Prozess

Altenpfleger wegen versuchten Mordes vor Gericht

Der Altenpfleger soll Bewohnern eines Seniorenheims ohne medizinische Notwendigkeit Insulin gespritzt haben. In zwei Fällen erhebt die Staatsanwaltschaft einen besonders schweren Vorwurf.

Der Pfleger soll Menschen, die nicht an Diabetes erkrankt waren, Insulin gespritzt haben. (Symbolbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Der Pfleger soll Menschen, die nicht an Diabetes erkrankt waren, Insulin gespritzt haben. (Symbolbild)

Frankfurt/Bad Vilbel (dpa/lhe) - Ein Altenpfleger muss sich wegen des Verdachts des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung ab Dienstag (9.00 Uhr) im Frankfurter Landgericht verantworten. Er soll von Juli bis September 2025 in einem Seniorenheim in Bad Vilbel (Wetteraukreis) sechsmal zum Teil stark dementen Bewohnern ohne medizinische Notwendigkeit Insulin gespritzt haben. Das führte laut früheren Angaben der Staatsanwaltschaft bei den sämtlich über 80 Jahre alten Menschen zu einem Abfallen des Blutzuckers, ihr Zustand soll zum Teil lebensbedrohlich gewesen sein.

In vier Fällen soll der Deutsche nach der Gabe von Insulin selbst den Notruf gewählt haben, daher wirft ihm die Staatsanwaltschaft hier gefährliche Körperverletzung vor. In zwei weiteren Fällen, in denen er das nicht tat, steht neben der gefährlichen Körperverletzung auch der Vorwurf des versuchten Mordes im Raum. Der 39-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft. Nach der bisherigen Planung könnte die Schwurgerichtskammer im Dezember ihr Urteil verkünden.