Fußball

Der TVG schafft das Unmögliche

Großsachsen lässt mit einem überragenden Leon Hoblaj in den letzten neun Minuten kein Tor mehr zu und dreht einen Vier-Tore-Rückstand gegen Ostfildern in den Sieg

Vom Publikum mitgenommen: Die Saasemer Jonas Schneider, Yannick Reidenbach, Johannes Kadel, Simon Spilger, Hannes Weindl, Tim Burkard, Florian König, Alex Leibnitz, Niklas Thierauf, Tim Anschütz, Jan Straub und Jannik Neuner (von links) können es selbst noch nicht so recht fassen. Foto: Katrin Oeldorf
Vom Publikum mitgenommen: Die Saasemer Jonas Schneider, Yannick Reidenbach, Johannes Kadel, Simon Spilger, Hannes Weindl, Tim Burkard, Florian König, Alex Leibnitz, Niklas Thierauf, Tim Anschütz, Jan Straub und Jannik Neuner (von links) können es selbst noch nicht so recht fassen.

Die 51. Minute war in der Sachsenhalle angebrochen und auf der Tribüne herrschte fast gespenstische Stille. 21:25 lag der TVG Großsachsen gegen den direkten Konkurrenten um den rettenden vierten Tabellenplatz, die HSG Ostfildern, zurück. Was dann geschah, riss die 400 Zuschauer dann aber doch noch von den Sitzen. Der Handball-Wahnsinn fand ein Happy-End!

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400 begeisterte Zuschauer peitschten den TVG am Samstag zum wichtigen Heimsieg. Foto: Katrin Oeldorf
400 begeisterte Zuschauer peitschten den TVG am Samstag zum wichtigen Heimsieg.

Der für den zuvor solide parierenden Moritz Mangold ins TVG-Tor gerückte Leon Hoblaj ließ keinen Ball mehr passieren. Im Angriff trafen Jonas Schneider, der zuvor etwas glücklose Tim Burkhard, Yannik Reidenbach und Not-Rechtsaußen Niklas Thierauf – und beim Schlusspfiff stand ein 28:25-(14:14)-Heimsieg auf der Anzeigetafel. Einer, der für den Oberligaverbleib entscheidend sein kann.

Jedes Spiel ein K.o.-Spiel

„Wir wissen, dass jedes Spiel jetzt ein K.o.-Spiel ist. Und ich denke, wir haben heute gezeigt, dass wir Bock darauf haben“, sagte der Matchwinner. „Die Halle war heute auf jeden Fall ein Faktor, danke ans Publikum dafür!“ Und auch sein Positionskollege Moritz Mangold war glücklich: „Wir haben toll gekämpft, waren zuvor nicht immer ganz clever in unseren Entscheidungen, aber letztlich haben wir die bessere Mannschaftsleistung aufs Feld gebracht. Mit meinen 50 Minuten war ich ganz zufrieden, aber dann vernagelt Leon halt das Tor. Das hat es letztlich ausgemacht.“

Die Zuschauer verließen die Sachsenhalle nach einem nervenaufreibenden Spiel am Ende also doch noch glücklich, hatten sie ihre Mannschaft doch als entscheidender Faktor zum Sieg gepeitscht. Der TVG hat das Erreichen der Aufstiegsrunde somit weiter selbst in der Hand. Drei Spiele stehen für die Saasemer noch an. Am Samstag beim derzeitigen Dritten HC Neuenbürg 2000 schon das nächste Endspiel. Bis dahin hofft TVG-Trainer Stefan Pohl wieder auf den Einsatz seiner Rechtsaußen. Simon Spilger plagen muskuläre Probleme, Dominic Seganfreddo meldete sich kurzfristig krank. Rechtshänder Yannick Reidenbach, eigentlich auf links zuhause, sprang bestens in die Bresche.

Auf und ab über 60 Minuten

Den Beginn der Partie prägte erst einmal eine Menge Nervosität. Beiden Mannschaften produzierten viele Fehler, ein wirklicher Spielfluss kam nicht zustande. Wäre nicht Moritz Mangold im TVG-Tor gestanden, wer weiß wie das Spiel ausgegangen wäre. Mit seinen Paraden hielt er den TVG im Spiel, traf zudem zweifach ins verwaiste HSG-Tor. So erarbeitete sich Großsachsen nach einem 5:7 (16.) die 13:10-Führung (25.), die wegen vieler Fehler nicht lange Bestand hatte.

Die Gäste kamen nach dem 14:14 wacher und frischer aus der Halbzeit. Großsachsen war immer einen Schritt zu spät, bis zum 21:25 (51.) steuerte die HSG auf den Sieg zu. Was dann in der Sachsenhalle passierte, ist schwer in Worte zu fassen. Durch ein, zwei Aktionen sprang der Funke aufs Publikum über – der Wahnsinn nahm seinen Lauf. Die von Jan Straub bestens organisierte Defensive zog den Gästen den Zahn. Die letzten freien Chancen machte Leon Hoblaj zunichte. AT/hm

TVG Großsachsen: Mangold (2), Hoblaj; Schneider (6), Anschütz, Spilger, Neuner, König (1), Weindl (2), Burkard (5), Kadel (1), Straub, Thierauf (1), Leibnitz (5), Reidenbach (5/3).