Kine Haugom setzt in Winterberg die erste Weinheimer Duftmarke
Der norwegische Neuzugang der TSG 1862 trotzt beim "IXS Dirtmasters Festival" den Bedingungen und distanziert die Konkurrenz bereits zum Saisonstart.
Am Pfingstwochenende wurde für das Downhill-Talent-Team der TSG Weinheim um Trainer Fréd Abbou in Winterberg die Rennsaison 2024 eingeläutet. Nach vielen Trainingsstunden auf dem Bike, in der Halle, im Kraftraum und im Stadion durften die Downhiller endlich wieder zwischen die „Tapes“ und sich mit der Konkurrenz messen.
Beim IXS Dirtmasters Festival wurde zunächst der Propain-Rookies-Cup für die Nachwuchs-Racer ausgetragen, bevor es dann zum ersten Lauf des IXS Downhillcups ging. Fréd Abbou hatte dieses Mal drei Racer in der U15-Kategorie am Start. Durch fleißiges Training hatten sie sich über den Winter auf dieses erste Rennen vorbereitet. Und zum ersten Mal lernten sie nun die Rennabläufe im Downhill kennen.
Anfangs spielt das Wetter noch mit
Nach dem Track-Walk am Donnerstag, bei dem die Strecke genau unter die Lupe genommen wurde, ging es am Freitagvormittag an die Trainingsläufe. Die 13- und 14-jährigen Jonas Wiesner, Arne Bärreiter und Marc Orlow erarbeiteten sich die Strecke von Lauf zu Lauf. Das Wetter spielte dabei zunächst noch mit, sodass die Strecke gut befahrbar aber auch sehr schnell war. Im Finallauf fuhr Jonas Wiesner in 2:03 Minuten auf den 18. Platz. Arne Bärrater fuhr in 2:06 Minuten als 23. über die Ziellinie. Marc Orlow erreichte einen respektablen 41. Platz.
Am Samstag durften dann auch die Profis die Strecke zu erkunden. Jannik Abbou, Tom Zschippig, Lea Kumpf, Mael Arendt und Kine Haugom, Neuzugang und aktuelle norwegische Meisterin im Downhill der Elite Women, waren bereit für ihr erstes Rennen in der Saison 2024. War es am Freitag noch trocken in Winterberg, so hatten sich die Bedingungen nun aber erheblich geändert, die Strecke wurde zu einer Herausforderung für alle Teilnehmer. Vor allen Dingen der Wechsel aus Starkregen und regenfreien Momenten machte es schwierig.
Je später der Start, desto schlechter die Strecke
Am Sonntag regnete es die komplette Trainingsphase hindurch und erst zu Beginn der Qualifikationsläufe hörte es auf. Da die Strecke aber noch nicht abgetrocknet war, lautete das Motto: Je später der Start, desto schlechter die Strecke. Die Startreihenfolge wird jedoch aufgrund der Leistungen des Vorjahres vergeben, sodass die Besten einer jeden Kategorie am Ende starten. Jannik Abbou und Tom Zschippig waren daher mit ihren Startnummern drei und sechs erst spät an der Reihe und hatten die schwierigsten Bedingungen.
Eröffnen sollte die Qualifikationsläufe aus Weinheimer Sicht Mael Arendt in der Pro-U17-Kategorie. Gemeinsam mit Trainer Fred Abbou entschied er sich, nach fünfmonatiger Verletzungspause, seine Kräfte zu sparen, nur über die Startrampe zu rollen und nicht bis ins Ziel zu fahren. Er konzentrierte sich voll und ganz auf den Finallauf. Bei den Elite Damen zeigte Lea Kumpf einen soliden Lauf und kam in 2:54.264 Minuten als Fünfte über die Ziellinie. Kine Haugom zeigte ihre Klasse und kam, trotz Sturz, in 2:41.574 Minuten als Erste durch den Zielbogen.
Heftiger Sturz im Training
Bei den Elite Men wurden die Streckenbedingungen richtig knifflig. Jannik Abbou zeigte totz des späten Starts seine ganze Klasse. In 2:08.136 Minuten fuhr er unter diesen Bedingungen eine sensationelle Zeit und rettete sich noch auf den sechsten Platz. Zschippig hingegen verzichtete nach einem heftigen Sturz im letzten Trainingslauf, ebenso wie Mael Arendt, auf einen Start.
Am Sonntag wurden dann die Karten neu gemischt, die Sonne kam heraus und es sollte trocken bleiben. Die Bedingungen stellten die Teilnehmer jedoch weiterhin vor eine große Herausforderung. So stürzte Mael Arendt und kam in seiner Altersklasse in 2:37.695 Minuten nur als 30. ins Ziel.
Lea Kumpf steigert sich
Lea Kumpf konnte sich dagegen im Vergleich zum Vortag enorm steigern, fand ihre Linie und fuhr in 2:41.061 Minuten als Dritte aufs Podium.
Kine Haugom, 2021 Vize-Weltmeisterin in der Juniorenklasse, zeigte der Konkurrenz klar auf, wer die Schnellste auf der Strecke ist. In 2:29.182 Minuten und damit über elf Sekunden schneller als die Zweitplatzierte Belgierin, gewann sie den ersten Lauf zum IXS Downhillcup deutlich. Ihr Ziel ist es, das Podium des European Downill-Cups zu erreichen und die Nominierung für die Weltmeisterschaften Ende August in Andorra zu erhalten.
Technik und Speed sind vorhanden
Danach wurde es für die Elite Men spannend. Tom Zschippig fuhr einen soliden Lauf, seine Zeit von 2:12.568 Minuten bedeutete am Ende der 35. Platz. Jannik Abbou wurde, als er schon ins Pedal zum Start getreten hatte, wegen einer Streckensperrung wieder zurückgerufen.
Er startete dennoch grandios, eigentlich zu schnell, in einem Anlieger rutschte er weg und verlor wertvolle Sekunden. Mit 2:10.300 Minuten kam er noch auf den 32. Platz. Dies entsprach zwar nicht seinem Ziel, doch gewann er zumindest die Erkenntnis, dass Technik und Speed für künftige Podestplatzierungen vorhanden sind.
Auf die nächste Chance, dies im Rennen zu beweisen, muss er nicht lange warten: Schon am kommenden Wochenende geht es zum zweiten Lauf nach Willingen. apa