Anlagebetrüger muss über fünf Jahre ins Gefängnis
Luxusleben mit fremdem Geld: Ein Serienbetrüger versprach Akademikern eine angebliche Wald-Investition inklusive hoher Rendite. Sogar hinter Gittern betrog er weiter.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein notorischer Betrüger ist vom Frankfurter Landgericht zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Er hatte innerhalb kurzer Zeit über 60 Menschen um mehr als 580.000 Euro betrogen, indem er ihre Investitionen in ein angebliches Wald-Projekt für sich behielt. «Sie sind auf den ersten Blick ein sympathischer Mensch, der sehr gebildet ist», sagte die Vorsitzende Richterin der Großen Wirtschaftsstrafkammer zu ihm. So sei es dem Mann gelungen, die Opfer - allesamt Akademiker - zu betrügen. «Man hätte erwarten können, dass sie kritischer sind», so die Richterin über die betrogenen Menschen.
Bei diesem noch nicht rechtskräftigen Urteil wegen gewerbsmäßigen Betrugs im besonders schweren Fall handelt es sich um eine Gesamtstrafe. Darin enthalten ist unter anderem eine Entscheidung desselben Landgerichts aus dem Frühjahr 2025, damals wurde der Mann wegen Geldwäsche verurteilt. Die Justiz beschäftigt er bereits seit 20 Jahren, er saß mehrfach in Haft. Laut der Richterin betrog er sogar hinter Gittern weiter - und zwar seine Mitinsassen.
Luxusleben durch «Baum Arche»
Der 52-Jährige hatte in dem aktuellen Prozess die Taten gestanden. Von dem Geld habe er auf großem Fuß gelebt und unter anderem teure Autos sowie Uhren gekauft, sagte er. Er hatte den Anlegern weisgemacht, nachhaltig in eine Genossenschaft namens «Baum Arche» und damit in ein Waldgebiet im Landkreis Havelland zu investieren - mit hohen Renditen. «Das war schon sehr clever, ein brillantes Konzept», sagte die Richterin.
Ende Juli 2022 flüchtete er vor den Ermittlungsbehörden ins Ausland, rund zwei Jahre später konnte er in Italien festgenommen werden. Seitdem sitzt er im Gefängnis. Es laufen derzeit weitere Strafverfahren gegen ihn.