Ringen

Die Falken Bergstraße gewinnen am Grünen Tisch

Die Bergsträßer unterliegen Weingarten im Topduell 13:22, kassieren aber trotzdem die Punkte

Falken-Neuzugang Hyusein Ibrahim (oben) sorgte gegen Mehran Haqbin für die ersten Falken-Punkte daheim. Foto: Katrin Oeldorf
Falken-Neuzugang Hyusein Ibrahim (oben) sorgte gegen Mehran Haqbin für die ersten Falken-Punkte daheim.

Gleich am dritten Kampftag kam es in der Ringer-Oberliga zum Topduell zwischen den hoch gehandelten Falken Bergstraße und der Bundesliga-Reserve aus Weingarten. Dass die Gäste vor beachtlicher Kulisse in der Sulzbacher Schulsporthalle letztlich mit 22:13 gewannen, las sich im Endergebnis wesentlich deutlicher, als es der Kampfverlauf war. Die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Und weil Weingarten nur neun Ringer aufgeboten hatte, wovon noch einer ohne Lizenz war, kamen die Falken nach einer Entscheidung von Sportreferent Hardy Stüber zu einem 40:0-Erfolg.

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Zunächst verlor Nils Gerber gegen den starken Grigore Herta bis 57 kg Freistil noch in der ersten Runde technisch überhöht. Wieder hatte Timo Schmitt seinen Gegner, diesmal David Hirsch, am Rande einer Schulterniederlage. Doch Hirsch konnte sich aus der gefährlichen Lage über das Mattenaus befreien und punktete Schmitt noch aus.

Mit Daniel Layer stand dann der erste Weingartener aus dem Bundesliga-Kader im Aufgebot, das war hart für Felix Losmann, der sich wieder in den Dienst der Mannschaft stellte und auf 61 kg „Gewicht machte“. Ein schöner Wurfansatz von Felix ging leider schief und er fand sich selbst in der gefährlichen Lage wieder. Daraus befreite er sich, die technisch überhöhte Niederlage war aber nicht abzuwenden.

Neuzugang sorgt für Stimmung

Marco Bechtel konnte im Limit bis 98 kg gegen den körperlich starken Etienne Wyrich nicht viel bewegen. 0:16 nach vier Kämpfen – ein ernüchternder Start. Dann kamen die Falken. Sensationeller als Neuzugang Hyusein Ibrahim kann man sich dem Heim-Publikum kaum vorstellen. Der Bulgare brauchte 1:45 Minuten um seinen Gegner Mehran Haqbin mit 18:1 Punkten zu besiegen. „Husi“ war sowohl im eigenen Angriff, als auch im Konter spektakulär und brachte kurz vor der Halbzeit Stimmung in die Halle.

Als erster Falke nach der Halbzeit startete Florian Scheuer. Das Eigengewächs hatte mit Adi Iljazi keine Probleme. Seinen Durchdrehern und Hebern hatte der Gast nach zwei Minuten zum 8:16 nichts entgegenzusetzen. Gegen Mirko Hilkert konnte Weingarten keinen Sportler stellen, was kampflos das 12:16 brachte. Ganz abgeklärt und taktisch klug besiegte Matthias Schmidt seinen Gegner Ali Beschtoew mit 4:2. 13:16 und noch zwei Kämpfe zu ringen. Geht da doch noch was?

Den vorletzten Kampf hatte Lukas Rettig, er hatte seinen Gegner Alexander Roor dauerhaft unter Kontrolle und ging mit einer satten Führung von 10:2 in die Pause. Seine Marschroute war klar: mit einem technisch überlegenen Sieg die Falken vor dem letzten Kampf in Führung bringen. Nach einer Unachtsamkeit war er in der gefährlichen Lage und wurde, nach langem dagegenhalten, von Alexander Roor überraschend auf beide Schultern gelegt. Aus der zeitweise so greifbaren 17:16-Führung wurde das vorentscheidende 13:20.

Gelbe Karte für Lay

Der letzte Kampf des Abends hatte es trotzdem in sich: Pascal Hilkert gegen Louis Lay – der Spitzenkampf schlechthin. Pascal, der normalerweise im Limit mit 71 kg an den Start geht, stellte sich in den Dienst der Mannschaft und den acht Kilo schwereren amtierenden dritten Deutschen Meister Louis Lay in der Klasse bis 75 kg heraus. In einem hitzig geführten Kampf nutzte Lay seine Gewichtsvorteile aus. Beim 0:6 und somit zwei Mannschaftspunkten opferte sich Hilkert aber auf. Unschön war nach dem Kampf die Geste von Lay in Richtung der Falken-Mannschaft und Fans, wofür er vom Mattenleiter Christoph Heckele aus Ladenburg auch die Gelbe Karte sah. Bei der After-Fight Party im Bürgersaal waren die Weingartener Gäste aber auch wieder dabei. Das macht den Sport doch aus.

Die zweite Mannschaft hatte gegen die starken Gäste aus Malsch das Nachsehen. Siegreich waren hier Dimitri Obradovic und Kevin Bartmann, der Jonas Huber besiegte, wobei dieser sich verletzte. Auch die Jungfalken mussten gegen Hemsbach Federn lassen. Siegreich waren hier Cem Murafov, Kiril Zayef sowie Panagiotis Papaioannou. ls