TuS Einheit Weinheim: Im Keller brennt wieder Licht
TuS Einheit Weinheim sieht sich unter neuem Trainer deutlich besser als in der Vorsaison aufgestellt. Einstelliger Tabellenplatz ist in der B-Klasse das Ziel.
Weinheim. Ein Tor pro Spiel. Im eigenen Kasten klingelte es im Durchschnitt über vier Mal innerhalb von 90 Minuten. Mit 22:97 Toren ging die TuS Einheit Weinheim mit einer Horrorbilanz aus der zurückliegenden Spielzeit. Erstaunlich: Trotz der mit Abstand schlechtesten Tordifferenz von -75 fuhr das Team in der Fußball-Kreisklasse B fünf Siege ein und sammelte damit 15 Zähler. Im Tabellenkeller gab es mit den beiden Mannheimer Vereinen Spvgg 07 (12) und Wallstadt III (8) zwei Teams, bei denen das Licht noch seltener aufflackerte.
TuS Weinheim
Kader: Tor: Patrick Scholz (SV Rohrhof), Mikel Becker (reaktiviert), Marius-Traian Pop.
Abwehr: Mihai-Catalin Musat (SV Affolterbach), Phillip Müller (SG Hohensachsen), Kevin Metz (reaktiviert), Goran Ostojic, Karim Sallami, Daniel Beisel, Zoran Ostojic, Manuel Ehret, Sebastian Sindilaru.
Mittelfeld: Sajjad Al-Murshedi (SV Schriesheim), Björn Wörgetter (TSV Sulzbach), Oliver Mazurek (FC Groß-Rohrheim), Dominic Keil (SV Laudenbach), Dominique Fillmann (reaktiviert), Vasile Bodola, Lum Rexhepi.
Sturm: Marvin Lehnert (SG Hemsbach), Kerim Ferchichi (SV Rippenweier), Dennis Stadnik (reaktiviert), Victor Roman, Stefan Lehnert, Daniel Wiegand.
Abgänge: Dennis Proyer, Marcel Pulver, Ayan Abubakir (alle FSV Rimbach), Christian Bischer, Bogdan Illie (beide Karriereende), Kaan Kurtar, Oguzhan Sari (unbekannt).
Trainer: Daniel Wiegand (neu, zuvor Dennis Proyer).
Saisonziel: Mittelfeldplatz.
Favoriten: SG Hohensachsen, FV Laudenbach. nil
Kondition und Qualität
Den Ruf der Thekentruppe hatte die TuS bereits unter Trainer Dennis Proyer, der den Verein gen FSV Rimbach verlassen hat, ablegen wollen. Jetzt soll auch Schluss sein mit dem Dasein als Schießbude. „Der Leistungsstand hat sich im Vergleich zur vorherigen Runde deutlich verbessert“, sagt der neue Coach Daniel Wiegand und verweist auf die Testspielergebnisse: Die TuS schlug die beiden Kreisliga D-Vertreter von der Bergstraße TSV Hambach II (3:2) und Alemannia Groß-Rohrheim II (3:1). Für ein Ausrufezeichen sorgte der B-Klassist mit dem 3:2-Erfolg gegen den VfL Heiligkreuzsteinach, einen A-Ligisten. „Man kann es sich wieder anschauen“, bekomme Wiegand als Rückmeldung von den Weinheimer Zusehern.
Grund dafür ist zum einen der konditionelle Zustand. Zeiten, in denen das Team mehr für ihre Fähigkeiten außerhalb des Platzes als für die Laufbereitschaft auf dem Grün bekannt war, gehören der Vergangenheit an. Der neue Trainer legt gesteigerten Wert auf Fitness. Vor allen Dingen aber hat die Elf dem Übungsleiter zufolge stark an Qualität dazugewonnen. Mit elf Neuzugängen ergänzt ein gesamtes Team die TuS zur neuen Saison. Darunter mit Oliver Mazurek einer, der „Ruhe und Erfahrung mitbringt und die Mannschaft führen kann“, sagt Wiegand über den Mittelfeldmann, der vom FC Groß-Rohrheim gekommen ist. Die desaströse Torbilanz aufwerten, soll Stürmer Marvin Lehnert, der „für die B-Klasse eigentlich zu gut“ (Wiegand) ist, und dessen Bruder Stefan bereits für die Weinheimer aufläuft. Zuletzt hat der Kader in der Breite zugelegt. Mit Neuzugang Patrick Scholz, dem reaktivierten Mikel Becker sowie Marius-Traian Pop stehen zwei Torhüter zur Verfügung. In der Vorsaison hatte Wiegand, der in der Rückrunde bereits als spielender Co-Trainer mit an Bord war, noch regelmäßig selbst die Handschuhe überstreifen müssen. Der 31-Jährige ist nomineller Stürmer. Beinahe 100 Gegentore kommen nicht von ungefähr.
Neuer Coach als Torjäger
Seine Fußballschuhe schnürt der bis zuletzt noch für den FV Leutershausen in der Kreisliga auf Torejad gehende Trainer dennoch weiterhin, wenn Bedarf besteht. Dann übernimmt mit Andreas Krieger der zweite Trainer das Coaching. „Eigentlich war mein Ziel, nur an der Außenlinie zu stehen“, gesteht Wiegand ein, „aber das klappt noch nicht so ganz“. In der neuen Konstellation schöpft die TuS Hoffnung für die neue Spielzeit. Ein einstelliger Tabellenplatz soll es nach Rang zehn in der Vorsaison schon werden. „Zwischen fünf und neun ist alles möglich“, zeigt sich der Trainer zuversichtlich. Wer in der B-Klasse bereits tief im Tabellenkeller steckt, für den kann es meist aber auch nur in eine Richtung gehen.