Der neue Trainer der TSG 1862/09 Weinheim ist ein alter Bekannter
Beim Verbandsligisten ist ein Nachfolger des zurückgetretenen Marcel Hofbauer gefunden. An der Seitenlinie steht jemand, der das Gros der Mannschaft kennt.
Weinheim. Am Mittwochmorgen konnte der neue Sportliche Leiter Özcan Sahin noch nichts Neues vermelden, doch neun Stunden später gab der Abteilungsleiter Tobias Apfel eine Pressemitteilung frei. Fußball-Verbandsligist TSG 1862/09 Weinheim hat einen Nachfolger für den vor einer Woche zurückgetretenen Trainer Marcel Hofbauer gefunden. Ever Kassel kehrt zurück an die Weinheimer Seitenlinie.
Premiere am Samstag
Der in Cali, Kolumbien, geborene Kassel wohnt in Laudenbach, sieht seine sportliche Heimat aber bei der TSG 1862/09 Weinheim. „Es ist definitiv schön wieder nach Hause zu kommen. Es fühlt sich richtig an“, sagt der 36-Jährige. Am Samstag trifft die TSG 1862/09 Weinheim, welche in der Tabelle auf dem letzten Platz steht, auf den Tabellennachbarn die SpVgg Durlach-Aue. Während Weinheim noch auf den ersten Sieg der Saison wartet, gelang den Gästen am vergangenen Wochenende gegen Gommersdorf der erste Sieg in der Saison. Weinheim verlor unter Interimstrainer Özcan Sahin am vergangenen Freitag in Walldorf mit 0:1. Nun kommt es am Samstag um 14 Uhr im Sepp-Herberger-Stadion zum direkten Duell und zu Kassels Premiere an der Seitenlinie.
Erfahrung als Jugendtrainer
Kassel bringt Erfahrung mit, denn nachdem er die erfolgreiche A-Jugend der TSG 1862/09 Weinheim fast in die Bundesliga geführt hätte, arbeitete er zuletzt im Nachwuchsleistungszentrum des SV Sandhausen. Er trainierte in Weinheim schon alle Mannschaften von der C-Jugend an, jetzt wird er Trainer der ersten Mannschaft. „Das ist für mich eine riesige Plattform und dass der Verein mir sein Vertrauen ausspricht, bedeutet mir mehr als alles andere. Es gibt nichts Schöneres als eine erste Herrenmannschaft zu trainieren.“ In Hockenheim trainierte er bereits die Herren II und möchte den ersten Cheftrainerposten im aktiven Bereich, trotz der aktuellen Situation, genießen. Er sieht seine Aufgabe als Chance für ihn, aber auch für den Verein.
Kassel sieht Vorbildfunktion für andere Vereine
„Dass ein Trainer aus der Jugend Trainer einer 1. Mannschaft wird, das gab es bei der TSG glaube ich auch noch nie, das ist schon ein Statement“, sagt er. Ever Kassel ist Entwicklung wichtig. Er möchte jungen Spielern eine Plattform bieten, in der sie sich taktisch und menschlich weiterentwickeln können. Sportlich möchte er am Samstag am liebsten mit einem Dreier starten und bis zur Winterpause sollten, trotz des noch schweren Programms, noch weitere Punkte hinzu kommen. „Wir wollen Widerständen entgegengehen, kämpfen, beißen, verteidigen. Ich möchte eine Einheit formen.“
Erst Verteidgung, dann Offensiv-Spektakel
Langfristig möchte Ever Kassel mit seiner Mannschaft so viele Punkte wie möglich sammeln und am Ende der Saison, den Klassenerhalt schaffen. Er möchte Spielern aus der U17 und U19 Plätze in der ersten Mannschaft anbieten, denn nur so würden diese Spieler auch in Weinheim bleiben. Spielerisch legt er zunächst sehr viel Wert auf die Verteidigung, aber natürlich möchte er auch den Gegner beherrschen und dominieren. Ever Kassel möchte „Ballbesitz-Fußball mit Offensiv-Spektakel“ bieten. Aktuell wird man das wahrscheinlich noch nicht sehen, doch in der Rückrunde sollte seine Handschrift erkennbar werden.
Am Ende ist Ever Kassel einfach nur froh wieder „nach Hause zu kommen. Es macht mich unfassbar stolz, dass der Verein den Weg geht, einem Jugendtrainer das Vertrauen zu geben. Wir können damit auch ein Aushängeschild für andere Vereine werden.“ slo/red