2. Liga

Hertha und Schalke auch in Liga zwei im Keller - HSV stark

Nach fünf Spieltagen haben die Bundesliga-Absteiger Schalke und Hertha auch in der zweiten Liga Plätze in der Abstiegsregion eingenommen. Ein anderer gefühlter Erstligist marschiert vorneweg.

Sechs Gegentore kassierte Hertha BSC am Samstag in Magdeburg. Foto: Andreas Gora/dpa
Sechs Gegentore kassierte Hertha BSC am Samstag in Magdeburg.

Berlin (dpa) - In den oberen Tabellenregionen erwartet - in der Abstiegszone gelandet.

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Die beiden Absteiger aus der Fußball-Bundesliga, Schalke 04 und Hertha BSC, laufen auch eine Klasse tiefer dem Erfolg hinterher. Nach fünf Spieltagen haben beide Clubs erst einen Sieg feiern können.

Dagegen erfüllt ein anderer gefühlter Erstligist derzeit alle Erwartungen: Der Hamburger SV glänzte auch beim 2:0 (1:0) im Top-Spiel gegen Hansa Rostock und blieb vor der Länderspielpause mit 13 Zählern an der Tabellenspitze.

Baumgartl: «Passt nicht zu unseren Ansprüchen»

Bei den vor der Saison als Aufstiegs-Konkurrenten für den HSV gehandelten Schalker und Berliner ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt. «Enttäuschung, Fassungslosigkeit. Das späte 1:1 passt zu unserer Situation. Aber dieses Unentschieden passt nicht zu unseren Ansprüchen», sagte Schalkes Timo Baumgartl nach dem späten Remis bei Aufsteiger SV Wehen-Wiesbaden: «Wenn wir ein Spitzenteam sein wollen, was wir noch nicht sind, ich sage bewusst 'noch', dann muss man das Spiel killen. Das haben wir nicht geschafft.»

Während Schalke den Ausgleich unglücklich in der fünften Minute der Nachspielzeit kassierte, setzten die Berliner negative Bestwerte in Liga 2. Noch nie war ein Absteiger mit drei Niederlagen im Unterhaus gestartet, noch nie verlor ein Zweitligist nach viermaliger Führung ein Ligaspiel. «Wie wir Tore bekommen haben, war für mich neu. Wir hatten auch nach der Führung keine Kontrolle, keiner hat die Verantwortung übernommen», monierte Herthas Trainer Pal Dardai das fehlende Selbstbewusstsein seiner Kicker nach der 4:6-Niederlage beim 1. FC Magdeburg.

Anstatt in Konkurrenz mit dem vom Hamburger SV angekündigten sechsten Anlauf in Richtung Oberhaus zu gehen, wächst der Abstand für die Traditionsvereine zu den Aufstiegsplätzen frühzeitig an. In Gelsenkirchen, das vor der Saison vollmundig langfristige Ziele als Verein der Top 6 in der Bundesliga ausgegeben hatte, herrscht ein erhebliches Reizklima. Die vorübergehende Suspendierung von Schalke-Torhüter Ralf Fährmann durch Thomas Reis sorgte neben den bisherigen Misserfolgen für weitere Unruhe.

Reis: «Gegner unnötig stark gemacht»

Denn anders als nach dem Abstieg 2021 wurde die Substanz der Mannschaft in dieser Saison als so stark angesehen, dass eine direkte Rückkehr in die Beletage als Ziel auch von Trainer Reis ausgegeben wurde. Nach dem Remis in Wiesbaden kritisierte Reis sein Team, den «Gegner unnötig stark gemacht» zu haben, sah aber auch Verbesserungen in einigen Bereichen. Zahlreiche Fans schoben dagegen Frust und sehen ihr Team auch im kommenden Jahr im Unterhaus.

Bei Hertha dagegen waren die Aufstiegshoffnungen von vornherein klein gehalten worden. Wie bei Schalke vor zwei Jahren hatten die Berliner vor der Saison Sorgenfalten bei der Lizenzerteilung. Die Misswirtschaft der vergangenen Jahre führte dazu, die vermeintlichen Leistungsträger zu verkaufen. «Vielleicht braucht der Aufstieg von Hertha BSC, wie es im Moment aussieht drei, vier Jahre», sagte Dardai. «Erst einmal ein Jahr als Übergang, danach ein Jahr für die Stabilität, danach holt man drei, vier positionsspezifische Spieler, dann ist man schon bei Jahr drei.»

Dass es durchaus länger dauern kann, zeigt sich auch beim HSV. Doch zu Beginn dieser Saison wirkt die Mannschaft von Trainer Tim Walter gefestigt. Vor allem die Defensive hat sich dem Anschein nach stabilisiert. Das Spiel gegen die Rostocker war das dritte nacheinander ohne Gegentor. Offensiv waren die Hamburger schon länger gefährlich.