Der TV Hemsbach hat ein langfristiges Ziel
Der TV will in der Landesliga schnell seinen Rhythmus finden. Ein Tabellenplatz steht für den neuen alten Trainer Jozef Bokol nicht im Vordergrund.
Hemsbach. Mit Verspätung, aber einem klaren Plan in der Tasche starten die Handballer des TV Hemsbach am Samstag (19 Uh) in Eppelheim in die Landesliga. Dort will man sich einerseits nach dem Zusammenschluss der Verbände etablieren, andererseits soll der Handball in Hemsbach nachhaltig gestärkt werden. „Die erfahrenen Spieler werden über kurz oder lang aufhören und dann soll es in Hemsbach weitergehen. Die jungen Spieler sollen das Ruder übernehmen. Diese Jungs haben Perspektive, dass motiviert mich“, sagt Trainer Jozef Bokol.
Der TV Hemsbach in der Landesliga 2025/26
Der Kader: Tor: Luca Roll, Lukas Kessler, Lars Grotelüschen, Nils Krüger. Außen: Patrick Bauer, Fritz Fröhlich, Eric Groß, Lars Haußer, Jan Schmitt, Mika Hofmann. Rückraum: Alexander Zschätzsch, David Kirsch, Jannis König, Felix Prisslinger, Marc-Cedric Schmitt, Samuel Bechtold, Giuseppe Capizzi, Christopher Schierk, Tim Flueß, Jan Fedak. Kreis: Cohn Brückmann, Bastian Drost, Jens Wiltz, Anton Häberle.
Trainer: Jozef Bokol (seit 2025, davor 2020 - 2024 bereits Trainer), Co-Trainer: Daniel Herzog (seit 2024).
Neuzugänge: Christopher Schier (MSG Losch/Einhausen), Luca Roll (zurück vom TSV Birkenau), Jan Schmitt, Anton Häberle (beide eigene A-Jugend).
Abgänge: Jonas Heckmann (HSG Weschnitztal), Markus Walther (Karriereende), Max Pauli (Trainer/berufliche Gründe).
Saisonziel: Weiterentwicklung unabhängig von Tabellenplatzierung.
Favoriten: SG Heidelberg/Leimen.
Der Slowake kehrt nach einem Jahr sowie einem kurzen Intermezzo im HLZ Friesenheim/Hochdorf an die Bergstraße zurück und hat sich eine langfristige Entwicklung zum Ziel gesetzt. „Der Verein und die Jungs sollen am Ende profitieren, sollen genügend Raum bekommen sich zu entwickeln“, macht Bokol klar, dass Entwicklung wichtiger ist, als eine Tabellenplatzierung: Es ist nicht oberste Priorität einem bestimmten Platz hinterher zu jagen.“
Kader fast unverändert
Dabei kann der 37-Jährige auf einen fast unveränderten Kader zurückgreifen, muss lediglich die Abgänge von Jonas Heckmann (HSG Weschnitztal) und Markus Walther (Karriereende) verzeichnen. Neu in Hemsbach ist Rückraumspieler Christopher Schier (Lorsch/Einhausen, mit Torhüter Luca Roll kehrt ein Bekannter nach einem Jahr beim TSV Birkenau zurück. Bokol traut beiden Neuzugängen eine Führungsrolle zu: „Luca kommt nach Hause, ist ein starker Torhüter. Chris ist ein unheimlich intelligenter Handballer, der sich von Anfang an auf allen Ebenen eingebracht hat“, lobt der Slowake. Zu seiner Führungsachse zählen Kreisläufer Jens Wiltz sowie die Rückraumspieler Alexander Zschätzsch und Giuseppe Capizzi.
Dazu gesellen sich viele „Jungspunde“, die sich ihre Sporen im Herrenbereich erst noch verdienen müssen, dafür aber auch die Möglichkeiten erhalten sollen. „Junge Spieler entwickeln sich nur, wenn sie Spielpraxis bekommen, wenn sie Fehler machen dürfen.“ Auch mit dem Druck müsse man richtig umgehen können: „Fehler sind Teil des Lernprozesses. Die Jungs sollen sich frei entfalten können.“ Aus der A-Jugend gehören Tim Flueß, Jan Fedak, Mika Hofmann sowie David Bonnet zum Kader, mit Jan Schmitt und Anton Häberle gehen zwei Spieler aus der Jugend in ihr erstes Jahr im Seniorenbereich. Insgesamt sieht Bokol seinen Kader für eine herausfordernde Spielzeit gut aufgestellt.
Bokol lobt Qualität der Liga
Mit Blick auf den Saisonauftakt hat man in Hemsbach gemischte Gefühle. Als letzte Mannschaft, die in den Spielbetrieb startet, kann man das eigene Leistungsvermögen aktuell schwer einschätzen. „Wir sind seit Wochen ohne Wettkampfpraxis“, erklärt Bokol, der hofft, dass seine Mannschaft schnell ihren Rhythmus findet. Die Qualität der Liga schätzt der Slowake als hoch ein: „Wir werden in jedem Spiel gefordert sein, was unserer Entwicklung gut tut.“
Für eine erfolgversprechende Saison setzt der TVH auf zwei Komponenten: Heimstärke und eine sattelfeste Defensive – in der Vorsaison stellte man die beste Defensive der Liga, vor heimischer Kulisse standen elf Siege und ein Remis zu Buche. „Wir wollen zu Hause mit den Zuschauern im Rücken eine Macht sein. Darauf haben wir hingearbeitet“, sagt Bokol.
Defensive als Grundstock
Mit bis zu vier Einheiten pro Woche hat Bokol den Schwerpunkt auf eine aggressive Abwehr gelegt. Sie soll das Hemsbacher Steckenpferd sein. Nach einer intensiven Phase ist man heiß auf den Saisonstart, auch Bokol freut sich wieder zu Hause zu sein: „Dieser Verein ist wie eine Familie, für mich persönlich wie eine zweite Heimat. Aus diesem Grund möchte ich alles dafür tun, dass der Handball in Hemsbach langfristig gut aufgestellt ist“, sagte Bokol. Gegner Eppelheim hat bereits zwei Partien absolviert, kassierte zu Hause eine knappe 23:24-Niederlage gegen Brühl und gewann in der Vorwoche in Hockenheim.