Demonstrationen

AfD gründet Jugendverband in Hessen – 1.000 protestieren

Während drinnen die Gründungsversammlung läuft, setzen draußen zahlreiche Menschen ein Zeichen gegen die Partei. Was die Polizei und die Organisatoren zur Stimmung sagen.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Foto: Andreas Arnold/dpa
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Fulda (dpa/lhe) - Begleitet von Protesten hat sich in Fulda der hessische Landesverband der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) gegründet. Vor dem Bürgerhaus im Stadtteil Johannesberg, in dem die Gründungsversammlung stattfand, demonstrierten nach Polizeiangaben rund 1.000 Menschen gegen die AfD. Die Kundgebung verlief zunächst friedlich.

Die Versammlung konnte wie geplant pünktlich beginnen. Anders als bei der Gründung des GD-Bundesverbands Ende November in Gießen konnten die rund 50 Delegierten ungehindert anreisen. In Gießen hatten rund 25.000 Menschen gegen die Gründungsveranstaltung demonstriert – die meisten friedlich. Es kam aber auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Demonstration und Demokratiefest

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In Fulda äußerten sowohl die Polizei als auch die Organisatoren der Gegendemonstrationen die Erwartung, dass die Kundgebungen friedlich verlaufen werden. Das sogenannte Demokratiefest vor dem AfD-Versammlungsort wurde unter anderem von dem Verein Fulda stellt sich quer und von Gewerkschaften organisiert. 

Mit verschiedenen Aktionen protestieren die AfD-Gegner gegen die Gründung des hessischen Landesverbands der AfD-Jugendorganisation. Foto: Andreas Arnold/dpa
Mit verschiedenen Aktionen protestieren die AfD-Gegner gegen die Gründung des hessischen Landesverbands der AfD-Jugendorganisation.

Zuvor beteiligten sich laut Polizei etwa 500 Menschen an einem Demonstrationszug zu dem Bürgerhaus, das von der Polizei abgesperrt worden war. Bei kaltem und regnerischem Wetter lichteten sich nach wenigen Stunden die Reihen der AfD-Gegner. Die Veranstalter hatten insgesamt über den Tag verteilt zwischen 1.000 und 2.500 Teilnehmer erwartet.

Der 27-jährige Nafiur Rahman aus Bad Vilbel erhielt 47 von 50 Stimmen und wurde damit zum ersten Vorsitzenden des neu gegründeten hessischen Landesverbands der AfD-Jugendorganisation gewählt. Foto: Andreas Arnold/dpa
Der 27-jährige Nafiur Rahman aus Bad Vilbel erhielt 47 von 50 Stimmen und wurde damit zum ersten Vorsitzenden des neu gegründeten hessischen Landesverbands der AfD-Jugendorganisation gewählt.

Zum ersten Vorsitzenden der hessischen AfD-Jugend wählten Delegierten den 27 Jahre alten AfD-Politiker Nafiur Rahman, der Stadtverordneter in Bad Vilbel (Wetteraukreis) ist. Er erhielt 47 von 50 Stimmen. Zu seinem Stellvertreter bestimmten die Mitglieder den Landtagsabgeordneten Pascal Schleich.

Der GD-Bundesvorsitzende Jean-Pascal Hohm forderte die hessische AfD-Jugend in seiner Eröffnungsrede dazu auf, «Innovationsmotor» innerhalb der Partei zu sein. Der hessische Co-Landessprecher Robert Lambrou gab den Delegierten als Auftrag mit auf den Weg, Ansprechpartner der jungen Leute sein. 

Hessen vorletztes Bundesland mit AfD-Jugendverband

Laut Hohm zählt die GD bundesweit aktuell knapp 2.600 Mitglieder. Hessen ist der 15. Jugendverband, den die AfD gründet. Als letztes Bundesland fehle noch Baden-Württemberg.

Die GD folgt der aufgelösten Jungen Alternative (JA), die vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft worden war. Aus Sicht der Bundesregierung ist bei der GD keine Mäßigung gegenüber der aufgelösten Vorgängerorganisation zu erkennen. Anders als die JA ist die neue Jugendorganisation vollständig in die AfD eingebunden. Die JA hatte sich im Frühjahr 2025 aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte.