Champions League

Union-Manager: «Das Bernabéu kann dich auch erschlagen»

Am Abend spielt Union Berlin die erste Champions-League-Partie in der Geschichte des Clubs: In Madrid, gegen Real, im Bernabéu-Stadion. Als einer der wenigen kennt Manager Ruhnert dessen Wucht schon.

Union-Berlin-Manager Oliver Ruhnert spricht über das Champions-League-Debüt in Madrid. Foto: Soeren Stache/dpa
Union-Berlin-Manager Oliver Ruhnert spricht über das Champions-League-Debüt in Madrid.

Madrid (dpa) - Union-Berlin-Manager Oliver Ruhnert hat großen Respekt vor dem Champions-League-Debüt im Bernabéu-Stadion von Real Madrid.

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«Für Real wird es eine zusätzlich wichtige Thematik sein, das neue Bernabéu in der Champions League erfolgreich einzuweihen. Madrid wird uns von der ersten Minute an klarmachen wollen, wie stark es ist. Das muss uns bewusst sein, dagegen müssen wir uns wehren», sagte Ruhnert vor dem Spiel heute (18.45 Uhr/DAZN) der «Sport Bild». Die Königlichen spielen in dieser Saison erstmals im für 400 Millionen Euro umgebauten Stadion im Europapokal.

Als Chef der Knappenschmiede, der Nachwuchsabteilung des Bundesligisten, war Ruhnert 2015 bereits beim Viertelfinale-Rückspiel des FC Schalke 04 in dem mächtigen Stadion des spanischen Rekordmeisters zu Gast.

«Das war ein großes Erlebnis. Aber man hat gleichzeitig auch gesehen, was das Ganze in Bernabéu für eine Wucht haben kann. Man sagt sich dann: Puh, es ist nochmals eine andere Welt. Darum muss man aufpassen, das Bernabéu kann dich auch erschlagen.»

Königsklasse:

Kaum eine andere Statistik verdeutlicht die Unterschiede zwischen Union und Real besser. Für die Eisernen ist in der Champions League vor ihrem ersten Auftritt natürlich alles neu. Die Königlichen halten in der Königsklasse fast alle Rekorde, wie sie auf ihrer Homepage stolz aufzählen, die meisten Teilnahmen (54), die meisten Titel (14), die meisten Siege (285) und natürlich auch die meisten Tore (1047). 

Titel:

Vor 55 Jahren gewann Union den Pokalwettbewerb der DDR. Vor dem Stadion in Berlin-Köpenick erinnert eine Statue an den Sieg im FDGB-Pokal 1968. Real könnte mit solchen Skulpturen einen Ring um die eigene Arena bauen. 35 spanische Meistertitel, 20 Pokalsiege, 14 Erfolge addiert im Landesmeister-Cup und in der Champions League, zwei Mal den UEFA-Cup, acht Mal Club-Weltmeister und dazu diverse Supercups in Spanien und Europa. 

Stadion:

Das Stadion an der Alten Försterei hat seinen Charme und wird von den eigenen Fans als Kultstätte verehrt. Doch mit einem Fassungsvermögen von nur 22.012 Zuschauern ist das Schmuckkästchen in der Berliner Wuhlheide im internationalen Vergleich natürlich eine Miniaturausgabe. Nicht umsonst ziehen die Eisernen für ihre mindestens drei Heimspiele in der Champions League ins ungeliebte Olympiastadion mit seinen mehr als 74.000 Plätzen um. An das Estadio Santiago Bernabéu reicht aber auch das nicht heran, in der gerade aufwendig sanierten Arena im Herzen Madrids finden 81.044 Fans Platz. 

Superstars:

Union hat in der Sommerpause mit den Transfers von Italiens Europameister Leonardo Bonucci und DFB-Nationalspieler Robin Gosens ganz neue Dimensionen erreicht. Bis dahin war Max Kruse noch der bekannteste Name in der kurzen Bundesliga-Historie. Bei Real tummeln sich hingegen auch nach dem Abschied von Karim Benzema noch ganz andere Namen. Ex-Weltmeister Toni Kroos, Ex-Weltfußballer Luka Modric und Vize-Weltmeister Aurélien Tchouaméni sind Fans in aller Welt bekannt. In Jude Bellingham, Eduardo Camavinga und Arda Güler steht schon die nächste Generation bereit.