menschen faire Chancen, ihre Talente zu entwickeln und einzusetzen. Dafür arbeiten wir mit dieser Messe“, hatte er schon im Vorfeld gesagt.
Um diese Talente zu entdecken, konnten die Jugendlichen an den Ständen viel ausprobieren und sich erproben. So auch im mächtigen Infotruck der Metall- und Elektroindustrie, der vor der Stadthalle parkt. „Wir wollen Interesse an Berufen in der Industrie wecken“, erklärt Wirtschaftspädagoge Jens Ademmer, während der 15-jährige Benjamin eine elektrische Schaltung aufbaut. Seine Mitschüler der Birkenauer Langenberg-Schule bekommen Einblicke in die Arbeit an einer CNC-Fräse und dürfen Industrie-Roboter selbst steuern – virtuell versteht sich.
Ganz analog präsentiert sich im Inneren der Stadthalle das Hauptzollamt. Ausbildungsleiter Matthias Hink ist mit seinem uniformierten Kollegen extra aus Karlsruhe angereist. „Weinheim gehört schließlich zu unserem Bezirk“, sagt er. In kugelsicherer Weste ist Schieß- und Einsatztrainer Mirco Schwarzer im Gespräch mit drei Jugendlichen. „Bei uns hat man gute Chancen auf eine Ausbildung im mittleren Dienst oder auch auf ein duales Studium“, erklärt er.
Virtuelle Messe
Praktikum? Ausbildung? Studium? Bei der WHAT laufen die Fäden zusammen. Und das seit dem zurückliegenden Jahr hybrid. Die Präsenzveranstaltung wird von einer virtuellen Messe flankiert. Somit haben die Besucher die Wahl, wann und wo sie sich über das vielfältige Angebot informieren möchten, wo genau die Bewerbung hinzuschicken ist und was dafür nötig ist.
Viele Infomaterialien stehen an den virtuellen, interaktiven Messeständen der Unternehmen zum Download bereit.