Handball

Timo Baumanns Matchplan geht auf

Verjüngter TSV Birkenau setzt sich beim favorisierten TSV Amicitia Viernheim durch

Marvin Brock und der TSV Birkenau überraschten beim favorisierten TSV Amicitia Viernheim mit einem erfolgreichen Badenligastart. Foto: Ernst Lotz
Marvin Brock und der TSV Birkenau überraschten beim favorisierten TSV Amicitia Viernheim mit einem erfolgreichen Badenligastart.

Die Vorzeichen vor dem ersten Spiel der Handball-Badenliga zwischen dem TSV Amicitia 06/09 Viernheim und dem TSV Birkenau waren klar verteilt. Die Gastgeber, die den BWOL-Aufstieg zuletzt nur knapp verpasst hatten, hatten sich für die neue Saison unter anderem mit dem derzeit verletzten Birkenauer Goalgetter Niklas Bolkart personell nochmals verstärkt und zählen deshalb erneut zum engen Favoritenkreis. Die Birkenauer mussten namhafte Abgänge verkraften und ergänzten ihren Kader durch weitgehend jüngere Spieler.

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Doch bereits in der ersten Hälfte eines durchweg ausgeglichenen und spannenden Spiels zeigten die Odenwälder, dass sie keineswegs als Punktlieferant in die mit 300 Zuschauern gut besetzte Viernheimer Waldsporthalle gekommen waren. Trainer Timo Baumann hatte seinen Schützlingen einen klaren Matchplan mitgegeben, der sich im Angriff zunächst auf die rechte Seite konzentrierte. Mit schnellem Spiel wurde immer wieder Linkshänder Jan Sauer frei gespielt, der sich mit acht Treffern bei nur zwei Fehlversuchen bedankte und damit für die 14:13-Halbzeitführung seiner Mannschaft entscheidend verantwortlich zeichnete. Sauer wurde mit zehn Feldtoren Haupttorschütze.

Birkenaus Regisseur David-Denny Hirsch bejubelte mit dem TSV einen unerwarteten Erfolg in Viernheim. Foto: Ernst Lotz
Birkenaus Regisseur David-Denny Hirsch bejubelte mit dem TSV einen unerwarteten Erfolg in Viernheim.

Beide Mannschaften legten ihren Schwerpunkt auf schnelles Umschaltspiel, der Abstand von einem erzielten Tor bis hin zum oftmals postwendend eingefangenen Gegentreffer betrug nicht selten unter 30 Sekunden; für die Zuschauer entwickelte sich dadurch eine temporeiches Badenligapartie. Hätten alle drei eingesetzten Torhüter, Marius Walter und Timo Röhling beim TSV Amicitia und Benjamin Gärtner beim TSV Birkenau, nicht zudem eine gute Leistung abgeliefert, hätten am Ende noch deutlich mehr als die 59 Tore auf der Anzeigetafel gestanden.

Baumann stellt Abwehr um

Der bis zur Halbzeit sehenswerte Birkenauer Auftritt kam dann aber in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte ins Stocken, weshalb die Gastgeber ihrerseits vor allem durch Tempogegenstöße und Treffer ihres Neuzugangs Steven Beck bis zur 45. Minute die 23:19-Führung herauswarfen. Aber Baumann reagierte, stellte seine Abwehr auf eine offensivere 3:2:1-Formation um, womit die Gastgeber von Trainer Christian Müller sichtlich Probleme bekamen. Fünf technische Fehler in Folge, dazu sah Viernheims Co-Trainer Mirco Ritter ein paar unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen, was in der 51. Minute wieder zum Ausgleichtreffer durch Jan Sauer führte. Baumann hatte in dieser Phase erstmals seine zwei Routiniers Marian Kleis und Jonas Böhm aufs Feld beordert, die in ihren Kurzeinsätzen drei Treffer beitrugen, was vor allem der Stammformation, (ohne den verletzten Paul Kreis) die notwendige Verschnaufpause für die Schlussphase verschaffte.

Unter anderem dank einiger Glanzparaden von Torhüter Benjamin Gärtner, gingen die Mannen von Spielgestalter David Denny Hirsch vier Minuten vor dem Ende erstmals wieder mit 27:26 in Front, ehe der überragende Marco Jöst mit zwei Treffern in Folge für die 29:26- Vorentscheidung sorgte. Diesen Vorsprung ließen sie die Falken bis zum Ende unter großem Jubel nicht mehr nehmen.

Geschlossenheit als Faktor

„Unsere Ausfälle von drei Stammkräften, sollen nicht als Ausrede für die Niederlage herhalten“, sagte Viernheims Co-Trainer Marco Ritter nach dem Spiel. Auch Trainer Christian Müller machte die technischen Fehler in der Phase nach der 45. Minute für den Bruch seiner Mannschaft verantwortlich, den die Falken mit großem Kampfgeist und mannschaftlicher Geschlossenheit eiskalt ausnutzen. Für die Birkenauer stehen zwei nicht unbedingt eingeplante Punkte auf der Habenseite, die mit einem Sieg am Samstag um 19.30 Uhr gegen den TV Friedrichsfeld zu einem gelungenen Saisonstart ausgebaut werden könnten.