Fußball

Bundestrainerin zu WM-Rückschlag: «Keine Sachen schönreden»

Große Ernüchterung beim Nationalteam der Frauen: Gegen Südkorea muss Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg die Fußballerinnen wieder in die Spur bringen.

Sydney (dpa) - Bei der Aufarbeitung der Pleite der deutschen Fußballerinnen gegen Kolumbien im zweiten Gruppenspiel will Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg «als Vorbild vornweg gehen». Die 55-Jährige bemühte sich nach dem 1:2 (0:0) des Turnierfavoriten bei der Weltmeisterschaft in Australien am Sonntagabend (Ortszeit) in Sydney um Gelassenheit, übte aber auch deutliche Kritik. 

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«Es ist schon so, dass wir jetzt keine Sachen schönreden», betonte Voss-Tecklenburg bei der Pressekonferenz. Sie vermisste die «Positionierung, Passqualität und Präzision» - und 100-prozentige Torchancen ihres Teams.

Unter Druck in Brisbane

Mit der Niederlage gegen die Südamerika-Vizemeisterinnen setzten sich die DFB-Frauen vor der letzten Vorrundenpartie gegen Südkorea am Donnerstag (12.00 Uhr MESZ/ZDF) in Brisbane mächtig unter Druck. Statt den Einzug ins Achtelfinale vorzeitig perfekt zu machen, gehen die Rechenspielchen los. Immerhin: Die Ausgangslage als Gruppenzweiter hinter Kolumbien und vor Marokko sowie dem punktlosen Vierten Südkorea ist weiterhin sehr vielversprechend.  

«Natürlich beginnt jetzt die Beschäftigungsphase mit Südkorea ein Ticken intensiver», sagte Voss-Tecklenburg auf die Frage nach ihrer Strategie um Umgang mit dem herben Rückschlag. «Ansonsten werden wir den Spielerinnen Mut zusprechen.»

Hendrich: «Sinne erneut geschärft»

Für die DFB-Auswahl kommt erschwerend hinzu, dass die Südkoreanerinnen einen Trainer haben, der den deutschen Fußball bestens kennt: Der Engländer Colin Bell (61) trainierte von 2013 bis 2015 den 1. FFC Frankfurt und wurde mit den Hessinnen Champions-League-Sieger. 

«Jetzt sind die Sinne erneut geschärft worden», sagte Abwehrspielerin Kathrin Hendrich, nachdem die deutschen Frauen spät in der Nachspielzeit das 1:2 kassiert hatten. «Wir müssen jetzt all in gehen.» Mittelfeld-Rückkehrerin Lena Oberdorf rechnet gegen Südkorea sogar mit einem ähnlichen Spiel wie gegen die energiegeladenen Kolumbianerinnen - von der Mentalität her: «Die sind sehr diszipliniert gegen den Ball. Von daher müssen wir da auch wieder den Ball schnell laufen lassen und dann die Torchancen nutzen», forderte sie.