Zwischenbilanz

DFB: Frauenfußball «in den Köpfen angekommen»

Frauenfußball boomt seit der EM unübersehbar. Zumindest die öffentliche Wahrnehmung hat sich verändert, wie der DFB in einer Zwischenbilanz erfreut feststellt.

DFB-Koordinatorin Doris Fitschen stellt im DFB-Campus die erste Bilanz „Strategie Frauen im Fußball FF 27“ vor. Foto: Arne Dedert/dpa
DFB-Koordinatorin Doris Fitschen stellt im DFB-Campus die erste Bilanz „Strategie Frauen im Fußball FF 27“ vor.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Reichweite der Nationalmannschaft und Bundesliga im Frauenfußball ist im Fernsehen und in den sozialen Netzwerken nach Angaben des DFB massiv gestiegen.

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Plattformübergreifend liege die Steigerung bei Social Media bei 186 Prozent. Die Aufrufe wuchsen demnach von 117 Millionen von der Hinrunde 2021/22 auf 335 Millionen (Hinrunde 2022/23). Dies teilte der DFB bei der Zwischenbilanz seiner «Strategie Frauen im Fußball FF27» mit.

«Die EM hat uns absolut in die Karten gespielt und Dynamik hineingebracht», sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf bei der Pressekonferenz in Frankfurt/Main mit Blick auf die größere Sichtbarkeit seit dem erfolgreichen Turnier 2022 in England. Die WM im Sommer in Australien und Neuseeland werde dazu beitragen, «dass wir mit unserer Strategie weiter vorankommen». Allerdings gibt es für das Turnier immer noch keine Einigung im Rechte-Poker zwischen dem Weltverband FIFA und deutschen TV-Sendern wie ARD und ZDF.

TV-Reichweite stieg um 59 Prozent

Auch die kumulierte TV-Reichweite des Nationalteams, der Bundesliga und des DFB-Pokals habe sich massiv gesteigert - laut DFB von 150 Millionen aus der Hinrunde 2021/22 auf 239 Millionen ein Jahr später. Dies entspricht einer Steigerung von 59 Prozent. Der Zuschauerschnitt in der Bundesliga wuchs von 806 aus der vergangenen Spielzeit auf derzeit 2671.

«Frauenfußball ist in den Köpfen der Entscheidungsträger und -trägerinnen angekommen und auch in den Herzen der Menschen», sagte DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich. Für das Förderprojekt, das Ex-Nationalspielerin Doris Fitschen leitet, waren im vergangenen Jahr vier Ziele ausgegeben worden: Bis 2027, wenn Deutschland gemeinsam mit Belgien und den Niederlanden die WM ausrichten will, sollen die Nationalteams und Bundesliga-Clubs internationale Titel gewonnen haben.

Zudem soll die Zahl der Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen um 25 Prozent steigen, die mediale Reichweite des Frauenfußballs sich verdoppeln und der Frauenanteil in Gremien und hauptamtlichen Führungsebenen beim DFB mindestens 30 Prozent betragen. Die Zahl der aktiven Spielerinnen ist zwar im jüngsten Zeitraum um 26,2 Prozent gestiegen. Allerdings bedeutet dies vorerst nur, dass es auf dem Niveau von vor Corona wieder angekommen ist. «Die Pandemie hat natürlich ihre starke Auswirkung gehabt. Im Sommer können wir erst tatsächlich sagen, wo die Reise hingeht», erklärte Fitschen.