Parallel zum Basketball-Finale

Faeser kritisiert DFB für Zeitpunkt der Flick-Entlassung

Auch die Bundesinnenministerin ist begeistert von Deutschlands Basketballern. Kritik übt sie am DFB.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser ist in Deutschland für den Sport zuständig. Foto: Boris Roessler/dpa
Bundesinnenministerin Nancy Faeser ist in Deutschland für den Sport zuständig.

Frankfurt/Main (dpa) - Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat den Deutschen Fußball-Bund für den Zeitpunkt der Bekanntgabe der Freistellung von Bundestrainer Hansi Flick kritisiert.

Der DFB hatte die Trennung von Flick kurz vor dem Ende des Finales der Basketball-Weltmeisterschaft verkündet, in dem Deutschland sensationell den WM-Titel gewann. Dafür hatte es in den sozialen Medien viel Kritik gegeben.

«Das hat mich auch geärgert. Es war ein so schöner Moment, den wollte man einfach nur genießen», sagte Faeser (SPD) beim Empfang der Weltmeister in Frankfurt am Main. «Da war die Meldung nicht so ganz glücklich an der Stelle.»

«Ich fand das, offen gestanden, sehr ignorant»

Auch Bundesliga-Geschäftsführer Stefan Holz äußerte Kritik am Vorgehen des DFB. «Ich fand das, offen gestanden, sehr ignorant», sagte der Chef der Basketball-Bundesliga der «Rheinischen Post». «Eine andere große Sportart ist auf dem Weg, nichts weniger als deutsche Sportgeschichte zu schreiben, und beim DFB verkündet man zur selben Zeit mal eben den Rauswurf des Bundestrainers, wohl wissend oder eben nicht wissend, was eine solche Meldung auslöst.» Dies zeige «dass der Fußball vor allem um sich kreist. Und das ist wahrscheinlich ein bisschen Teil des aktuellen Problems», sagte Holz.

Faeser drückte noch einmal ihre große Freude über den Triumph aus. «Ich bin sehr stolz und sehr glücklich. Was ist das für eine Basketball-Mannschaft! Da kann man nur gratulieren. Insbesondere Dennis Schröder an der Spitze», sagte die auch für den Sport zuständige Innenministerin. «Wir freuen uns auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr mit einem Weltmeister am Start. Das ist einfach großartig», sagte Faeser.

Sie musste am Dienstag eine Weile auf die Weltmeister warten. Weil das Team um Kapitän Schröder am Flughafen noch auf den WM-Pokal warten musste, verspätete sich die Ankunft in der Zentrale des Hauptsponsors, der ING Bank.