Fußball

Schleudersitz SC United: Diesmal erwischt es Habib Arifi

Fußball: Der Tabellenelfte der A-Klasse hat jetzt den fünften Trainer in zwei Kalenderjahren. In Weinheim ist der neue kein Unbekannter.

Habib Arifi, hier links noch im Trikot bei seiner letzten Station als Spieler in Leutershausen. Foto: Philipp Reimer
Habib Arifi, hier links noch im Trikot bei seiner letzten Station als Spieler in Leutershausen.

Weinheim. Sie haben es wieder getan: Fußball-A-Klassist SC United Weinheim hat sich von seinem Trainer getrennt. Dieses Mal traf es Habib Arifi, der erst im April gekommen war, als vierter Trainer in anderthalb Jahren. Mit der Begründung tat sich Pressesprecher Sükrü Cansiz dann auch etwas schwer: „Der Verein steht über allem und wir hatten das Gefühl, dass die Chemie nicht mehr stimmt. Wir haben nicht nur fußballerisch ambitionierte Ziele, sondern wollen uns auch sonst weiterentwickeln.“ Man sei aber im Guten auseinandergegangen.

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Volkan Erdinc (rechts)  als Trainer der TSG 1862/09 Weinheim II mit seinem Kollegen Volkan Koc (links)  in der abgebrochenen Saison 2019/20. Foto: Philipp Reimer
Volkan Erdinc (rechts) als Trainer der TSG 1862/09 Weinheim II mit seinem Kollegen Volkan Koc (links) in der abgebrochenen Saison 2019/20.

Bei United soll der Trainer eben mehr sein als „nur“ Trainer und sich dementsprechend auch über den Trainingsbetrieb hinaus einbringen. Insgeheim hatte sich der Verein wohl erhofft, dass Arifi den einen oder anderen Spieler mitbringen könnte. Letztlich war United aber mit dem kleinen Kader in die Saison gegangen, der schon nach der letzten Saison festgestanden habe. Arifi hatte bei seiner ersten Trainerstation noch selbst auf dem Platz gestanden. Das zuletzt sogar erfolgreich, auch wenn Rang elf nicht den Ansprüchen des Vereins entspricht.

Die Entscheidung des Vereins kam für Habib Arifi überraschend. „Für mich haben sich die Gründe für die Trennung nicht so recht erschlossen, zumal wir mit unserem kleinen Kader gerade gegen die Spitzenteams recht erfolgreich angetreten waren.“ Beim 2:2 gegen die TSG 1862/09 Weinheim II zeigte sich United sogar als die bessere Mannschaft. „Von daher denke ich, dass die Chemie zwischen mir und dem Team schon gestimmt hat. Das zeigen auch die vielen Nachrichten, die ich erhalten habe.“ Die Trennung gehe für ihn aber in Ordnung. „Ich bin entspannt. Und der Job hat mir Spaß gemacht, den Trainerweg will ich weitergehen.“

Volkan Erdinc kommt

Auf der Suche nach einem Nachfolger wurde United in der Nachbarschaft fündig: Volkan Erdinc trainierte in den vergangenen drei Jahren den Nachwuchs der SG Viernheim. Dort lebt der 41-Jährige auch. Das Weinheimer Sepp-Herberger-Stadion, in dem er sich am Sonntag auch das A-Klassen-Stadtderby anschaute, kennt er bereits. In der Saison 2019/20, die dann wegen der Coronakrise abgebrochen wurde, trainierte er zusammen mit Volkan Koc die zweite Mannschaft der TSG 1862/09, ehe es den Viernheimer zum ASV Feudenheim und jetzt zum SG-Nachwuchs zog. Seine Trainerkarriere startete der ehemalige Verbandsliga-Stürmer bereits 2014 bei Starkenburgia Heppenheim.

„Nach zwei unerfahrenen Trainern hoffen wir jetzt mit UEFA-B-Lizenz-Inhaber Volkan Erdinc endlich den richtigen Mann für unsere spezielle Mannschaftsmischung gefunden zu haben“, weiß Sükrü Cansiz um den „untrainierbaren Eindruck“, den United in der Außenwirkung hinterlässt.

Erdinc selbst freut sich auf die Herausforderung. „Ich erlebe United als einen Verein, in dem es viele helfenden Hände gibt und freue mich, da einbringen zu können.Die beiden Vorstände leisten gute Arbeit, das Umfeld passt, das hat nicht zuletzt die DKMS-Aktion am Sonntag gezeigt“, sagt der Mann, der das Gefühl hat, auch mit der Mannschaft etwas bewegen zu können. „Die Basis ist gestellt und dass Einstellung und Zusammenhalt da sind, hat United nicht zuletzt beim starken Auftritt am Sonntag gezeigt. Ich will attraktiven Offensivfußball spielen.“ Die Typen dazu hat Weinheims Multi-Kulti-Truppe, die am Sonntag zum Spitzenreiter SC Käfertal II muss. „Da werde ich meine Spielphilosophie aber an den Gegner anpassen müssen“, lacht er.