450 Kilometer Landesstraßen sollen bis 2030 saniert werden
Beim Landestraßenbau setzt Hessen auf den Erhalt des bestehenden Netzes. Schwerpunkte liegen bei Brücken und der Sanierung von Ortsdurchfahrten. Nach welchen Kriterien ein Projekt priorisiert wird.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessen will bis 2030 insgesamt 850 Millionen Euro in seine Landesstraßen investieren. Dabei stehe die Sanierung des bestehenden Netzes im Mittelpunkt, sagte Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) in Wiesbaden. Für die neue Erhaltungsinitiative seien 383 Millionen Euro vorgesehen. Bis 2030 sollen nach Angaben des Ministeriums 450 Kilometer Landesstraße saniert werden. Zudem ständen die Brücken im Fokus, für die rund 177 Millionen Euro eingeplant seien.
Ländlicher Raum soll bei Sanierung von Landesstraßen profitieren
Die Menschen im Land seien auf gut befahrbare Straßen angewiesen, sagte Mansoori. Er verwies zudem auf das Versprechen der Landesregierung, für gleichwertige Lebensbedingungen auf dem Land und in der Stadt zu sorgen. Diesem Anspruch trage das Programm in besonderer Weise Rechnung. Es solle den Menschen deutlich machen, dass man im Vogelsberg genauso viel wert sei, wie im Rhein-Main-Gebiet.
Rund 2.000 potenzielle Maßnahmen seien anhand eines Kriterienkatalogs für die Erhaltungsinitiative bewertet worden, erläuterte das Ministerium. An der Spitze der Kriterien stehe die Verkehrssicherheit. Dazu zählt etwa die Griffigkeit der Fahrbahn, wie Torsten Bertram vom Landesbetrieb Hessen Mobil erläuterte. Diese könne mit zunehmenden Alter der Straßendecke nachlassen.
Enge Straßen mit viel Schwerlastverkehr oben in Prioritäten-Liste
Nach den Worten von Mansoori spiele aber die Wirtschaftlichkeit bei den Kriterien eine deutlich größere Rolle als früher. Von dieser Gewichtung profitierten enge Straßen unter sieben Metern Breite in ländlichen Gebieten, die viel von Schwerlastverkehr genutzt würden und in einem schlechten Zustand seien, erläuterte Bertram.
Auf die Liste der prioritären Maßnahmen schafften es laut Ministerium 333 Projekte, von denen 207 bereits begonnen worden seien. Ein besonderer Schwerpunkt wird den Angaben zufolge auch auf die Sanierung von Ortsdurchfahrten gelegt. «Das ist ganz klassisch die schlechte Ortsdurchfahrt, die rumpelt, die laut ist», sagte Bertram.