Ghana feiert Last-Minute-Sieg gegen Panama
Panama ist erst zum zweiten Mal nach 2018 bei einer WM am Start. Zum Auftakt dürfen die Mittelamerikaner lange auf den ersten Punkt hoffen. Doch am Ende jubelt Ghana.
Toronto (dpa) - Im strömenden Regen von Toronto hat Caleb Yirenkyi Ghana gegen WM-Außenseiter Panama mit seinem späten Treffer vor einer Auftakt-Blamage bewahrt. Der 20-Jährige traf in der vierten Minute der Nachspielzeit zum glücklichen 1:0 (0:0) für Ghana, das über weite Strecken enttäuschte. Der tapfere Fußball-Zwerg aus Panama muss damit weiter auf seinen ersten Punkt bei einer Fußball-Weltmeisterschaft warten. Für Panama ist es nach 2018 die zweite WM-Teilnahme.
In einer Partie auf bescheidenem Niveau waren die Mittelamerikaner vor 42.942 Zuschauern lange Zeit sogar noch das bessere zweier schwacher Teams. Doch dann schockte Yirenkyi die Mannschaft von Trainer Thomas Christiansen tief in der Nachspielzeit.
In den weiteren Gruppenspielen gegen England und Kroatien sind beide Rivalen Außenseiter. Auch Ghana wird sich deutlich steigern müssen, um gegen die Top-Teams eine Chance zu haben.
Ghana musste auf Thomas Partey verzichten, dem von Kanadas Behörden wegen eines gegen ihn in England laufenden Gerichtsverfahrens die Einreise verweigert worden war. Ein Einspruch des 33-Jährigen vom FC Villareal gegen diese Entscheidung war am Tag vor dem Spiel vom kanadischen Bundesgericht abgewiesen worden.
Wenig Strafraumszenen vor der Pause
Den besseren Start hatten die Mittelamerikaner, die zum zweiten Mal nach 2018 an einer Endrunde teilnehmen und von ihren Fans schon vor dem Anpfiff lautstark gefeiert wurden. Bereits in der zweiten Minute zwang Cecilio Waterman Ghanas Schlussmann Lawrence Ati-Zigi mit einem Direktschuss zu einer spektakulären Flugeinlage.
Die Black Stars, die zum fünften Mal bei einer WM dabei sind und 2010 sogar bis ins Viertelfinale kamen, boten offensiv eine schwache Vorstellung. Auch Stürmerstar Antoine Semenyo vom englischen Topclub Manchester City konnte keine Akzente setzen. Panama war insgesamt das aktivere Team, ohne sich jedoch weitere klare Chancen erarbeiten zu können. So stand zur Pause auf beiden Seiten zwangsläufig die Null.
Ghana-Keeper im Pech
Nach dem Wechsel musste Ghanas Torwart Ati-Zigi, der beim Schweizer Pokalsieger und Vizemeister FC St. Gallen sein Geld verdient, verletzt in der Kabine bleiben. Für ihn rückte Benjamin Asare zwischen die Pfosten. Gefordert wurde aber auch er kaum, weil zumindest die Abwehr um Jonas Adjetey vom Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg kompakt stand.
Nach vorn ging bei den Westafrikanern aber weiter kaum etwas. Vielmehr hätte der auffällig agierende Cristian Martinez den Außenseiter nach einer Stunde in Führung bringen können. Sein Schuss landete jedoch nur am Außennetz. Das rächte sich tief in der Nachspielzeit, als Ghana einen Konter zum Siegtreffer nutzte.