Handball

Heddesheim lässt junge Birkenauer alt aussehen

Die SG Heddesheim hat im Derby gegen den TSV Birkenau keinen gleichwertigen Gegner. Die Schwarzen Falken lassen sich in der ersten Halbzeit vom Löwenrudel rupfen

Leon Dennhardt ist von der Birkenauer Abwehr nicht aufzuhalten. Der Rückraumwerfer brauchte für seine vier Treffer nur fünf Versuche. Insgesamt waren das Heddesheimer Aufbauspiel dem des TSV klar überlegen. Foto: Katrin Oeldorf
Leon Dennhardt ist von der Birkenauer Abwehr nicht aufzuhalten. Der Rückraumwerfer brauchte für seine vier Treffer nur fünf Versuche. Insgesamt waren das Heddesheimer Aufbauspiel dem des TSV klar überlegen.

Die Luft war schnell raus im Derby der Handball-Badenliga. Tabellenführer SG Heddesheim, auch nach dem vierten Saisonspiel noch verlustpunktfrei, verteidigte seine weiße Weste auch im Duell gegen den TSV Birkenau. Und das souverän: Beim 36:26 (21:11) hatten die Schwarzen Falken vor 220 Zuschauern in der Heddesheimer Nordbadenhalle zu keinem Zeitpunkt eine Chance. Die Gastgeber zeigten sich in allen Belangen überlegen und durften sich nach der Pause sogar einen mittelmäßigen Auftritt erlauben. Der Derbysieg war nie in Gefahr.

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„Ich war mir schon ziemlich sicher, dass wir die bessere Mannschaft sind, dass es zur Pause schon so deutlich wird, damit konnte man nicht rechnen“, durfte sich Heddesheims Trainer Frank Schmitt sogar den Luxus erlauben, trotz des Zehn-Tore-Siegs nicht zufrieden zu sein. „Nach der Pause waren wir in der Deckung nicht mehr konsequent, haben im Angriff nicht mehr miteinandergespielt. Das war schade. Aber dafür ist eben auch in der ersten Halbzeit alles für uns gelaufen und jeder Ball ist reingefallen.“

Torhüterduell geht klar an Wilkening

Zumindest fast jeder. Gerade mal auf drei Paraden kam das Birkenauer Torhüter-Duo Benni Gärtner und Erik Fremr, das zugegebenermaßen aber auch hinter einer Abwehr stand, die ihren Namen nicht verdiente. Die enge Deckung gegen Philipp Badent machte den Heddesheimern nicht die Bohne aus, zu ausgeglichen ist der SGH-Rückraum in dieser Runde besetzt. Wenn die Werfer aus der zweiten Reihe mal nicht trafen, löste der am Ende mit sieben Treffern erfolgreichste Torschütze Felix Kirschner eben an den Kreis auf.

Kaum ein Durchkommen für die Birkenauer Angreifer gab es gegen Heddesheims Defensive und Torhüter Jan Wilkening. Foto: Katrin Oeldorf
Kaum ein Durchkommen für die Birkenauer Angreifer gab es gegen Heddesheims Defensive und Torhüter Jan Wilkening.

Aus dem 7:7 (13.) wurde binnen zehn Minuten ein 16:7, das Spiel war früh gelaufen. Das lag nicht nur daran, dass die TSV-Defensive nie im Verbund arbeitete, sondern auch daran, dass es im Birkenauer Angriff nicht lief. Die Heddesheimer stellten mit Reisig, Bauer, Pugar und Dennhardt eine stabile Zentrale, hinter der SGH-Keeper Lars Wilkening als klarer Sieger im Torhüterduell hervorging. Und weil zudem der von David-Denny Hirsch geleitete Angriff oft zu schlampig agierte, kam kein flüssiges und durchdachtes Offensivspiel zustande. In diesen schwarzen zehn Minuten ergaben sich die Schwarzen Falken fast kampflos – daran konnte auch die Auszeit von TSV-Trainer Timo Baumann beim 12:7 (19.) und der anschließende Torhüterwechsel nichts ändern. Bereits zur Pause war die Partie entschieden.

Ganz schwache erste TSV-Halbzeit

„Die erste Hälfte haben wir komplett verschlafen, sind nie ins Spiel gekommen. In der Abwehr war das zu wenig Wille, da hat jeder für sich gespielt“, befand Baumann, der sein Konzept mit der Manndeckung nicht aufgehen sah. „Vielleicht hätten wir in unserem System bleiben sollen. Die Abwehr steht aber insgesamt noch nicht so, wie ich mir das vorstelle.“

Im zweiten Durchgang ließen die Heddesheimer Birkenau dann etwas mehr mitspielen. „Aber der Rückstand war einfach zu groß.“ Die Abwehr agierte etwas offensiver, zeigte ein bisschen mehr Biss, doch das war gegen starke Heddesheimer Individualisten wie Leon Dennhardt, Fabian Engels und Felix Kirschner zu wenig. Leistungsträger wie Philipp Badent und Simon Reisig mussten sich mal nicht auspowern – ein ungewohnter Luxus, der die Löwen brandgefährlich macht, während Birkenau sich in dieser Runde nach starkem Start noch nicht gefunden zu haben scheint.