Fußball

Defensivallrounder Dörsam und sein Schuss ins Glück

Ingo Dörsam erzielt das 1:0-Siegtor für die SG Wald-Michelbach im Heimspiel gegen den SV Münster. Dabei ist der Defensivallrounder eigentlich gar nicht so fürs Toreschießen bekannt.

Ingo Dörsam (rechts im Zweikampf mit Julian Frank vom SV Fürth) ist bei der SG Wald-Michelbach der Mann für Defensivaufgaben – hat aber in dieser Runde auch schon zwei Tore geschossen. Foto: Ernst Lotz
Ingo Dörsam (rechts im Zweikampf mit Julian Frank vom SV Fürth) ist bei der SG Wald-Michelbach der Mann für Defensivaufgaben – hat aber in dieser Runde auch schon zwei Tore geschossen.

Wald-Michelbach. „Wir haben diesmal aus wenig viel gemacht“, sagt Ingo Dörsam zum ersten Spiel der SG Wald-Michelbach nach der Winterpause. Im Verfolgerduell der Fußball-Gruppenliga gegen den SV Münster siegten die personell gebeutelten Überwälder minimalistisch 1:0, „mehr oder weniger glücklich“, wie der 27-Jährige meint.

Dörsam, der primär mit Defensivaufgaben betraut ist, kam dabei weiter vorne auf der rechten Seite zum Einsatz – und avancierte in der 84. Minute gleich zum Matchwinner, krönte seinen späten „Ausflug“ in vordere Gefilde mit dem 1:0-Siegtor. „Ich bin eher nicht fürs Toreschießen bekannt. Daher kam es schon überraschend, dass ausgerechnet ich das Tor mache. Ich bin natürlich glücklich und zufrieden damit“, blickt Dörsam lächelnd auf sein zweites Saisontor, das der SG einen idealen Start und den Sprung auf Rang fünf bescherte – wobei in der Defensive die Basis gelegt wurde: „Unser Sieg geht eindeutig auf unseren Torwart Benjamin Florig und die Verteidigung. Wir hatten nicht viele Chancen, haben aber auch wenig zugelassen.“

Sechs Spiele ohne Niederlage

Damit setzte Wald-Michelbach seine Serie winterübergreifend fort, blieb zum sechsten Mal in Folge ungeschlagen, nachdem es Anfang November gegen Spitzenreiter SG Langstadt/Babenhausen (0:1) die letzte Niederlage gegeben hatte. Den Lauf möchte Dörsam, der die große Kameradschaft bei der SG hervorhebt, mit seinem Team an diesem Sonntag fortsetzen, wenn es beim Ligazweiten TSV Auerbach (15 Uhr) auch darum geht, die schmerzhafte Heimpleite im Hinspiel zu „korrigieren“: Damals konnte sich Dörsam über sein allererstes Gruppenliga-Tor, mit dem er früh zum 1:0 traf, nicht richtig freuen. Kim Naas legte sogar zum 2:0 nach, dann aber ging es steil bergab: 2:8 hieß es am Ende: „Das war ganz bitter“, blickt Dörsam auf eine der übelsten Schlappen, die er in der insgesamt erfolgreichen SG-Zeit ab 2019 erlebt hat – diesmal soll es anders laufen: „Es wird hoffentlich spannender, mit einem guten Ende für uns“, sagt Dörsam.

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Er wird wieder jene Tugenden in die Waagschale werfen, die nicht nur ihn, sondern auch seinen knapp zwei Jahre jüngeren Bruder Denis auszeichnen: „Wir haben ähnliche Rollen im Team, mein Bruder ist defensiv auch flexibel unterwegs. Wir beide sind auf jeden Fall sehr ehrgeizig und zweikampfstark. Wille und Bereitschaft zeichnen uns aus“, erklärt Ingo. Ihre Mentalität und ihr Kämpferherz haben sie nicht zuletzt von ihrem Vater Ottmar „geerbt“, der als Fußballer ebenfalls als knallharter Verteidiger seinen Mann stand. Wobei der ältere Sohn augenzwinkernd betont: „Fußballerisch sind wir Kinder vielleicht einen Tick besser unterwegs.“

Einen tollen Erfolg feierten Ingo und Denis Dörsam im Dress ihres Heimatvereins SV Lörzenbach, mit dem die Brüder 2019 als A-Ligist sensationell den Kreispokal Bergstraße gewannen – und das ausgerechnet per 2:1-Finalsieg über den jetzigen Verein SG Wald-Michelbach. „Das war einer meiner größten fußballerischen Erfolge – einfach, weil der Weg dorthin für uns als A-Ligist gegen viele höherklassige Teams so schwierig war. Wir hatten auch das nötige Quäntchen Glück“, sagt Dörsam. Bei Lörzenbach mischten mit Jonas Ripper und Philip Trares damals zwei weitere Akteure mit, die inzwischen mit den Dörsams bei der SG spielen.

Pokaltriumph mit Lörzenbach

Für Ingo folgte nach dem Pokaltriumph mit dem Wechsel nach Wald-Michelbach „der Abschied auf dem Höhepunkt“, während Bruder Denis noch vier Jahre für den SVL auflief und nach der gemeinsamen Meisterschaft 2017 in der B-Klasse mit dem Titelgewinn in der A-Klasse im Jahr 2022 „vorlegte“, was die Erfolge in der Liga angeht. Doch der ältere Bruder ließ das nicht lange auf sich sitzen: Ein Jahr später gewann Ingo mit der SG souverän die Kreisoberliga-Meisterschaft, schoss beim 5:1-Sieg beim Ex-Verein sogar eines seiner seltenen Tore. Seit Sommer 2023 sind die Brüder fußballerisch wieder vereint – und nach Rang sechs im Vorjahr darf es jetzt gerne noch etwas mehr sein.