Abstiegskandidat Union? Lustrinelli verweist auf Thun-Wunder
Vor dem Saisonstart muss Union Berlin mehrere Ausfälle verkraften. Zudem steht Torjäger Ansah vor dem Wechsel nach England. Warum Neu-Coach Lustrinelli trotzdem von einer «geilen Motivation» spricht.
Berlin (dpa) - Dass viele Fußball-Experten den 1. FC Union Berlin als Abstiegskandidaten sehen, stört Trainer Mauro Lustrinelli nicht. Im Gegenteil. Bei seinem letzten Arbeitgeber hat der Schweizer schließlich selbst erlebt, wie man solche Prognosen widerlegt. «Letztes Jahr, FC Thun war erster Absteiger als Prognose. Es war für uns eine geile Motivation», berichtete der 50-Jährige vor dem Saisonauftakt der Köpenicker am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Eintracht Frankfurt.
Lustrinelli hatte mit Thun ein Fußball-Märchen geschrieben und den Aufsteiger sensationell zum Titel geführt. An ein vergleichbares Wunder glaubt man bei den Eisernen nicht. Für den Hauptstadt-Club wäre es bereits eine große Überraschung, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben.
Die Saisonvorbereitung der Eisernen verlief mit nur drei Siegen aus zehn Testspielen mehr schlecht als recht. Im DFB-Pokal mühte man sich in der vergangenen Woche zum Auftaktsieg gegen Eintracht Braunschweig.
Ansah-Abgang steht bevor: «Ein Verlust»
Bei seiner Bundesliga-Premiere muss Lustrinelli nicht nur auf die angeschlagenen Oliver Burke, Andrej Ilić, Stanley N'Soki und Marvin Friedrich verzichten. Auch Torjäger Ilyas Ansah steht kurz vor dem Wechsel zu Premier League-Aufsteiger Hull City. «Natürlich verlieren wir einen Topspieler. Es ist ein Verlust», musste Lustrinelli eingestehen.
Im Tor wird erneut Matheo Raab stehen. Fraglich ist, ob es Frederik Rönnow in den Kader schafft. Der Däne war nach langer Verletzungspause in dieser Woche in das Mannschaftstraining zurückgekehrt. «Matteo kann in diesem Moment die Chance nutzen», erklärte Lustrinelli. Der Schweizer ließ dabei auch offen, ob Rönnow nach vollständiger Genesung wieder die Nummer 1 im Tor wird. «Wenn alle Torhüter auf einem Top-Level sind, werden wir entscheiden».