Golf-Senior

Rekord-Champion mit guten Genen: Langer schreibt Geschichte

Golf-Idol Bernhard Langer gelingt mit fast 66 Jahren ein weiterer bemerkenswerter Sieg. Titel Nummer 46 macht den Schwaben zum alleinigen Rekordhalter der US-Senioren-Tour - dank guter Gene.

Titel Nummer 46: Bernhard Langer ist nun auf der US-Senioren-Tour der alleiniger Rekordhalter. Foto: Tork Mason/The Post-Crescent via AP/dpa
Titel Nummer 46: Bernhard Langer ist nun auf der US-Senioren-Tour der alleiniger Rekordhalter.

Stevens Point (dpa) - Für Deutschlands Golf-Ikone Bernhard Langer waren den Machern der PGA Tour Champions keine Worte zu groß. «König. Legende. Der Größte aller Zeiten», twitterten die Organisatoren der Turnierserie nach Langers Rekordsieg. Titel Nummer 46 und das mit fast 66 Jahren.

Der Anhausener krönte sich mit dem Triumph bei der US Senior Open zum erfolgreichsten Spieler in der Geschichte der US-Senioren-Tour. Seit Sonntag ist der gertenschlanke Schwabe nun der alleinige Rekordhalter bei den über 50-Jährigen. Mit 65 Jahren, 10 Monaten und 5 Tagen verbesserte Langer auch seine Bestmarke als ältester Sieger der Tour. 

Den grandiosen Rekord kommentierte der Routinier auf seine ganz eigene Art. «Der Golfball weiß nicht, wie alt wir sind», scherzte Langer. Der Masters-Champion von 1985 und 1993 übertrumpfte die Golf-Legende Hale Irwin. Der Amerikaner gewann in seiner Karriere 45 Turniere. 

Bestmarke kein Selbstläufer

Langer siegte bei dem Major-Turnier in Stevens Point im US-Bundesstaat Wisconsin dank einer 70er-Finalrunde. Mit einem Gesamtergebnis von 277 Schlägen verwies er die Amerikaner Steve Stricker (279 Schläge) und Jerry Kelly (280) auf die Plätze zwei und drei. Auf seinen zwölften Major-Sieg bei den über 50-Jährigen ist Langer besonders stolz. «Mehr Majors auf dieser Tour gewonnen zu haben als jeder andere, das ist unglaublich», sagte der Golf-Veteran. 

Der Schritt zur neuen Bestmarke war allerdings kein Selbstläufer. «Seit meinem 45. Titel im Februar war es schwierig, den Rekord aus dem Kopf zu bekommen», gestand der in Boca Raton in Florida lebende Langer. Aber diese Woche hatte er ein gutes Gefühl. «Ich konnte mich sehr gut konzentrieren.» 

Angesichts der Dominanz sparte die Konkurrenz nicht mit Lob. «Das gibt uns allen, die wir hier draußen noch spielen, Hoffnung, dass wir weiterhin so gut spielen können, wie er es seit so langer Zeit getan hat», sagte Stricker über Langer. «Es ist wirklich beeindruckend. Ich wusste, dass er heute nicht zurückstecken würde.»

Langer schwört auf gute Gene

Nach dem erneuten Coup denkt Langer immer noch nicht ans Aufhören. «Ich habe eine Mutter, die am 4. August 100 Jahre alt wird, also denke ich, dass ich gute Gene habe. Hoffentlich bin ich noch ein paar Jahre dabei», sagte er. Zwar habe er viel mehr Schmerzen als vor zehn Jahren, aber das Spiel genieße er immer noch. «Es gab schon die eine oder andere Woche, in der ich dachte: Was hast du hier draußen gemacht? Geh nach Hause und spiel mit deinen Enkeln», verriet Langer.

Langer ist seit über 16 Jahren der Superstar auf der US-Senioren-Tour. Bei den über 50-Jährigen spielte die ehemalige Nummer eins der Welt bislang Preisgelder von mehr als 35 Millionen US-Dollar ein. Das Erfolgsrezept des vierfachen Familienvaters: Ehrgeiz, Leidenschaft und Disziplin. 

Fitness als Erfolgsrezept

Vor allem seine überragende Fitness hilft ihm, erfolgreich zu sein. Langers Konkurrenten werden von Jahr zu Jahr jünger und stärker. Neben dem 56 Jahre alten Stricker kratzen vor allem der Neuseeländer Steven Alker (51) sowie Padraig Harrington (51) aus Irland am Thron des Deutschen.

Titel Nummer 46 bei den Senioren ist ein weiterer Meilenstein in Langers sensationeller Golf-Karriere. Neben seinen beiden Masters-Siegen in Augusta prägte er über fast drei Jahrzehnte den Ryder Cup. Zehnmal spielte er an der Seite der besten Golfer Europas gegen die Stars aus den USA. Sechsmal gewann er die Ryder-Cup-Trophäe. 2004 war Langer Kapitän der siegreichen Europäer. 

1980 gewann er in Wales sein erstes Turnier auf der Europa-Tour. Im Laufe seiner Karriere ließ der Anhausener 41 weitere Titel auf dieser Tour folgen. 1986 wurde der Deutsche die erste offizielle Nummer eins der Welt.