Agyekum löscht deutschen Uralt-Rekord über 400 m Hürden aus
Emil Agyekum löscht einen Jahrzehnte alten deutschen Rekord. Ein Brite sorgt für einen Weltrekord. Und Malaika Mihambo macht es spannend.
London (dpa) - Emil Agyekum hat beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten den fast 44 Jahre alten deutschen Rekord über 400 Meter Hürden gebrochen. Der 27-Jährige vom SCC Berlin lief vor 60.000 Fans im ausverkauften London Stadium die Stadionrunde in 47,45 Sekunden und löschte damit den Uralt-Rekord von Harald Schmid gehaltene Bestzeit.
Schmid war am 8. September 1982 in Athen 47,48 Sekunden gelaufen. Diese Marke hatte er bei den Weltmeisterschaften 1987 in Rom als Drittplatzierter dann noch mal egalisiert. In der Rekordliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes wird Schmids Zeit von 1982 aber offiziell als Rekord angegeben.
Agyekum musste sich nur dem Norweger Karsten Warholm geschlagen geben, der in 46,61 Sekunden einen Meetingrekord aufstellte.
Mihambo reicht ein ordentlicher Sprung - Kerr mit Weltrekord
Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo machte es spannend. Nach vier ungültigen Versuchen sprang sie im fünften Durchgang auf starke 7,05 Meter. Mit Saisonbestleistung verwies die Ex-Weltmeisterin die US-Amerikanerin Claire Bryant (6,94 Meter) und Larissa Iapichino aus Italien (6,82) auf die Plätze.
Für den Höhepunkt des Meetings sorgte aber Lokalmatador Josh Kerr. Der 28-Jährige hatte am 28. März angekündigt, bei seinem Heimrennen den Weltrekord über die nicht olympische Meile (1.609 Meter) anzugreifen. Und Kerr schaffte sein «Project 222» in beeindruckender Manier: In 3:42,66 Minuten unterbot er die fast 27 Jahre alte Weltbestzeit des Marokkaners Hicham El Guerrouj (3:43,13 Minuten) deutlich und sicherte sich die Extrapremiere von 50.000 Dollar.
Die bisherige Bestzeit hatte El Guerrouj am 7. Juli 1999 beim Golden-League-Meeting in Rom aufgestellt. Robert Farken lief in 3:46,82 Minuten deutschen Rekord und wurde Vierter.
Duplantis erneut geschlagen
Stabhochsprung-Ausnahmekönner Armand Duplantis kassierte seine zweite Saisonniederlage. Der zweimalige Olympiasieger aus Schweden wurde Zweiter hinter dem US-Amerikaner Sam Kendricks. Die beiden übersprangen ebenso wie der drittplatzierte Australier Kurtis Marschall 5,95 Meter. Duplantis hatte wegen Oberschenkelproblemen auf seinen sechsten und letzten Versuch verzichtet.